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VC Wiesbaden erlebt herben Rückschlag in Erfurt

VC Wiesbaden erlebt herben Rückschlag in Erfurt
Detlef Gottwald

Favoritenrolle verfehlt – Wiesbaden enttäuscht in Thüringen

Die Athletinnen des VC Wiesbaden hatten sich viel vorgenommen. Nach dem schwachen Auftritt unter der Woche gegen den Dresdner SC sollte bei Schwarz-Weiß Erfurt eine klare Reaktion folgen. Stattdessen setzte es eine deutliche 0:3-Niederlage (17:25, 21:25, 16:25), die Spielerinnen, Trainerteam und mitgereiste Fans ratlos zurückließ.

In der Riethsporthalle, in der 763 Zuschauerinnen und Zuschauer eine stimmungsvolle Kulisse bildeten, präsentierten sich die Gastgeberinnen stabil, konzentriert und nervenstark. Erfurt nutzte die Unsicherheiten der Gäste konsequent aus und verdiente sich den Erfolg ohne Einschränkung.


Erfurter Offensive dominiert – Wiesbadens Fehlerquote zu hoch

Vor allem die Außenangreiferin Alianza Darley (18 Punkte) und Diagonalspielerin Isabel Kovačić (14 Punkte) stellten die Wiesbadener Defensive immer wieder vor unlösbare Aufgaben. Kovačić überzeugte nicht nur im Angriff, sondern auch im Block, wo sie fünf direkte Punkte beisteuerte.

Die französische Zuspielerin Emilie Respaut lenkte das Spiel der Thüringerinnen mit Übersicht, Tempo und Präzision, setzte selbst Akzente mit Aufschlag-Assen und wurde folgerichtig mit der Gold-MVP-Auszeichnung geehrt.

Auf Seiten des VC Wiesbaden stemmte sich Außenangreiferin Pleun van der Pijl (14 Punkte) am sichtbarsten gegen die Niederlage und erhielt die Silber-MVP-Medaille. Doch auch sie blieb nicht fehlerfrei – ein Spiegelbild der gesamten Mannschaftsleistung.


Statistik unterstreicht Wiesbadens Probleme

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlichte den Leistungsunterschied: Wiesbaden leistete sich elf Aufschlagfehler bei nur zwei eigenen Assen, während Erfurt mit neun Assen bei acht Fehlern deutlich effektiver agierte. In der Annahme unterliefen dem VCW neun direkte Fehler, den Gastgeberinnen lediglich zwei.

Besonders augenfällig war die Blockarbeit: Während Wiesbaden lediglich drei Punkte erzielte, sammelte Erfurt zehn direkte Blockzähler. Zwar lag die Fehlerquote im Angriff auf Wiesbadener Seite etwas niedriger, doch angesichts der insgesamt schwachen Vorstellung fiel dieser Aspekt kaum ins Gewicht.


Früher Widerstand, dann Kontrollverlust

Dabei begann die Partie aus Wiesbadener Sicht durchaus ordentlich. Die Mannschaft von Cheftrainer Tigin Yağlioğlu erspielte sich zu Beginn mehrfach kleine Führungen, vermochte diese jedoch nicht zu festigen. Zwei Aufschlag-Asse von Respaut leiteten schließlich die Wende ein. Erfurt übernahm die Kontrolle, zog unter lautstarker Unterstützung von den Rängen davon und entschied den ersten Satz souverän für sich.

Im zweiten Durchgang blieb das Spiel zunächst ausgeglichen. Beim Stand von 15:14 lag Wiesbaden erstmals vorne, konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen. Eine längere Unterbrechung wegen Problemen mit der Hallenbeleuchtung sowie strittige Schiedsrichterentscheidungen brachten zusätzlichen Unruhe in das Wiesbadener Spiel. Erfurt nutzte die Phase, setzte sich ab und holte auch Satz zwei mit 25:21.


Erfurt lässt nichts mehr anbrennen

Nach der Satzpause dominierten die Gastgeberinnen endgültig. Ein früher Lauf brachte Erfurt schnell in Führung, Wiesbaden fand kaum noch Zugriff. Zwar keimte beim Stand von 16:19 kurzzeitig Hoffnung auf, doch erneut gingen entscheidende Ballwechsel an die Thüringerinnen. Wie schon zuvor entschieden sie auch die letzte lange Rallye des Abends für sich und machten mit dem 25:16 den klaren Heimsieg perfekt.


Tabellenkonstellation spitzt sich zu

Mit dem Erfolg rückte Schwarz-Weiß Erfurt als Tabellenachter bis auf einen Punkt an den VC Wiesbaden heran (16 zu 17 Punkte). Für die Hessinnen bedeutet die Niederlage einen empfindlichen Dämpfer im Kampf um die Platzierungen im Tabellenmittelfeld.

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