Eintracht Frauen drehen wilden Nachmittag gegen Hoffenheim – 4:2-Heimsieg am Brentanobad
Die Frauen von Eintracht Frankfurt bleiben auch nach dem vierten Spieltag der Frauen-Bundesliga ungeschlagen. Gegen die TSG Hoffenheim gewannen die Adlerträgerinnen am Sonntagnachmittag mit 4:2 (1:0) – mussten dabei trotz langer Überzahl allerdings zwischenzeitlich sogar einem Rückstand hinterherlaufen. Am Ende setzte sich die Frankfurter Qualität dann aber doch durch.
Frankfurt am Main – Wer nur das Endergebnis betrachtet, könnte auf die Idee kommen, dass Eintracht Frankfurt einen insgesamt souveränen Nachmittag gegen die TSG Hoffenheim erlebt hat. Ganz so einfach war es dann allerdings nicht. Beim 4:2-Heimsieg am Brentanobad war eigentlich alles dabei: eine sehr frühe Frankfurter Führung, ein Platzverweis für die Gäste, zahlreiche vergebene Möglichkeiten, eine überraschende Hoffenheimer Wende in Unterzahl – und schließlich die passende Frankfurter Antwort.
Dabei hätte die Partie aus Sicht der Eintracht kaum besser beginnen können. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als Nina Lührßen die Adlerträgerinnen bereits in Führung brachte. Laura Freigang leitete den Angriff ein, Rebecka Blomqvist scheiterte zunächst an Hoffenheims Torhüterin Laura Dick, doch beim Abpraller war Lührßen zur Stelle und erzielte das frühe 1:0.
Wer nun allerdings glaubte, dass die Frankfurterinnen die Partie sofort vollständig unter Kontrolle bekommen würden, bekam wenig später eine erste Warnung. Chiara Hahn traf in der neunten Minute für die TSG nur die Latte und zeigte damit, dass Hoffenheim trotz des schlechten Saisonstarts durchaus gefährlich werden konnte.
Nach 18 Minuten wurde die ohnehin schon schwierige Aufgabe für die Gäste dann noch einmal deutlich komplizierter. Svenja Vöhringer stoppte Blomqvist als letzte Hoffenheimer Verteidigerin regelwidrig und sah folgerichtig die Rote Karte. Mehr als 70 Minuten in Überzahl, dazu die frühe Führung – aus Frankfurter Sicht waren die Voraussetzungen eigentlich nahezu ideal.
Die Eintracht bestimmte anschließend auch weitgehend das Geschehen, versäumte es allerdings, daraus frühzeitig eine deutlichere Führung zu machen. Freigang kam zu einer guten Kopfballmöglichkeit, Hayley Raso prüfte Laura Dick und auch Hanna Bennison fehlte bei ihrem Abschluss nicht viel. Hoffenheims Torhüterin und eine teilweise etwas fehlende Konsequenz im Frankfurter Abschluss sorgten dafür, dass es zur Pause lediglich 1:0 stand.
Und genau das sollte sich nach dem Seitenwechsel zunächst rächen.
Denn anstatt die Partie in Überzahl endgültig zu entscheiden, musste die Eintracht plötzlich zwei Gegentreffer hinnehmen. Zunächst traf Chiara Hahn in der 50. Minute mit einem präzisen Abschluss über den Innenpfosten zum 1:1. Zwölf Minuten später wurde es dann endgültig kurios: Laia Martret flankte an den langen Pfosten, Svenja Fölmli setzte sich dort durch und köpfte zum 2:1 für Hoffenheim ein.
Die TSG hatte die Partie tatsächlich mit zehn Spielerinnen gedreht.
Das dürfte so ziemlich das Letzte gewesen sein, was man sich auf Frankfurter Seite nach der frühen Führung und dem Platzverweis vorgestellt hatte. Zumindest hatte der Rückstand aber offensichtlich eine Wirkung. Die Eintracht erhöhte nun noch einmal deutlich den Druck und Laura Dick musste bereits kurz darauf gegen Ilayda Acikgöz stark reagieren.
In der 68. Minute fiel dann der längst überfällige Ausgleich. Erëleta Memeti brachte den Ball von der rechten Seite in die Mitte und Laura Freigang war zur Stelle. Mit dem Kopf erzielte die Frankfurter Angreiferin das 2:2 – und plötzlich war die Eintracht wieder vollständig da.
Nur vier Minuten später war die Partie erneut gedreht, diesmal wieder in die aus Frankfurter Sicht richtige Richtung. Nina Lührßen, die bereits das erste Tor erzielt hatte, bediente Danique Tolhoek, die sich die Gelegenheit nicht nehmen ließ und zum 3:2 einschob.
Innerhalb weniger Minuten hatten die Adlerträgerinnen damit aus einem überraschenden Rückstand wieder eine Führung gemacht und anschließend ließ Frankfurt die Partie auch nicht noch einmal aus der Hand gleiten. Blomqvist hatte eine weitere gute Möglichkeit, ehe ausgerechnet die ehemalige Hoffenheimerin Memeti in der 88. Minute endgültig den Deckel draufmachte.
Die Angreiferin setzte auf der rechten Seite zu einem starken Solo an, zog in den Strafraum und traf aus halbrechter Position zum 4:2. Beim Jubel hielt sie sich gegen ihren ehemaligen Verein sichtbar zurück – sportlich war ihr Treffer allerdings die endgültige Entscheidung.
Unter dem Strich steht damit ein verdienter Frankfurter Heimsieg, auch wenn sich die Eintracht das Leben an diesem Nachmittag phasenweise selbst deutlich schwerer machte, als es nach der frühen Führung und der langen Überzahl eigentlich notwendig gewesen wäre. Dass Hoffenheim die Begegnung mit zehn Spielerinnen zwischenzeitlich drehen konnte, wird sicherlich noch ein Thema bei der Aufarbeitung werden.
Mindestens genauso wichtig ist allerdings die Reaktion darauf. Nach dem 1:2 wurde Frankfurt nicht hektisch, sondern erhöhte den Druck, schlug innerhalb von vier Minuten doppelt zurück und entschied die Partie schließlich noch deutlich für sich.
Mit nun zehn Punkten aus vier Spielen bleiben die Adlerträgerinnen in der Bundesliga ungeschlagen und springen zumindest vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz. Der starke Saisonstart geht damit weiter – und wenn man selbst einen derart wilden Nachmittag noch mit vier eigenen Treffern und drei Punkten beendet, darf man das in Frankfurt durchaus gerne mitnehmen.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt ohnehin nicht. Bereits am Freitag wartet das nächste Rhein-Main-Duell: Dann geht es für die Eintracht auswärts zum 1. FSV Mainz 05.