Bayern eiskalt – Eintracht unterliegt im Topspiel knapp mit 0:1
Eintracht Frankfurt hat im Spitzenspiel der Google Pixel Frauen-Bundesliga die erste Saisonniederlage hinnehmen müssen. Vor 5.750 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Brentanobad unterlagen die Adlerträgerinnen dem Deutschen Meister FC Bayern München knapp mit 0:1 (0:1).
Den Unterschied machte am Ende vor allem die Chancenverwertung: Während Frankfurt seine Möglichkeiten nicht nutzen konnte, schlugen die Münchnerinnen bei einem ihrer wenigen wirklich zwingenden Momente eiskalt zu.
Dabei begann die Partie zunächst ausgeglichen. Wie erwartet hatten die Gäste aus München zwar mehr Ballbesitz, die Eintracht hielt jedoch kompakt dagegen und suchte nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne.
Die erste richtig gute Gelegenheit gehörte sogar den Frankfurterinnen. Larissa Mühlhaus kam in der 17. Minute rechts am Strafraum zum Abschluss und zwang Bayern-Torhüterin Ena Mahmutovic zu einer starken Parade. Mit den Fingerspitzen lenkte die Münchner Schlussfrau den Ball noch um den Pfosten.
Ausgerechnet der daraus resultierende Eckball leitete dann die Führung der Gäste ein.
Ein Frankfurter Eckball wird zum Münchner Führungstreffer
Bayern klärte die Ecke am ersten Pfosten und schaltete anschließend blitzschnell um. Sophie Proost setzte sich im Mittelfeld durch und schickte Klara Bühl auf die Reise. Die Nationalspielerin nutzte den Raum, zog in Richtung Frankfurter Strafraum und ließ Lina Altenburg mit einem flachen Linksschuss ins lange Eck keine Chance – 0:1 nach 18 Minuten.
Es war sinnbildlich für dieses Topspiel: Frankfurt hatte wenige Sekunden zuvor selbst die Chance auf die Führung, Bayern benötigte auf der anderen Seite nur einen sauber ausgespielten Umschaltmoment.
Nach dem Rückstand übernahmen die Münchnerinnen zunehmend die Spielkontrolle, ohne sich dabei eine Vielzahl hochkarätiger Möglichkeiten herauszuspielen. Die Eintracht verteidigte aufmerksam, hatte allerdings Schwierigkeiten, die eigenen Umschaltmomente konsequent bis in den gegnerischen Strafraum auszuspielen. Immer wieder fehlte beim letzten Pass die nötige Genauigkeit.
Dennoch blieb Frankfurt gefährlich – insbesondere über die rechte Seite. Hayley Raso setzte sich dort mehrfach durch, auch Mühlhaus und Rebecka Blomqvist versuchten immer wieder, die Bayern-Defensive auseinanderzuziehen.
Freigang fehlen nur Zentimeter zum Ausgleich
Kurz vor der Pause bot sich dann die große Gelegenheit zum Ausgleich. Blomqvist brachte den Ball flach in den Strafraum, wo Laura Freigang nur um Zentimeter verpasste. Bayern-Torhüterin Mahmutovic kam gerade noch vor der einschussbereiten Frankfurter Kapitänin an den Ball.
Nur wenig später wurde es erneut gefährlich, doch auch der nächste Ball in Richtung Freigang wurde im letzten Moment abgefangen. Zweimal fehlte nicht viel zum 1:1.
So ging es mit einem aus Frankfurter Sicht ärgerlichen 0:1 in die Kabinen.
Frankfurt bleibt dran – Bayern verteidigt konsequent
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am grundsätzlichen Bild. Bayern hatte mehr Ballbesitz, Frankfurt blieb kompakt und lauerte auf die Möglichkeit zum schnellen Umschalten.
Niko Arnautis reagierte nach knapp einer Stunde und brachte Dilara Açıkgöz für Hayley Raso. Wenig später kam die Eintracht erneut gefährlich vor das Münchner Tor. Nach einem Eckball köpfte Freigang in der 60. Minute allerdings genau in die Arme von Mahmutovic.
Frankfurt versuchte nun, den Druck zu erhöhen. Erëleta Memeti dribbelte sich in der 66. Minute stark in den Münchner Strafraum und wurde erst von mehreren Gegenspielerinnen gestoppt, bevor sie zum Abschluss kommen konnte.
Auf der anderen Seite blieb Bayern jederzeit gefährlich. Linda Dallmanns abgefälschter Distanzschuss landete auf dem Tornetz, wenig später musste Altenburg bei einer Hereingabe aufmerksam sein. In der 79. Minute hatte Pernille Harder nach Vorarbeit der auffälligen Bühl die Möglichkeit zur Entscheidung, setzte ihren Abschluss jedoch über das Tor.
Damit blieb die Tür für die Eintracht bis zum Schluss offen.
Vivienne Lia kam in der Schlussphase für Blomqvist und brachte sich direkt mit einer gefährlichen Hereingabe ein. Mühlhaus versuchte es anschließend sogar mit einem Seitfallzieher, traf den Ball jedoch nicht richtig. Der Ausgleich wollte nicht mehr fallen.
Eine Niederlage, die vermeidbar gewesen wäre
Am Ende entschied damit ein einziger Treffer das Spitzenspiel. Bayern München zeigte, warum der amtierende Meister auch in dieser Saison ganz oben steht: Die Gäste nutzten den entscheidenden Umschaltmoment konsequent und verteidigten ihre knappe Führung anschließend routiniert.
Für die Eintracht bleibt dagegen das Gefühl, dass an diesem Abend durchaus mehr möglich gewesen wäre. Frankfurt ließ gegen den Meister nur wenig zu und hatte selbst die Möglichkeiten, das Spiel in eine andere Richtung zu lenken.
Genau dort lag am Ende der Unterschied: Bayern nutzte seine Chance – Frankfurt seine nicht.
Nach zuvor vier Siegen und einem Unentschieden ist es für die Adlerträgerinnen die erste Niederlage der Bundesliga-Saison. Die Eintracht bleibt mit 13 Punkten zunächst Tabellenzweiter, während Bayern nach sechs Siegen aus sechs Spielen nun bei 18 Punkten steht und seinen Vorsprung auf Frankfurt auf fünf Zähler ausbaut.
Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:1 (0:1)
Tor: 0:1 Bühl (18.)
Zuschauer: 5.750, ausverkauft
Schiedsrichterin: Davina Lutz
Eintracht Frankfurt: Altenburg – Krumbiegel, Ilestedt, Østenstad, Lührßen – Raso (57. Açıkgöz), Bennison, Mühlhaus, Memeti – Freigang, Blomqvist (83. Lia)