Deutschland gegen Griechenland 0:1: Historische DFB-Pleite bei Klopps Heimdebüt
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Bitterer Abend für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und Jürgen Klopp: Die DFB-Elf verlor am Sonntagabend ihr zweites Spiel in der UEFA Nations League gegen Griechenland mit 0:1 (0:0). Ausgerechnet bei Klopps erstem Heimspiel als Bundestrainer kassierte Deutschland damit einen empfindlichen Rückschlag. Dimitrios Kourbelis erzielte in der 74. Minute den entscheidenden Treffer und bescherte Griechenland den ersten Sieg überhaupt gegen die deutsche Nationalmannschaft.
Dabei hatte Deutschland über weite Strecken deutlich mehr Ballbesitz und bestimmte das Geschehen in der WWK Arena in Augsburg. Doch gegen die kompakte und zweikampfstarke griechische Defensive fand die DFB-Auswahl zu selten die entscheidende Lücke. Griechenland nutzte dagegen eine seiner wenigen Möglichkeiten und schrieb damit Fußballgeschichte.
Nach dem 1:1 zum Auftakt gegen die Niederlande blieb Deutschland auch im zweiten Nations-League-Spiel unter Klopp ohne Sieg.
Klopp änderte seine Startelf auf fünf Positionen
Bundestrainer Jürgen Klopp hatte nach dem 1:1 in Amsterdam kräftig durchgewechselt und seine Mannschaft auf gleich fünf Positionen verändert.
Für Marc-André ter Stegen, Nico Schlotterbeck, Philipp Treu, Nadiem Amiri und den verletzten Kai Havertz rückten Alexander Nübel, Yann Bisseck, Josha Vagnoman, Bambasé Conté und Younes Ebnoutalib in die Startformation.
Deutschland begann mit:
Nübel – Bisseck, Tah, Kimmich, Vagnoman, Brown – Nmecha, Conté – Schade, Adeyemi – Ebnoutalib.
Besonders im Fokus stand Debütant Bambasé Conté, der erstmals von Beginn an für die deutsche Nationalmannschaft auflief.
Die Ausgangslage in der Nations League war bereits vor dem Spiel klar: Deutschland wollte sich in der Vierergruppe möglichst einen der ersten beiden Plätze sichern und damit den Einzug ins Viertelfinale erreichen. Darüber hinaus besitzt der Gruppensieg mit Blick auf die spätere EM-Qualifikation zusätzliche Bedeutung.
Deutschland übernimmt sofort die Kontrolle
Von Beginn an versuchte die deutsche Mannschaft, das Spiel zu bestimmen. Griechenland zog sich weit zurück und störte die DFB-Elf häufig erst ab der Mittellinie. Auf aggressives Angriffspressing verzichteten die Gäste weitgehend.
Bereits nach wenigen Minuten gab Deutschland den ersten Torschuss ab. Debütant Bambasé Conté fasste sich aus der zweiten Reihe ein Herz und zog mit links ab. Sein Versuch rollte jedoch rechts am griechischen Tor vorbei.
Die deutsche Mannschaft hatte viel Ballbesitz, suchte geduldig nach Lücken und drängte Griechenland immer wieder tief in die eigene Hälfte.
Die Gäste beschränkten sich zunächst auf Konter.
Griechenland setzt ersten Warnschuss
Nach acht Minuten wurde es erstmals auf der anderen Seite gefährlich. Konstantinos Karetsas behauptete sich rechts in Strafraumnähe und zog mit dem linken Fuß ab. Sein Schuss verfehlte das deutsche Tor allerdings deutlich.
Deutschland blieb anschließend spielbestimmend. Nach 17 Minuten sah Yann Bisseck nach einem Foul an Andrews Tetteh die erste Gelbe Karte der Begegnung.
Nach rund einer halben Stunde hatte die deutsche Mannschaft etwa 75 Prozent Ballbesitz und auch bei den Torschüssen Vorteile. Doch die Griechen verteidigten ihren Strafraum diszipliniert und machten die Räume immer wieder eng.
Adeyemi scheitert an Tzolakis
Die bis dahin beste deutsche Gelegenheit gab es in der 32. Minute.
Nach einer Ecke von Nathaniel Brown kam Karim Adeyemi zum Abschluss. Sein Linksschuss flog in Richtung rechtes Eck, doch Griechenlands Torhüter Konstantinos Tzolakis reagierte glänzend und verhinderte mit einer starken Parade die deutsche Führung.
Es blieb ein Sinnbild der ersten Halbzeit: Deutschland hatte den Ball, Deutschland bestimmte das Tempo – Griechenland verteidigte.
Bis zur Pause brachte die DFB-Elf den Ball nicht im Tor unter.
79 Prozent Ballbesitz – aber keine Tore
Nach 45 Minuten stand es weiterhin 0:0.
Beim ersten Heimspiel von Jürgen Klopp als Bundestrainer hatte Deutschland die Partie mit knapp 79 Prozent Ballbesitz klar kontrolliert. Der große Aufwand zahlte sich allerdings nicht aus.
