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VfB Stuttgart schlägt 1. FC Köln klar mit 4:1 – Traumtor krönt starken Auftritt

VfB Stuttgart schlägt 1. FC Köln klar mit 4:1 – Traumtor krönt starken Auftritt
Ralf Brück

Der VfB Stuttgart hatte seine Niederlage zum Bundesliga-Auftakt eindrucksvoll korrigiert. Gegen den 1. FC Köln setzten sich die Schwaben mit 4:1 durch und feierten damit ihren ersten Saisonsieg. Nach einer dominanten ersten Halbzeit geriet Stuttgart unmittelbar nach der Pause allerdings erheblich unter Druck. Torhüter Fabian Bredlow verhinderte mehrfach den Ausgleich, ehe Grischa Prömel mit dem 2:0 die stärkste Kölner Phase beendete. In der Nachspielzeit sorgte Josha Vagnoman mit einem sehenswerten Volley für den spektakulären Schlusspunkt.

Der VfB hatte von Beginn an deutlich gemacht, dass die Auftaktniederlage schnell vergessen gemacht werden sollte. Im gewohnten 4-2-3-1 übernahm Stuttgart die Kontrolle, ließ den Ball schnell laufen und setzte die Kölner Defensive früh unter Druck.

Der 1. FC Köln war nach seinem 3:2-Erfolg gegen Hoffenheim mit Selbstvertrauen angereist, musste jedoch auf wichtige Offensivkräfte verzichten. El Mala fehlte erkältet, Dallinga musste aufgrund eines Magen-Darm-Infekts passen. Für die fehlende Nummer zehn rückte Maina in die Anfangsformation.

Zunächst spielte sich das Geschehen allerdings fast ausschließlich in Richtung des Kölner Tores ab.

Stuttgart vergibt früh mehrere Großchancen

Bereits in der neunten Minute hätte der VfB in Führung gehen können. Nach einer starken Hereingabe von El Khannouss kam Vagnoman aus kürzester Entfernung zum Abschluss, setzte den Ball jedoch an die Unterkante der Latte.

Nur sechs Minuten später rettete erneut das Aluminium für Köln. Pejcinovic setzte einen wuchtigen Kopfball an den Querbalken und verpasste damit ebenfalls die Führung.

Stuttgart blieb dominant und erspielte sich weitere Möglichkeiten. VfB-Kapitän Deniz Undav prüfte Marvin Schwäbe in der 19. Minute, doch der Kölner Schlussmann war zur Stelle. Wenig später musste Schwäbe auch bei einem abgefälschten Abschluss von Prömel eingreifen und verhinderte erneut das 0:1 aus Sicht der Gäste.

Der FC hatte vor allem im eigenen Spielaufbau Schwierigkeiten. Stuttgart setzte früh nach, provozierte Fehler und ließ den Kölnern nur wenig Zeit für einen geordneten Aufbau.

El Khannouss erzielt die überfällige Führung

In der 39. Minute belohnten sich die Schwaben schließlich.

El Khannouss nutzte die fehlende Abstimmung in der Kölner Defensive, setzte sich im Dribbling gegen mehrere Gegenspieler durch und zog anschließend ab. Sein Schuss wurde von Mensah noch abgefälscht und schlug im linken unteren Eck ein.

Das 1:0 war zu diesem Zeitpunkt hochverdient.

Köln hatte offensiv bis zur Pause nur wenig entgegenzusetzen. Ein abgefälschter Distanzversuch von Jan Thielmann in der 43. Minute sorgte zwar noch einmal für Gefahr, änderte aber nichts an der Stuttgarter Führung.

Auch die statistischen Werte spiegelten die Kräfteverhältnisse der ersten Hälfte wider. Stuttgart hatte sich bis zur Pause einen xGoals-Wert von 1,84 erspielt, Köln kam lediglich auf 0,17. Dass der VfB nur mit einem Treffer Vorsprung in die Kabine ging, ließ den Gästen damit weiterhin alle Möglichkeiten.

Köln kommt wie verwandelt aus der Kabine

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild überraschend deutlich.

FC-Trainer René Wagner reagierte mit einem Doppelwechsel und brachte den erst 19 Jahre alten Neuzugang Moore sowie Rückkehrer Ellyes Skhiri in die Begegnung. Die Veränderungen zeigten sofort Wirkung.

Plötzlich war es Köln, das Stuttgart unter erheblichen Druck setzte und sich innerhalb weniger Minuten mehrere hochkarätige Möglichkeiten erspielte.

Bereits in der 47. Minute hatte Skhiri den Ausgleich auf dem Fuß. Aus kurzer Entfernung kam der Mittelfeldspieler zum Abschluss, scheiterte jedoch am stark reagierenden Fabian Bredlow.

Auch Moore machte bei seinem Debüt unmittelbar auf sich aufmerksam. Der 19-Jährige brachte viel Tempo in die Kölner Offensive und zwang Bredlow in der 53. Minute zu einer Fußabwehr. Fast zeitgleich versuchte es Krauß, traf jedoch lediglich das Außennetz.

