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Waldbrand bei Ottweiler: 510 Einsatzkräfte kämpfen 22 Stunden gegen die Flammen

Quelle: Feuerwehren Landkreis Neunkirchen
Quelle: Feuerwehren Landkreis Neunkirchen

Ottweiler. Ein großer Waldbrand am Wingertsweiher zwischen Ottweiler und Steinbach hat über viele Stunden hinweg einen der umfangreichsten Feuerwehreinsätze der Region ausgelöst. Rund 510 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Deutschem Roten Kreuz, Technischem Hilfswerk, Polizei, Energieversorger und Bauhof waren seit Donnerstagnachmittag (13. August 2026) im Einsatz. Erst am Freitag kurz nach 14 Uhr – nach rund 22 Stunden – konnte die Feuerwehr die Einsatzstelle an den Forst übergeben.

Die schwierige Geländesituation, eine aufwendige Löschwasserversorgung und zahlreiche versteckte Glutnester stellten die Einsatzkräfte vor erhebliche Herausforderungen. Ein Camping- beziehungsweise Wohnwagenstellplatz sowie eine angrenzende Gaststätte mussten vorsorglich evakuiert werden. Mehrere Feuerwehrkräfte benötigten medizinische Hilfe.

Riesige Rauchwolke schon aus der Ferne sichtbar

Gegen 16:10 Uhr wurde die Feuerwehr Ottweiler am Donnerstag zu einem Brand in einem Waldstück am Wingertsweiher alarmiert. Bereits während der Anfahrt war eine weithin sichtbare Rauchwolke über dem Gebiet zu erkennen.

Aufgrund der schnellen Ausbreitung des Feuers wurde frühzeitig deutlich, dass umfangreiche Unterstützung erforderlich sein würde. Weitere Einheiten wurden nachalarmiert und zusätzliche Spezialfahrzeuge zur Einsatzstelle beordert.

Insbesondere geländegängige Tanklöschfahrzeuge spielten bei der Brandbekämpfung eine wichtige Rolle. Das weitläufige und teilweise nur schwer zugängliche Waldgebiet erschwerte es den Einsatzkräften, sämtliche Brandstellen schnell zu erreichen.

Kilometerlange Schlauchleitungen für Löschwasser

Eine der größten Herausforderungen stellte die Versorgung mit ausreichend Löschwasser dar. Über mehrere Kilometer mussten Schlauchleitungen verlegt werden, damit kontinuierlich Wasser bis in das Brandgebiet gefördert werden konnte.

Zur Unterstützung wurden unter anderem der Wasserförderzug und der Waldbrandzug des Landkreises Neunkirchen eingesetzt.

Zusätzliche Einsatzkräfte sowie Spezialfahrzeuge kamen aus dem Landkreis St. Wendel und dem Saarpfalz-Kreis. Auch Katastrophenschutzeinheiten aus den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel unterstützten die Arbeiten.

Drohnen liefern Bilder aus dem Brandgebiet

Um einen Überblick über das große und unübersichtliche Einsatzgebiet zu erhalten, setzte die Einsatzleitung mehrere Drohneneinheiten ein.

Die Luftaufnahmen halfen dabei, die Ausbreitung des Feuers zu beurteilen, gefährdete Bereiche zu erkennen und die zahlreichen Einsatzkräfte gezielt zu koordinieren.

Nach mehreren Stunden intensiver Löscharbeiten gelang es schließlich, eine weitere Ausbreitung des Waldbrandes zu verhindern. Entwarnung bedeutete dies allerdings noch lange nicht. Im Waldboden und an schwer erreichbaren Stellen bestanden weiterhin zahlreiche Glutnester.

Campingplatz und Gaststätte vorsorglich evakuiert

Aufgrund der Entwicklung des Brandes und der starken Rauchentwicklung mussten ein nahegelegener Camping- beziehungsweise Wohnwagenstellplatz und eine unmittelbar angrenzende Gaststätte vorsorglich geräumt werden.

Die Polizei unterstützte die Einsatzkräfte bei den Evakuierungsmaßnahmen.

Die Bevölkerung wurde gleichzeitig vor der massiven Rauchentwicklung gewarnt. Anwohner sollten:

  • Fenster und Türen geschlossen halten,
  • Klima- und Lüftungsanlagen abschalten,
  • den Bereich rund um die Einsatzstelle weiträumig meiden.

