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VC Wiesbaden unterliegt Suhl 0:3 – Starker Auftakt bleibt unbelohnt

VC Wiesbaden unterliegt Suhl 0:3 – Starker Auftakt bleibt unbelohnt
Detlef Gottwald

Der VC Wiesbaden hat sein Heimspiel gegen den VfB Suhl Lotto Thüringen mit 0:3 (24:26, 19:25, 14:25) verloren. Nach 76 Minuten war die Partie beendet – und doch hatte vor allem der erste Satz gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft von Interims-Chefcoach Benedikt Frank steckt. Am Ende fehlten jedoch Mut, Konstanz und Durchschlagskraft, um den Favoriten aus Südthüringen ernsthaft ins Wanken zu bringen.


Dramatischer erster Satz: Wiesbaden vergab drei Satzbälle

Der VCW startete hellwach in die Begegnung und setzte früh Akzente (5:2). Auch nach mehreren Ausgleichen blieb Wiesbaden konzentriert, erspielte sich eine 10:7-Führung und zwang Suhl zur ersten Auszeit. Der Tabellensiebte präsentierte sich energisch und überraschte die Gäste mit einer couragierten Leistung.

Bis zum 20:18 lag Wiesbaden mehrfach komfortabel in Front. Diagonale Jimena Fernández Gayoso erspielte schließlich drei Satzbälle (24:21) – die Halle stand Kopf. Doch dann kippte die Partie dramatisch: Suhl machte fünf Punkte in Serie und sicherte sich den Durchgang noch mit 26:24.

Ein bitterer Nackenschlag für die Hessinnen, die nach zuletzt drei Niederlagen in Folge dringend ein Erfolgserlebnis gebraucht hätten.


Suhl stabiler in den entscheidenden Phasen

Auch im zweiten Satz hielt Wiesbaden zunächst dagegen. Nach einem frühen 0:2 kämpfte sich das Team auf 10:6 heran. Selbst die Drangphase der Gäste konterten die Gastgeberinnen zunächst (12:10).

Dann jedoch kam es zu einem Schreckmoment: Suhls Mittelblockerin Alina Nasin verletzte sich und musste nach längerer Behandlung im Rollstuhl vom Feld gebracht werden. Die Partie war mehrere Minuten unterbrochen.

Während Suhl nach der Pause fokussiert blieb, verlor Wiesbaden zunehmend den Rhythmus. Die Gäste nutzten ihre größere Handlungssicherheit und entschieden auch den zweiten Satz mit 25:19 für sich.


Klarer Leistungsabfall im dritten Durchgang

Im dritten Abschnitt ließ die Gegenwehr des VCW deutlich nach. Abstimmung und Blockarbeit wurden fehleranfälliger, die Abwehr verlor an Stabilität. Suhl nutzte die Räume konsequent und zog früh davon. Ein Aufschlagfehler der Gastgeberinnen besiegelte schließlich den 14:25-Satzverlust und damit das 0:3.


Brancuská und Foley überragend

Der Offensivkraft der Suhler Angreiferinnen war an diesem Abend wenig entgegenzusetzen.

  • Monika Brancuská (Diagonal) erzielte starke 21 Punkte.

  • Mackenzie Foley (Außenangriff) kam auf 18 Zähler und wurde mit der goldenen MVP-Medaille ausgezeichnet.

Auf Wiesbadener Seite erhielt Mittelblockerin Laura Broekstra (10 Punkte) die silberne MVP-Auszeichnung – wie bereits im vorherigen Spiel gegen die Binder Blaubären Flacht.

Außenangreiferin Pleun van der Pijl war angeschlagen und konnte nur kurzzeitig eingesetzt werden. Suhls finnische Nationalspielerin Roosa Laakkonen war zwar mitgereist, jedoch nicht einsatzfähig.


Veränderungen im Trainerteam und Blick nach vorn

Erstmals stand Jochen Schöps als neuer Co-Trainer an der Seitenlinie des VCW. Er ersetzt Christian Sossenheimer, der sich nach 15 Jahren auf eigenen Wunsch zurückgezogen hatte. In der Halle wurde mit Einblendungen an dessen langjähriges Engagement erinnert.

Zudem verkündete der Verein die Verpflichtung von Paul Sens, der aktuell noch als Co-Trainer beim deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin tätig ist. Er wird im Sommer das Amt des Cheftrainers übernehmen.


Fazit: Mutiger Beginn, fehlende Konstanz

Der VC Wiesbaden hatte insbesondere im ersten Satz gezeigt, dass er auch gegen einen starken Gegner bestehen kann. Doch fehlende Konsequenz in den entscheidenden Momenten sowie ein spürbarer Leistungsabfall im Verlauf der Partie verhinderten ein besseres Resultat.

Für Suhl hingegen war es ein souveräner Auswärtsauftritt, der die starke Saisonleistung untermauerte. Wiesbaden steht nun vor der Aufgabe, beim kommenden Gastspiel in Münster wieder Stabilität und Selbstvertrauen zu gewinnen.

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