Zum Hauptinhalt springen

Playoff-Krimi in Suhl: VC Wiesbaden fordert Favoriten überraschend – Hoffnung vor Rückspiel wächst

Playoff-Krimi in Suhl: VC Wiesbaden fordert Favoriten überraschend – Hoffnung vor Rückspiel wächst
Detlef Gottwald

Der VfB Suhl Lotto Thüringen ist seiner Favoritenrolle im ersten Playoff-Spiel zur Deutschen Meisterschaft gerecht geworden – allerdings deutlich knapper als erwartet. Gegen den VC Wiesbaden setzte sich der amtierende DVV-Pokalsieger vor heimischem Publikum mit 3:1 (25:9, 25:27, 25:17, 25:20) durch. Doch insbesondere der starke zweite Satz der Hessinnen ließ erkennen: Dieses Viertelfinale war noch längst nicht entschieden.


Favorit Suhl startete dominant – Wiesbaden zunächst chancenlos

Im ersten Satz zeigte sich der Klassenunterschied deutlich. Suhl dominierte von Beginn an mit druckvollen Aufschlägen und konsequentem Angriffsspiel. Wiesbaden fand kaum Zugriff, wirkte nervös und fehleranfällig.

Bereits früh nahm Interim-Coach Benedikt Frank beim Stand von 1:6 eine Auszeit – ohne nachhaltige Wirkung. Der Satz war nach nur 15 Minuten entschieden. Besonders im Blockspiel hatte Suhl klare Vorteile, während Wiesbaden kaum zu strukturierten Aktionen kam.


Wiesbaden kämpfte sich eindrucksvoll zurück

Ganz anders präsentierten sich die Gäste im zweiten Durchgang. Mit mehr Mut, besserer Abstimmung und deutlich mehr Präsenz am Netz übernahm Wiesbaden erstmals die Initiative.

Zwischenzeitliche Führungen und lange Rallyes prägten das Spiel. Suhl wirkte phasenweise überrascht, während Wiesbaden sich zunehmend stabilisierte. In einer umkämpften Schlussphase behielten die Hessinnen die Nerven und nutzten zwei Aufschlagfehler der Gastgeber konsequent aus.

Der verdiente Lohn: der Satzausgleich zum 1:1.


Suhl reagierte – aber ohne gewohnte Dominanz

Im dritten Satz zeigte Suhl eine Reaktion und startete stark. Dennoch gelang es dem Favoriten lange nicht, sich entscheidend abzusetzen. Wiesbaden hielt dagegen und profitierte immer wieder von Fehlern der Gastgeberinnen.

Erst in der Schlussphase setzte sich die individuelle Klasse Suhls durch. Nach einer klaren Ansprache von Trainer László Hollósy zog das Team davon und sicherte sich den Satz.

Auch im vierten Durchgang blieb Wiesbaden zunächst auf Augenhöhe und ging sogar mehrfach in Führung. Doch Eigenfehler und fehlende Konsequenz im Angriff verhinderten eine mögliche Überraschung.


Individuelle Leistungen und emotionale Rückkehr

Ein besonderes Highlight war das Comeback von Libera Rene Sain, die nach monatelanger Verletzungspause erstmals wieder auf dem Feld stand. Die frühere Suhler Spielerin wurde vom Publikum gefeiert und zeigte über alle vier Sätze hinweg eine engagierte Leistung.

Beste Spielerin auf Wiesbadener Seite war erneut Mittelblockerin Laura Broekstra mit zehn Punkten, die dafür mit der silbernen MVP-Medaille ausgezeichnet wurde. Die Goldmedaille ging an Suhls US-Außenangreiferin Sanaa Dotson, die mit 21 Punkten maßgeblich zum Sieg beitrug.


Ausblick: Entscheidung im Rückspiel offen

Nach insgesamt 89 Minuten stand der erwartete Sieg für Suhl fest – doch die Partie hatte gezeigt, dass Wiesbaden keineswegs chancenlos war. Besonders der zweite Satz machte deutlich, welches Potenzial im Team steckt.

Mit neuem Selbstvertrauen reiste der VC Wiesbaden zurück in die Heimat. Dort wollte das Team im zweiten Playoff-Spiel vor eigenem Publikum erneut angreifen und dem Favoriten alles abverlangen.

Das Viertelfinale blieb damit spannend – und versprach ein intensives Rückspiel.

Anzeige