Die DFB-Auswahl hatte zwar zwei gute Möglichkeiten herausgespielt, biss sich ansonsten aber immer wieder an der massiven griechischen Defensive fest.
Griechenland setzte auf körperliche Präsenz, Zweikampfstärke und schnelle Umschaltmomente. Wirklich gefährlich wurde die Mannschaft zunächst jedoch ebenfalls kaum.
Conté sorgt nach der Pause erneut für Gefahr
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Deutschland zunächst am Drücker.
In der 49. Minute eroberte Bambasé Conté unmittelbar vor dem griechischen Strafraum den Ball und suchte sofort den Abschluss. Sein flacher Linksschuss flog in Richtung rechtes Eck, doch erneut war Tzolakis zur Stelle und hielt sicher.
Von Griechenland war offensiv lange Zeit kaum noch etwas zu sehen.
Die Gäste schafften es nach Wiederbeginn über weite Strecken nicht einmal bis in den deutschen Strafraum. Deutschland drückte, hatte viel Ballbesitz – doch die entscheidende Idee fehlte.
Und das sollte sich rächen.
74. Minute: Kourbelis schockt Deutschland
Dann kam die 74. Minute – und plötzlich stand das Spiel auf dem Kopf.
Griechenland startete einen seiner seltenen Angriffe über die linke Seite. Christos Tzolis brachte den Ball ins Zentrum. Sein abgefälschter Pass landete etwas glücklich bei Dimitrios Kourbelis.
Der griechische Mittelfeldspieler zog halblinks im deutschen Strafraum mit links ab. Joshua Kimmich fälschte den Ball entscheidend ab, sodass Alexander Nübel keine Abwehrchance mehr hatte.
Der Ball schlug im linken Eck ein.
0:1 – Griechenland führte.
Nach einer Verkettung unglücklicher Umstände lag die bis dahin spielbestimmende deutsche Mannschaft plötzlich zurück.
Deutschland wirft alles nach vorne
Die DFB-Elf reagierte und erhöhte noch einmal den Druck.
Nach einer Ecke von Nathaniel Brown stieg Yann Bisseck zum Kopfball hoch, setzte seinen Versuch jedoch links am griechischen Tor vorbei.
Auch Serge Gnabry bekam noch eine gute Gelegenheit. In der 80. Minute zog er aus rechter Position im Strafraum mit dem rechten Fuß kraftvoll ab. Doch Tzolakis war erneut aufmerksam und machte das kurze Eck zu.
Der griechische Torhüter entwickelte sich damit zu einem der entscheidenden Spieler der Begegnung.
Deutschland warf in der Schlussphase nahezu alles nach vorne. Dadurch entstanden allerdings Räume für griechische Konter.
Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit hätte Fotis Ioannidis beinahe sogar auf 0:2 erhöht. Sein Linksschuss verfehlte den linken Torwinkel nur knapp.
Deutsche Schlussoffensive bleibt ohne Erfolg
Vier Minuten Nachspielzeit blieben der deutschen Mannschaft noch, um zumindest einen Punkt zu retten.
Doch auch jetzt fehlten die Lösungen.
Immer wieder schlug die DFB-Elf hohe Bälle in den gegnerischen Strafraum. Die kopfballstarken griechischen Verteidiger räumten diese jedoch konsequent aus der Gefahrenzone.
Deutschland fand keinen Weg mehr durch die kompakte Defensive.
Dann war Schluss.
Historischer Sieg für Griechenland
Mit dem Abpfiff stand eine historische Überraschung fest: Griechenland gewann mit 1:0 gegen Deutschland und feierte damit seinen ersten Sieg überhaupt gegen die deutsche Nationalmannschaft.
Für Jürgen Klopp endete dagegen ausgerechnet das erste Heimspiel seiner Amtszeit mit einer Niederlage.
Nach dem 1:1 bei den Niederlanden und der 0:1-Heimpleite gegen Griechenland wartete die deutsche Nationalmannschaft nach zwei Spieltagen der neuen Nations-League-Saison weiterhin auf den ersten Sieg unter ihrem neuen Bundestrainer.
Besonders bitter: Deutschland hatte über große Teile der Begegnung die Kontrolle, viel Ballbesitz und mehrere Möglichkeiten. Am Ende fehlten jedoch Präzision, Durchschlagskraft und die nötige Effizienz vor dem gegnerischen Tor.
Griechenland benötigte dagegen nur wenige Möglichkeiten und verteidigte den knappen Vorsprung anschließend leidenschaftlich.
Nations League: Deutschland steht früh unter Druck
Damit geriet die DFB-Auswahl bereits zu Beginn der Gruppenphase unter Zugzwang.
Das Ziel blieb, mindestens einen der ersten beiden Plätze der Vierergruppe zu erreichen und damit ins Viertelfinale der UEFA Nations League einzuziehen. Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen musste Deutschland in den kommenden Begegnungen allerdings deutlich zulegen.
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