Krimi mit Happy End: VC Wiesbaden ringt Erfurt im Tiebreak nieder
Es war kein glanzvoller, aber ein hart erkämpfter Sieg: Der VC Wiesbaden hat am Dienstagabend in der 1. Volleyball Bundesliga Frauen ein wahres Nervenspiel gegen Schwarz-Weiß Erfurt mit 3:2 (25:22, 25:22, 18:25, 11:25, 15:13) gewonnen. Nach 113 Minuten voller Höhen und Tiefen durfte das Team von Trainer Tigin Yağlıoğlu in der heimischen Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit jubeln – und atmete gemeinsam mit den 1.017 lautstarken Fans erleichtert auf.
Starker Start – Fernández Gayoso überragt
Die Wiesbadenerinnen starteten stark in die Partie, sicherten sich die ersten beiden Sätze mit jeweils 25:22 und schienen auf dem besten Weg zu einem klaren Erfolg.
Vor allem Diagonalspielerin Jimena Fernández Gayoso drückte dem Match früh ihren Stempel auf: Bereits nach zwei Sätzen hatte sie 17 Punkte gesammelt, am Ende standen 30 Zähler auf ihrem Konto – eine herausragende Leistung, die den VCW lange auf Kurs hielt.
Erfurts Aufholjagd bringt VCW ins Wanken
Doch der vermeintlich komfortable 2:0-Vorsprung erwies sich als trügerisch. Die Gäste aus Erfurt zeigten sich unbeeindruckt und erhöhten den Druck. Beim VCW schlichen sich zunehmend Fehler in Annahme und Angriff ein, der Rhythmus ging verloren.
Der dritte Satz endete mit 18:25, nachdem die Hessinnen zahlreiche Chancen liegen gelassen hatten. Im vierten Durchgang folgte der totale Einbruch: Nach einem 7:14-Rückstand lief kaum noch etwas zusammen, Erfurt dominierte mit variablen Angriffen und sicherte sich den Satz klar mit 11:25 – der Tiebreak musste die Entscheidung bringen.
Drama im Entscheidungssatz – Wiesbaden behält die Nerven
Im entscheidenden fünften Satz stand die Halle Kopf. Das Momentum sprach zunächst für die Gäste, doch Wiesbaden kämpfte sich Punkt für Punkt zurück.
Dagmar Boom und Pleun van der Pijl glichen mehrfach aus (7:7, 8:8), ehe ein Block den VCW erstmals in Führung brachte (10:9). Zuspielerin Sanne Konijnenberg brachte mit einem cleveren Ass zusätzlichen Schwung. Beim Stand von 14:13 nahm Trainer Yağlıoğlu seine zweite Auszeit – und bewies das richtige Gespür: Ein Servicefehler der Erfurterinnen besiegelte schließlich den Wiesbadener 3:2-Erfolg.
Zwei Punkte zum Abschluss des „Pinktober“
Nach 113 intensiven Minuten durften die VCW-Spielerinnen den zweiten Heimsieg der Saison feiern – und das Ende des sogenannten „Pinktober“, der im Oktober auf Brustkrebsvorsorge und -aufklärung aufmerksam macht, mit zwei wichtigen Punkten beschließen.
Coach Tigin Yağlıoğlu zeigte sich erleichtert:
„Das war ein harter Kampf. Wir haben am Ende Nervenstärke bewiesen – das zählt in so einem Moment mehr als Perfektion.“
Am kommenden Samstag, 1. November 2025, um 20:00 Uhr, steht bereits das nächste Heimspiel auf dem Programm. Zuvor tritt die Zweite Mannschaft des VCW ab 16:30 Uhr an – ein Doppelspieltag in Wiesbaden, zu dem weitere Informationen in Kürze folgen.