E-Scooter bis 85 km/h, Drogenverdacht und gestohlenes Fahrzeug: Polizei zieht Bilanz in Wiesbaden
Wiesbaden. Ein mutmaßlich auf bis zu 85 km/h manipulierter E-Scooter, mehrere Fahrten unter dem Einfluss berauschender Mittel, ein Angriff mit einer Glasflasche sowie zwei Einbrüche beschäftigen derzeit die Polizei in Wiesbaden. Bei umfangreichen E-Scooter-Kontrollen in Mainz-Kastel stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Verstöße fest und beschlagnahmten mehrere Fahrzeuge. Besonders auffällig war ein erst 16 Jahre alter Fahrer.
Daneben ermittelt die Polizei nach einer Auseinandersetzung in der Murnaustraße sowie einem gefährlichen Vorfall in der Kirchgasse, bei dem Teile einer Schaufensterpuppe von einem Gebäudedach in die Fußgängerzone geworfen wurden.
16-Jähriger mit mutmaßlich bis zu 85 km/h schnellem E-Scooter
Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, führte die Polizeidirektion Wiesbaden umfangreiche Kontrollen mit Schwerpunkt auf Elektrokleinstfahrzeugen durch.
Zwischen 12 und 14.45 Uhr sowie erneut von 16 bis 18.45 Uhr kontrollierten die Einsatzkräfte im Bereich der Theodor-Heuss-Brücke und des Bahnhofs Mainz-Kastel insgesamt 30 E-Scooter sowie mehrere Fahrräder.
Besonders auffällig war ein 16-jähriger E-Scooter-Fahrer, der den Beamten wegen seiner deutlich erhöhten Geschwindigkeit auffiel.
Bei der anschließenden Kontrolle ergaben sich Hinweise darauf, dass der technisch veränderte E-Scooter möglicherweise eine Geschwindigkeit von bis zu 85 km/h erreichen kann.
Das Fahrzeug wurde sichergestellt und soll nun technisch untersucht werden.
Ermittlungsverfahren gegen Jugendlichen und Erziehungsberechtigte
Gegen den 16-Jährigen leitete die Polizei unter anderem ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ein.
Auch gegen die Halterin des E-Scooters, bei der es sich nach Angaben der Polizei um die Erziehungsberechtigte des Jugendlichen handelt, wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Sie soll dem 16-Jährigen das Fahrzeug zur Verfügung gestellt haben. Im Raum steht deshalb der Verdacht des Zulassens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis.
Verdacht auf Heroin bei E-Scooter-Fahrer
Bei den Kontrollen stellten die Beamten zahlreiche weitere Verstöße fest.
Unter anderem wurden Ermittlungsverfahren wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie wegen des Verdachts der Urkundenfälschung eingeleitet.
Bei einem E-Scooter-Fahrer bestand zudem der Verdacht, dass er unter dem Einfluss von Heroin unterwegs war.
Darüber hinaus stellten die Einsatzkräfte vier weitere Fahrten unter dem Einfluss berauschender Mittel fest. In diesen Fällen wurden durch einen Arzt Blutentnahmen durchgeführt.
Gestohlener E-Scooter sichergestellt
Weitere Verstöße betrafen unter anderem:
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das Fahren zu zweit auf einem E-Scooter
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fehlende Versicherungskennzeichen
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erloschene Betriebserlaubnisse
Im Rahmen der Kontrollen stießen die Beamten außerdem auf einen E-Scooter, der zuvor als gestohlen gemeldet und zur Fahndung ausgeschrieben worden war.
Das Fahrzeug wurde sichergestellt. Auch weitere Fahrzeuge nahm die Polizei aus dem Verkehr.
Die Polizei kündigte an, die Schwerpunktkontrollen auch künftig fortzusetzen.
18-Jähriger mit Glasflasche am Kopf verletzt
Bereits am Donnerstagabend kam es gegen 20 Uhr in der Murnaustraße in Wiesbaden-Südost zu einer körperlichen Auseinandersetzung.
Nach bisherigen Erkenntnissen geriet ein 18-Jähriger zunächst mit einem bislang unbekannten Mann in einen verbalen Streit.
Im weiteren Verlauf soll der Unbekannte eine Glasflasche gegen den Kopf des jungen Mannes geworfen haben.
Der 18-Jährige stürzte daraufhin zu Boden und wurde verletzt.
Der Tatverdächtige flüchtete anschließend in unbekannte Richtung.
Polizei veröffentlicht Beschreibung des Tatverdächtigen
Der gesuchte Mann wird auf etwa 18 Jahre geschätzt und soll ungefähr 1,80 bis 1,85 Meter groß sein.
Er war auffällig hell gekleidet und trug:
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eine weiße Jogginghose
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eine weiße Mütze
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eine beige Bauchtasche
Hinweise nimmt die Polizei Wiesbaden unter 0611 345-0 entgegen.
Teile einer Schaufensterpuppe vom Dach in Fußgängerzone geworfen
Für einen weiteren Polizeieinsatz sorgte am Donnerstagnachmittag ein Vorfall in der Wiesbadener Innenstadt.
Gegen 16.50 Uhr sollen mehrere männliche Personen vom Dach eines Kaufhauses in der Kirchgasse abgebrochene Teile einer Schaufensterpuppe in Richtung der Fußgängerzone geworfen haben.
Nach Angaben der Polizei wurde dabei glücklicherweise niemand verletzt.
Die Ermittlungen zu den bislang unbekannten Tätern dauern an.
Zeugen werden gebeten, sich unter 0611 345-0 bei der Polizei zu melden.
Zwei Einbrüche im Wiesbadener Stadtgebiet
Auch wegen zweier Einbrüche ermittelt die Polizei.
Zwischen Donnerstagmorgen, 3.30 Uhr, und 9.30 Uhr verschafften sich Unbekannte Zugang zu einem Geschäft in der Dotzheimer Straße.
Die Täter beschädigten eine Fensterscheibe und entwendeten mehrere Waren aus der Auslage. Anschließend flüchteten sie unerkannt.
Bargeld und Schmuck aus Wohnung in Biebrich gestohlen
In Wiesbaden-Biebrich gelangten unbekannte Täter zwischen dem 3. und 15. Oktober in eine Wohnung in der Weißenseestraße.
Nach Angaben der Polizei kamen die Täter über die Wohnungseingangstür in die Räumlichkeiten.
Aus der Wohnung wurden Bargeld und Schmuck gestohlen.
Sachschaden entstand nach bisherigen Erkenntnissen nicht.
Auch in diesen Fällen bittet die Polizei mögliche Zeugen oder Personen mit verdächtigen Beobachtungen um Hinweise unter 0611 345-0.