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VC Wiesbaden unterliegt dem Dresdner SC klar – Dominanter Auftritt der Gastgeberinnen

VC Wiesbaden unterliegt dem Dresdner SC klar – Dominanter Auftritt der Gastgeberinnen
Leo Ziems

Der VC Wiesbaden hat in der 1. Volleyball Bundesliga der Frauen beim Gastspiel in Sachsen eine deutliche Niederlage hinnehmen müssen. Gegen den favorisierten Dresdner SC verlor das Team von Cheftrainer Tigin Yağlıoğlu am Samstagabend klar mit 0:3 (16:25, 17:25, 16:25). Nach nur 69 Minuten war die Partie in der Margon Arena entschieden. Während der Meisterschaftsanwärter aus Dresden eine geschlossene und souveräne Vorstellung bot, blieb Wiesbaden weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.


Früher Rückstand bringt Wiesbaden aus dem Konzept

Der Start verlief für den VCW zunächst vielversprechend – nach einer schnellen 2:0-Führung schien der Beginn geglückt. Doch dann folgte der erste Dämpfer: Miku Akimoto, die 19-jährige Außenangreiferin aus Japan, servierte acht druckvolle Aufschläge in Serie und drehte den Satz im Alleingang (2:8). Dresden dominierte von da an das Geschehen und setzte Wiesbaden mit wuchtigen Angriffen und stabiler Annahme massiv unter Druck.

Beim Zwischenstand von 10:20 gelang den Hessinnen zwar eine kurze Aufholphase mit vier Punkten in Serie, doch der erste Satz ging letztlich mit 16:25 klar an den DSC. Wiesbadens Pleun van der Pijl wehrte zwar den ersten von neun Satzbällen noch ab, konnte die Wende aber nicht mehr einleiten.


Zweiter Satz: Verbesserte Leistung, aber weiter ohne Zugriff

Im zweiten Durchgang stabilisierte sich das Spiel der Gäste kurzzeitig (3:3, 5:10), doch der DSC blieb überlegen. Dresden agierte präzise, suchte konsequent die freien Räume und zwang Wiesbaden immer wieder zu Fehlern. Besonders in der Annahme offenbarte der VCW Schwächen, die einen strukturierten Spielaufbau nahezu unmöglich machten.

Selbst in Phasen, in denen Wiesbaden kämpferisch auftrat, fehlte die Durchschlagskraft. Wieder waren es Servicefehler in entscheidenden Momenten (14:20, 16:24), die einen möglichen Anschluss verhinderten. Schließlich verwandelte der Gastgeber seinen siebten Satzball zum 17:25 und damit zur 2:0-Führung.


Dritter Satz: Kurzes Aufbäumen, aber keine Wende

Der dritte Satz war der ausgeglichenste des Abends, doch auch hier behielt Dresden die Kontrolle. Wiesbaden konnte den Spielverlauf nur punktuell offen gestalten (6:7, 10:12, 13:18). Am Ende war es erneut ein Servicefehler – diesmal von Marlene Rieger –, der den Schlusspunkt setzte. Nach 16:25 war die klare 0:3-Niederlage besiegelt.

2.587 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen eine dominante Vorstellung des DSC, der an diesem Abend kaum Schwächen zeigte. Für die Gastgeberinnen war es zugleich das erste Heimspiel der Saison – und ein gelungenes.


Statistiken und Personalien: Blockstärke entscheidet die Partie

Der Dresdner SC überzeugte mit körperlicher Präsenz und einer nahezu fehlerfreien Blockarbeit. Ganze 13 Blockpunkte gingen auf das Konto des Teams von Trainer Alexander Waibl, fünf davon durch Außenangreiferin Jette Kuipers. Wiesbaden brachte es dagegen nur auf vier erfolgreiche Blocks.

Auch im Aufschlag zeigte sich der Unterschied deutlich: Dresden erzielte neun Asse, Wiesbaden lediglich zwei – beide durch Dagmar Boom. Die Annahmeprobleme der Hessinnen zogen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Match und verhinderten einen kontrollierten Spielaufbau.

In der MVP-Wertung erhielt VCW-Kapitänin Rene Sain die silberne Medaille, während Marta Kamēlija Levinska vom DSC die goldene Auszeichnung erhielt.


Lichtblicke und Ausblick

Trotz des ernüchternden Ergebnisses gab es beim VC Wiesbaden auch Positives: Libera Lilly Bietau feierte ihre ersten Einsatzminuten in dieser Saison, und auch die Integration der jungen Talente aus der zweiten Mannschaft verlief vielversprechend. Noch nicht im Kader stand die vom SC Potsdam gekommene Jovana Đorđević.

Cheftrainer Yağlıoğlu nutzte die Begegnung für mehrere taktische Wechsel, um seinem Team Impulse zu geben – ohne durchschlagenden Erfolg. „Wir haben zu selten unser eigenes Spiel aufziehen können und zu viele einfache Fehler gemacht“, erklärte der Coach nach der Partie.


Nächste Aufgaben: Wiedergutmachung vor heimischem Publikum

Während der Dresdner SC in der anstehenden Englischen Woche mit den Topteams Allianz MTV Stuttgart und SSC Palmberg Schwerin gleich zwei schwere Gegner erwartet, richtet sich der Blick in Wiesbaden bereits nach vorn.

Am Dienstag, 28. Oktober 2025 (19:30 Uhr) empfängt der VCW in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit Schwarz-Weiß Erfurt – die Chance auf eine schnelle Reaktion und wichtige Punkte im Tabellenmittelfeld. Am darauffolgenden Samstag (1. November 2025, 20:00 Uhr) folgt das Heimspiel gegen die Binder Blaubären TSV Flacht.


Fazit: Lehrstunde in Dresden – VC Wiesbaden mit klaren Hausaufgaben

Der VC Wiesbaden musste beim 0:3 in Dresden die Stärke des Titelkandidaten anerkennen. Der Gastgeber agierte konsequent, effektiv und mit beeindruckender Tiefe im Kader. Für Wiesbaden war es ein Abend mit vielen Erkenntnissen – insbesondere, dass das eigene Spielsystem nur mit stabiler Annahme und mutigem Angriff Erfolg verspricht.

Die Hessinnen stehen nun vor der Aufgabe, im Heimspiel gegen Erfurt zu reagieren und wieder zu alter Stabilität zu finden.

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