Die Rauchwolke war zeitweise weit über den Landkreis Neunkirchen hinaus sichtbar.

B420 vollständig gesperrt

Für die Dauer des Einsatzes musste die Bundesstraße 420 ebenso wie die Zufahrt zum Wingertsweiher vollständig gesperrt werden.

Die Sperrungen waren notwendig, um den zahlreichen Einsatzfahrzeugen ausreichend Platz zu verschaffen und gleichzeitig eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern durch Rauch und Einsatzmaßnahmen auszuschließen.

Feuerwehrleute medizinisch versorgt

Die hohen Temperaturen, die Rauchentwicklung und die körperlich anspruchsvollen Arbeiten im Gelände forderten auch ihren Tribut bei den Einsatzkräften.

Mehrere Feuerwehrangehörige mussten durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt werden. Eine Einsatzkraft wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Löscharbeiten gehen die gesamte Nacht weiter

Auch mit Einbruch der Dunkelheit konnte der Einsatz nicht reduziert werden. Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützte die Feuerwehr und leuchtete Teile der weitläufigen Einsatzstelle aus. Dadurch konnten die Löscharbeiten auch während der Nacht unter möglichst sicheren Bedingungen fortgesetzt werden.

Das Deutsche Rote Kreuz übernahm neben der medizinischen Absicherung auch Aufgaben bei der Versorgung und Verpflegung der zahlreichen Einsatzkräfte.

Die gesamte Nacht hindurch suchten Feuerwehrleute nach Glutnestern und löschten diese ab. Ziel war es, ein erneutes Aufflammen und eine weitere Ausbreitung des Waldbrandes zu verhindern.

Schweres Gerät unterstützt Einsatz am Freitagmorgen

Am frühen Freitagmorgen gingen die Arbeiten weiter. Dabei kam auch schweres Gerät zum Einsatz. Gemeinsam mit dem Saar-Forst wurden weitere versteckte Glutnester gesucht und bekämpft.

Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die Mittagsstunden.

Aufgrund des großen öffentlichen und medialen Interesses wurde zusätzlich der Fachzug Presse- und Medienarbeit des Landkreises Neunkirchen in die Einsatzorganisation eingebunden.

Politische Vertreter machen sich vor Ort ein Bild

Während des Großeinsatzes informierten sich unter anderem Landrat Sören Meng, Bürgermeister Holger Schäfer, Minister Reinhold Jost, Landesbrandinspekteur Timo Meyer, dessen ständiger Vertreter Sebastian Quinten sowie Kreisbrandmeister Sascha Cattarius vor Ort über die Lage.

Die Einsatzleitung lag bei Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack.

Nach 22 Stunden: Feuerwehr übergibt Brandgebiet an den Forst

Am Freitag (14. August) konnte schließlich ein entscheidender Schritt gemeldet werden: Kurz nach 14 Uhr und damit rund 22 Stunden nach Beginn des Einsatzes übergab die Feuerwehr die Einsatzstelle an den zuständigen Forst.

Damit waren die Arbeiten für die Feuerwehren jedoch noch nicht vollständig beendet.

Nach einem Einsatz dieser Größenordnung mussten kilometerlange Schlauchleitungen zurückgebaut, Fahrzeuge neu bestückt und zahlreiche Geräte, Schläuche sowie weitere Ausrüstungsgegenstände gereinigt, kontrolliert und gewartet werden.

Gleichzeitig galt es, möglichst schnell die vollständige Einsatzbereitschaft für mögliche weitere Alarmierungen wiederherzustellen.

510 Kräfte organisationsübergreifend im Einsatz

Insgesamt waren rund 510 Einsatzkräfte und Helfer in die Bekämpfung des Waldbrandes und die damit verbundenen Maßnahmen eingebunden. Beteiligt waren unter anderem Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, DRK, THW, Polizei, Energieversorger und Bauhof.

Der Großeinsatz verdeutlichte insbesondere die Bedeutung einer funktionierenden Zusammenarbeit über Gemeinde-, Landkreis- und Organisationsgrenzen hinweg.

Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack dankte den beteiligten Einsatzkräften und Organisationen für die professionelle Zusammenarbeit und den hohen persönlichen Einsatz. Sein Dank galt ebenfalls der Bevölkerung für das Verständnis und die Beachtung der Warnungen, Evakuierungen und Straßensperrungen.

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