Handball-Drama in Mannheim: Groetzki-Abschied endet mit Last-Second-Krimi und Videobeweis-Sieg der Löwen
Rhein-Neckar Löwen gewinnen Handball-Krimi zum Groetzki-Abschied – Videobeweis entscheidet gegen Hannover
Die Rhein-Neckar Löwen haben ihr letztes Heimspiel der Saison 2025/26 in der Handball-Bundesliga mit einem dramatischen 29:28 (15:13)-Erfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf gewonnen. Vor 7.824 Zuschauern in der SAP Arena stand dabei vor allem eine Persönlichkeit im Mittelpunkt: Vereinslegende Patrick Groetzki absolvierte nach 19 Jahren sein letztes Pflichtspiel vor heimischem Publikum. Erst nach Ablauf der regulären Spielzeit und einer Überprüfung per Videobeweis stand der emotionale Sieg endgültig fest.
Emotionaler Abschied für Löwen-Legende Patrick Groetzki
Die Begegnung stand ganz im Zeichen von Patrick Groetzki. Der langjährige Nationalspieler lief zum letzten Mal in seiner Karriere bei einem Pflichtspiel in der SAP Arena auf. Zu diesem besonderen Anlass trugen die Rhein-Neckar Löwen eigens gestaltete Sondertrikots, in deren Rückennummern zahlreiche Bilder aus der außergewöhnlichen Karriere des Rechtsaußen integriert waren.
Trainer Maik Machulla setzte neben Groetzki auf Tim Nothdurft, Dani Baijens, Haukur Thrastarson, Edwin Aspenbäck, Jannik Kohlbacher und Torhüter David Späth. Nicht zur Verfügung standen dagegen Halil Jaganjac und Robert Timmermeister.
Offener Schlagabtausch in der ersten Halbzeit
Die Rhein-Neckar Löwen erwischten den besseren Start und gingen schnell mit 2:0 in Führung. Hannover-Burgdorf reagierte jedoch umgehend und stellte mit zwei schnellen Treffern den Ausgleich her. In einer zunächst offensiv geprägten Partie fanden beide Defensivreihen nur schwer Zugriff.
Die Gastgeber behielten dennoch leichte Vorteile und lagen nach einer Viertelstunde knapp mit 7:6 vorne. Mehrfach gelang es den Mannheimern, sich um zwei Tore abzusetzen, doch die Gäste fanden stets die passende Antwort. Besonders Renars Uscins und der künftige Löwe Marius Steinhauser hielten die Niedersachsen im Spiel.
Eine wichtige Rolle spielte erneut Torhüter David Späth, der bereits in der ersten Halbzeit sechs Paraden zeigte. Nach einer Auszeit von Maik Machulla steigerten die Löwen ihre Intensität in der Defensive deutlich. Mit einer verdienten 15:13-Führung gingen die Gastgeber schließlich in die Halbzeitpause.
Thrastarson und Kohlbacher überragten
Überragender Akteur der ersten Hälfte war Haukur Thrastarson. Der isländische Spielmacher erzielte fünf Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Damit war er direkt an 13 der 15 Löwen-Tore beteiligt.
Besonders Kreisläufer Jannik Kohlbacher profitierte von den präzisen Zuspielen seines Teamkollegen. Der Nationalspieler verwandelte alle sieben seiner Würfe und präsentierte sich vor heimischer Kulisse in bestechender Form.
Groetzki-Tor sorgt für Gänsehaut in der SAP Arena
Nach dem Seitenwechsel bauten die Rhein-Neckar Löwen ihren Vorsprung zunächst auf drei Treffer aus und kontrollierten das Spielgeschehen über weite Strecken. David Späth blieb ein sicherer Rückhalt, während Thrastarson weiterhin das Offensivspiel dominierte.
Für den emotionalsten Moment des Abends sorgte schließlich Patrick Groetzki. Mit seinem ersten Torversuch traf die Vereinsikone zum 22:19 und erzielte damit seinen insgesamt 1.655. Bundesliga-Treffer. Sofort hallten lautstarke „Patrick Groetzki“-Sprechchöre durch die gesamte SAP Arena.
Hannover kämpfte sich zurück ins Spiel
Trotz des zwischenzeitlichen Rückstands gab sich die TSV Hannover-Burgdorf nicht geschlagen. Mike Jensen, der zwischenzeitlich für einen gehaltenen Siebenmeter eingewechselt worden war, zeigte mehrere starke Paraden. Dennoch verloren die Löwen zunehmend ihre spielerische Leichtigkeit.
Die Gäste nutzten diese Phase konsequent aus. Jonathan Edvardsson erzielte in der 56. Minute den Ausgleich zum 25:25 und sorgte damit erstmals seit der 23. Spielminute wieder für einen Gleichstand.
In der Schlussphase entwickelte sich ein hochspannender Schlagabtausch. Beide Mannschaften wechselten sich mit Treffern ab und schenkten sich nichts mehr.
Videobeweis besiegelte Löwen-Sieg
Nach einer weiteren starken Parade von Mike Jensen bot sich den Rhein-Neckar Löwen die Chance, entscheidend davonzuziehen. Doch Hannover blieb hartnäckig. Nachdem Juan Carlos Pastor auf den siebten Feldspieler gesetzt hatte, erzielte Leif Tissier den erneuten Ausgleich.
20 Sekunden vor dem Ende schlug dann die Stunde von Edwin Aspenbäck. Der Rückraumspieler brachte die Löwen mit seinem Treffer erneut in Führung. Doch die Gäste hatten noch einen letzten Angriff.
Daniel Weber traf zwar vermeintlich zum Ausgleich, doch nach Überprüfung der Videobilder entschieden die Schiedsrichter, dass der Ball erst nach Ablauf der Spielzeit die Torlinie überquert hatte. Der Treffer wurde nicht anerkannt. Auch der anschließende direkte Freiwurf blieb im Block hängen.
Damit war der dramatische 29:28-Heimsieg perfekt. Die Rhein-Neckar Löwen verabschiedeten Vereinsikone Patrick Groetzki mit einem emotionalen Erfolgserlebnis und sorgten für einen unvergesslichen Abend in der SAP Arena.
Stimmen und Emotionen prägen den Saisonabschluss
Mit dem knappen Erfolg beendeten die Rhein-Neckar Löwen ihr letztes Heimspiel der Bundesliga-Saison 2025/26 erfolgreich. Der Abend gehörte jedoch vor allem Patrick Groetzki. Nach fast zwei Jahrzehnten im Trikot der Löwen verabschiedete sich der Rekordspieler vor heimischem Publikum mit einem Sieg, der an Dramatik kaum zu überbieten war.
Die Mischung aus sportlicher Spannung, emotionalen Momenten und einem Herzschlagfinale machte den Abend zu einem der denkwürdigsten Heimspiele der vergangenen Jahre.