Urlaub in Hurghada: Eine Begegnung, die unseren Ägypten-Urlaub unvergesslich machte
Hurghada. Zwei Wochen Auszeit unter der Sonne Ägyptens – genau das hatte sich unser Redakteur nach den vergangenen arbeitsreichen Monaten verdient. Die Reise führte in eine der traditionsreichsten Hotelanlagen Hurghadas, die bereits seit über 40 Jahren besteht und damit zu den ersten Hotels am traumhaften Sandstrand des beliebten Urlaubsortes zählt. Über das Hotel selbst werden wir in einem gesonderten Bericht ausführlich berichten.
Doch oft sind es nicht die Hotels oder Sehenswürdigkeiten, die einen Urlaub unvergesslich machen – sondern die Menschen, die man unterwegs kennenlernt.
Ein Schnorchelausflug mit überraschender Wendung
Auf dem Programm stand zunächst ein klassischer Schnorchelausflug. Das Boot steuerte eines der für Touristen freigegebenen Korallenriffe an. Natürlich kann ein solcher Schnorchelspot einen echten Tauchgang nicht ersetzen, dennoch bietet das Riff einen beeindruckenden Einblick in die Unterwasserwelt des Roten Meeres.
Noch bevor das Boot das Riff erreichte, wartete bereits das erste Highlight: Mehrere Delfine tauchten neben dem Boot auf und schwammen ein Stück gemeinsam mit den Ausflugsgästen – ein Moment, den wohl niemand an Bord so schnell vergessen wird.
Während der Fahrt kamen wir mit Kapitän Mohamed ins Gespräch. Seit rund 30 Jahren fährt er als Kapitän auf dem Roten Meer und kennt nahezu jede Bucht und jedes Riff entlang der Küste von Hurghada. Als das Gespräch auf meine eigene Zeit bei der Marine kam war das Eis endgültig gebrochen. Plötzlich wurde aus einem lockeren Gespräch ein intensiver Austausch über Seefahrt, Navigation und das Leben auf dem Wasser.
Einladung in das echte Hurghada
Noch am selben Abend überraschte Mohamed uns mit einer Einladung. Er wolle uns nicht das touristische Hurghada zeigen, sondern die Stadt, in der die Einheimischen leben, einkaufen und ihren Alltag verbringen.
Gemeinsam mit meiner Familie holte er uns am Hotel ab. Nach einiger Fahrt bog er schließlich in eine kleine Seitenstraße fernab der bekannten Touristenmeilen ein. Dort parkte er vor einem unscheinbaren Lokal.
Von außen machte das Restaurant keinen besonderen Eindruck. Ehrlich gesagt wurde mir in diesem Moment etwas mulmig. Man fragt sich schließlich automatisch, worauf man sich gerade eingelassen hat.
Wir betraten das Lokal, bestellten zunächst eine Cola – umgerechnet gerade einmal rund 30 Cent – und warteten ab.
Herzliche Begegnung statt Touristenfalle
Nur wenige Minuten später betraten weitere deutschsprachige Gäste das Restaurant und luden uns spontan an ihren Tisch ein.
Dabei lernten wir Nadja kennen – die Inhaberin des Pita Sphinx Restaurant.
Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich ein herzliches Gespräch. Genau diese Offenheit und Gastfreundschaft hatten wir in dieser Form bislang noch nicht erlebt.
Nadja stammt ursprünglich aus Wien und lebt seit vielen Jahren in Hurghada. Seit rund fünf Jahren führt sie das Restaurant in Eigenregie – trotz aller Herausforderungen, die eine Selbstständigkeit in Ägypten mit sich bringt.
Besonders beeindruckt hat uns dabei nicht nur die Gastfreundschaft, sondern auch das Konzept des Restaurants. Hier wird alles frisch zubereitet. Ein großer Cheeseburger mit Pommes und Salat kostet beispielsweise lediglich rund fünf Euro.
Ehrliche Hilfe statt schneller Profit
Wie ehrlich es Nadja mit ihren Gästen meint, zeigte sich bereits am nächsten Tag.
Wir waren zu einer privaten Geburtstagsfeier eingeladen worden – eine Absage war ausdrücklich nicht erwünscht. Leider wurde meine Frau kurzfristig krank und litt unter Übelkeit und starken Kopfschmerzen.
Ich fuhr dennoch allein zur Feier, wo Mohamed mich bereits erwartete.
Als Nadja nach meiner Frau fragte und ich ihr erklärte, dass sie krank im Hotel liege, griff sie sofort zum Telefon und organisierte Hilfe.
Ich wollte die Medikamente selbst besorgen. Ihre Antwort war bemerkenswert:
"Nein, Touristen zahlen oft das Zehnfache und bekommen beim ersten Mal häufig nicht einmal die Medikamente, die Einheimische erhalten."
Kurz darauf kam der Sohn von Mohamed vorbei, fuhr mit mir zu einer Apotheke und sorgte dafür, dass wir die passenden Medikamente zu den üblichen einheimischen Preisen erhielten. Anschließend brachte er mich wieder zurück zum Hotel.
Eine Selbstverständlichkeit war das keineswegs – vielmehr ein Beispiel dafür, wie ehrlich und hilfsbereit Menschen sein können, die man erst wenige Stunden zuvor kennengelernt hat.
Unsere Empfehlung für Hurghada
Wer während seines Aufenthalts in Hurghada einmal abseits der touristischen Restaurants essen möchte und Wert auf frische Küche sowie faire Preise legt, dem können wir das Pita Sphinx Restaurant guten Gewissens empfehlen.
Das Restaurant befindet sich in einer Seitenstraße im Stadtgebiet von Hurghada und wird vor allem von Einheimischen sowie Stammgästen besucht. Ein weiterer Vorteil: Das PITA hat rund um die Uhr geöffnet. Zudem gehört es zu den wenigen Lokalen in Hurghada, in denen auch alkoholische Getränke erhältlich sind – beispielsweise eine Flasche Ouzo zu einem vergleichsweise günstigen Preis.
Unser Fazit: Es sind nicht immer die luxuriösen Hotels oder spektakulären Ausflüge, die einen Urlaub unvergesslich machen. Manchmal sind es Begegnungen mit Menschen, die mit ehrlicher Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit zeigen, warum man ein Land noch lange nach der Reise in bester Erinnerung behält.