Bredlow verhindert mehrfach den Kölner Ausgleich

Die stärkste Phase der Gäste war damit noch nicht beendet.

Erneut stand Moore im Mittelpunkt. Der junge Offensivspieler tauchte gefährlich vor dem Stuttgarter Tor auf, fand aber auch diesmal in Bredlow seinen Meister. Beim anschließenden Nachschuss von Ache griff Vagnoman entscheidend ein und verhinderte den Ausgleich.

Stuttgart hatte in diesen Minuten erhebliche Schwierigkeiten, wieder Kontrolle über die Begegnung zu bekommen. Der Vorsprung wackelte, Köln drängte mit Nachdruck auf das 1:1.

Ausgerechnet mitten in dieser Kölner Druckphase schlugen die Schwaben jedoch eiskalt zu.

Prömel beendet Kölner Druckphase mit dem 2:0

In der 60. Minute spielte Stuttgart einen seiner wenigen konsequent vorgetragenen Angriffe nach der Pause sauber zu Ende.

Maximilian Mittelstädt brachte den Ball in die Mitte, wo Grischa Prömel aus dem Rückraum zum Abschluss kam. Prömel nahm die Hereingabe direkt und setzte den Ball hoch ins Netz.

Das 2:0 kam angesichts der vorherigen Kölner Chancen zu einem für den FC äußerst bitteren Zeitpunkt.

Für Stuttgart entwickelte sich der Treffer zum Befreiungsschlag. Die Schwaben gewannen wieder Sicherheit, während der Schwung der Kölner zunehmend verloren ging.

Demirovic sorgt für die Vorentscheidung

Eine Viertelstunde später fiel die vermeintliche endgültige Entscheidung.

Der eingewechselte Ermedin Demirovic setzte zu einem starken Solo an und vollendete seine Einzelaktion aus spitzem Winkel. Der Ball ging an Schwäbe vorbei ins Tor – Stuttgart führte in der 75. Minute mit 3:0.

Spätestens jetzt schien die Partie entschieden.

Köln gab sich dennoch nicht vollständig geschlagen. Erneut war der auffällige Moore an einer gefährlichen Aktion beteiligt. Nach seiner Vorarbeit kam Bülter aus kurzer Distanz an den Ball und brachte ihn über die Linie.

Der Treffer wurde letztlich als Eigentor von Hendriks gewertet, der den Ball zuletzt berührt hatte. Köln verkürzte damit in der 81. Minute auf 1:3.

Für eine echte Aufholjagd reichte es jedoch nicht mehr.

Vagnoman setzt mit Traumtor den Schlusspunkt

Stuttgart ließ sich vom Gegentreffer nicht mehr aus der Ruhe bringen. Die Schwaben kontrollierten die verbleibenden Minuten und verhinderten, dass Köln noch einmal ernsthaft Spannung erzeugen konnte.

In der ersten Minute der Nachspielzeit folgte schließlich der spektakulärste Treffer des Abends.

Josha Vagnoman nahm den Ball aus der Distanz volley und setzte seinen Abschluss sehenswert in den rechten oberen Winkel. Schwäbe war ohne Abwehrchance.

Mit dem Traumtor zum 4:1 krönte Vagnoman einen überzeugenden Stuttgarter Auftritt.

VfB Stuttgart feiert ersten Bundesliga-Sieg der Saison

Nach der Auftaktniederlage hatte der VfB Stuttgart damit die passende Reaktion gezeigt und seinen ersten Sieg der neuen Bundesliga-Saison eingefahren.

Das deutliche Endergebnis spiegelte allerdings nicht jede Phase der Begegnung wider. Während Stuttgart die erste Halbzeit klar beherrschte und schon vor der Pause höher hätte führen können, war Köln nach dem Seitenwechsel zunächst die gefährlichere Mannschaft.

Vor allem Bredlow hatte mit mehreren starken Paraden entscheidenden Anteil daran, dass der VfB in der Kölner Drangphase nicht den Ausgleich kassierte. Das 2:0 durch Prömel veränderte anschließend die Partie entscheidend.

Beim 1. FC Köln blieb trotz der Niederlage insbesondere das Debüt des erst 19-jährigen Moore in Erinnerung. Der Neuzugang brachte nach seiner Einwechslung sofort Tempo und Gefahr in die Offensive und war an mehreren der besten Kölner Szenen beteiligt.

Am Ende setzte sich jedoch die größere Effizienz der Stuttgarter durch. Mit vier Treffern, einer über weite Strecken spielerisch überzeugenden Vorstellung und Vagnomans Traumtor zum Abschluss feierte der VfB einen deutlichen 4:1-Erfolg.

Tore: 1:0 El Khannouss (39.), 2:0 Prömel (60.), 3:0 Demirovic (75.), 3:1 Hendriks (Eigentor, 81.), 4:1 Vagnoman (90.+1).


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