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Verbraucherschutz: Kostenfalle Nachsendeauftrag – So erkennen Sie unseriöse Internetangebote

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Warnung vor Kostenfalle beim Nachsendeauftrag: LKA und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz schlagen Alarm

Rheinland-Pfalz. Wer nach einem Umzug einen Nachsendeauftrag für seine Post einrichten möchte, sollte bei der Online-Suche besonders vorsichtig sein. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz (LKA) und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnen aktuell vor kostenpflichtigen Internetangeboten privater Drittanbieter, die Verbraucherinnen und Verbraucher mit täuschend echt gestalteten Webseiten in die Irre führen. In zahlreichen Fällen mussten bereits Strafanzeigen aufgenommen werden.

Täuschend echte Internetseiten vermitteln offiziellen Eindruck

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden suchen viele Betroffene über Suchmaschinen nach einem Nachsendeauftrag der Deutschen Post. Statt auf das offizielle Angebot gelangen sie jedoch auf professionell gestaltete Internetseiten privater Anbieter, deren Design, Farbgebung und Aufbau bewusst den Eindruck eines offiziellen Services vermitteln.

Zu den bislang bekannt gewordenen Internetseiten gehören unter anderem:

  • nachsendeauftrag.services
  • nachsendung.online

Die Betreiber dieser Webseiten bieten jedoch keinen eigenen Nachsendeservice an. Stattdessen übernehmen sie lediglich die Vermittlung des Auftrags an die Deutsche Post – verlangen dafür allerdings teilweise ein Vielfaches des eigentlichen Preises.

Mehr als 100 Euro für eine Leistung, die deutlich günstiger erhältlich ist

Nach Angaben der Ermittler mussten Verbraucher in mehreren bekannten Fällen über 100 Euro für einen Nachsendeauftrag mit einer Laufzeit von sechs Monaten bezahlen.

Zum Vergleich: Der offizielle Nachsendeservice der Deutschen Post kostet bei einer Online-Beauftragung derzeit 31,90 Euro.

Der erhebliche Preisunterschied entsteht dadurch, dass die Drittanbieter lediglich als Vermittler auftreten. Die eigentliche Nachsendung wird ausschließlich von der Deutschen Post durchgeführt.

Auch die Deutsche Post warnt ausdrücklich

Mittlerweile warnt auch die Deutsche Post selbst vor dieser Masche. Nach Schätzungen des Unternehmens werden jährlich rund 350.000 Nachsendeaufträge über kostenpflichtige Drittanbieter abgeschlossen.

Die Deutsche Post stellt klar, dass keine Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen besteht und sie weder wirtschaftlich noch organisatorisch von deren Geschäftsmodell profitiert.

So schützen Sie sich vor der Kostenfalle

Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und die Verbraucherzentrale geben Verbrauchern mehrere Empfehlungen, um nicht auf überteuerte Vermittlungsangebote hereinzufallen:

  • Rufen Sie den Nachsendeservice möglichst direkt über die offizielle Internetseite der Deutschen Post auf und verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Suchmaschinen oder Werbeanzeigen.
  • Kontrollieren Sie die Internetadresse sorgfältig. Offizielle Angebote sind eindeutig an der Domain der Deutschen Post zu erkennen.
  • Vergleichen Sie vor Abschluss eines Vertrags die angegebenen Preise.
  • Lesen Sie Impressum und Anbieterinformationen aufmerksam. Einige Anbieter haben ihren Unternehmenssitz im Ausland, wodurch die Durchsetzung möglicher Ansprüche erschwert werden kann.
  • Lassen Sie sich nicht von professionellem Design oder der typischen gelben Farbgestaltung täuschen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Wer bereits unbeabsichtigt einen kostenpflichtigen Vertrag mit einem Drittanbieter abgeschlossen hat, sollte den Sachverhalt möglichst zeitnah rechtlich prüfen lassen. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale können – abhängig vom jeweiligen Einzelfall – verbraucherrechtliche Ansprüche bestehen.

Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz empfiehlt außerdem, bei Verdacht auf eine Täuschung den Vorfall der Polizei zu melden und sich zusätzlich an die Verbraucherzentrale zu wenden.

Fazit

Gerade nach einem Umzug erledigen viele Menschen organisatorische Aufgaben unter Zeitdruck. Genau dieses Verhalten nutzen unseriöse Vermittlungsdienste aus. Wer einen Nachsendeauftrag online beantragen möchte, sollte deshalb besonders sorgfältig auf die Internetadresse achten und Angebote vergleichen. Bereits wenige Minuten Aufmerksamkeit können Verbraucher vor unnötigen Mehrkosten von mehreren Dutzend Euro schützen.

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