27 November 2021

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Wieder Legenden in der Batschkapp Frankfurt: Saxon – begeistern nicht nur die ältere Generation

Vorweg: leider war es mir nicht möglich eigene Bilder zu machen, bzw. diese sind völlig misslungen. Danke an Jan Heesch vom Rock Genuine Magazin, dass ich ein paar seiner Bilder für meinen Beitrag verwenden durfte.

Als ich gegen 19:30 ankam und durch die Pforten der Batschkapp schritt, war schon musikalische Action zu hören. Nanu? Hatte ich da etwa den Konzertbeginn verschlafen? Um ein paar Minuten, wie es aussah. Aber das war nicht so sehr dramatisch. Schnell die Jacke in die wachsamen Hände des Garderobenpersonals übergeben und hinein in den schon sehr vollen Konzertsaal.

Und tatsächlich standen da schon „Armored Dawn“ aus Brasilien auf der Bühne und eröffneten den Abend mit schönem Heavy Metal. Wie lange sie da schon auf der Bühne waren, kann ich nicht sagen, aber ich durfte noch einige Songs ansehen und anhören. Die Band um Eduardo Parras, dem Sänger, spielt modernen melodischen Heavy Metal mit einer guten Kombination aus starken Riffs, Gitarrensolos und einem markanten Gesang.

Auch die Bühnenperformance der Band kann sich sehen lassen. Es ist immer wieder Bewegung zu sehen und auch die ersten Versuche dem Publikum einzuheizen waren da.

Es war zwar noch etwas verhalten, aber die ersten Gäste machten schon beim „Hey“ mit Fauststoß mit. Den Applaus nach jedem Song haben sich die Brasilianer gewiss redlich verdient.

Auch wenn sie aus Brasilien kommen, konnte ich persönlich keine lateinamerikanischen Einflüsse bei der Musik heraushören. Dafür sind sie sehr geradlinig und spielen sowohl schnellere als auch etwas langsamere Songs. Dabei scheinen sich die Texte um Kampf, Tapferkeit und teilweise auch um Sehnsüchte zu drehen. Zumindest bei dem, was ich so heraushören konnte.

Jedenfalls passen sie genau in die musikalische Richtung, die mir persönlich am meisten gefällt. Von der Musik und den Texten her bringen sie ein sehr hörbares Gesamtpaket aus Brasilien mit.

Es war natürlich auch sehr gut, dass die Soundanlage bereits zu diesem frühen Zeitpunkt perfekt funktionierte. Ich konnte die Instrumente und den Gesang deutlich heraushören und genießen.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es auch schon weiter. Die Band „Diamond Head“, die man durchaus auch schon zu Legenden zählen kann, betraten die Bühne und legten stark nach. Das Einheizen des Publikums klappte besser und die mittlerweile sehr gut gefüllte Batschkapp wurde, insbesondere in den Reihen weiter vorne, zu einer Sauna. An der Tür gab es wenigstens noch etwas kühle Luft und weiter hinten drängten immer wieder Menschen, die eine Abkühlung in flüssiger Form brauchten.

Mir persönlich wurde es in der ausverkauften Batschkapp schon etwas eng. Ich stehe ungern so gequetscht herum. Der Nachteil als eher kleine Person ist dann noch, dass man außer Köpfen nicht viel mehr sehen kann. So bin ich immer hin und her gewandert, damit ich nicht nur hören, sondern auch etwas sehen kann. Abgesehen davon ist es auch interessant zu bemerken, wem man immer wieder begegnet.

Auf die Uhr habe ich wohl nicht geschaut, aber das war auch recht egal, denn die Musik war klasse. Diamond Head, die es auch schon seit über 40 Jahren gibt, waren zu seiner Zeit Vorreiter der „New Wave of British Heavy Metal“ (NWoBHM). Sie dienten auch vielen neueren Bands als Einfluss und so ist es kein Wunder, dass die Musik, die immer noch dem Genre entspricht, auch heutzutage noch sehr gut ankommt.

War die Stimmung bei Armored Dawn noch etwas verhalten, legte sie ab diesem Zeitpunkt zu. Viel mehr Applaus, viel mehr mitklatschen und auch mitsingen gab es. Das wurde zum Teil auch von der Band eingefordert und zum anderen Teil selbst initiiert.

Es ist einfach der klassische Heavy Metal, den sie spielen und dazu eine großartige Bühnenshow hinlegen. Viel Bewegung, viel Interaktion und auch die Lichter bringen dem Auftritt von Diamond Head den entsprechenden Rahmen. Kraftvoller Gesang, rhythmische Melodien und ganze Songs, die einfach nur zum Mitmachen und Headbangen einladen.

Und wenn man auch bei fast allem mitmacht, Spaß an dem Auftritt und der Musik hat, dann wundert man sich, wie schnell die Zeit vergeht. Genau das ist mir bei Diamond Head passiert. Ja wie? Schon fertig? Leider ja. Und was hörte ich einen älteren Herrn neben mir sagen? „Die Alten können es einfach immer noch am besten“. Da mag er wohl Recht haben.

Pause. Abkühlung. Trinken. Selbst wenn man kaum mitmacht, bzw. mitmachen kann, weil es aus Platzgründen kaum möglich ist, dann wird es wärmer und wärmer. Draußen einmal abkühlen und an der E-Zigarette nuckeln, und im Anschluss die lange Warteschlange an der Getränkeausgabe zum Totschlagen der Zeit nutzen. Eine bildhübsche junge Dame bediente mich und gab mir den sehnlichst erwarteten Maracujasaft. Kühl und fruchtig. Genau was ich brauchte.

Kaum hatte ich das Getränk in den Händen, sah ich nach vorne und musste feststellen, dass die ausverkaufte Batschkapp nun fast aus allen Nähten zu platzen drohte. Daran zu denken von ganz hinten nach ganz vorne zu wollen, war schon gar nicht mehr möglich. Es hätte mit Sicherheit funktioniert, aber so schlecht war die Sicht nun auch nicht. Und ich war auch keine Sardine. Alles gut.

Nur Augenblicke später um 21:30 war es dann auch schon so weit: die Lichter gingen aus und in der Batschkapp wurde ganz laut „Saxon“ skandiert. Unter großem Jubel gingen die Lichter auf der Bühne an und da standen sie: Saxon! Passend zum Tournamen und zum neuen Album begannen sie mit dem Song „Thunderbolt“. Was für ein fulminanter Start. Die Massen waren sofort Feuer und Flamme. Viel Applaus, viel Headbangen, noch mehr Mitklatschen und der Fauststoß waren während und zwischen den Songs zu sehen.

Je länger der Auftritt dauerte, umso älter wurden auch die Songs, die die Band spielte. Es war schon beeindruckend, wie gut sie das Publikum über so eine lange Zeit im Griff hatten, denn die wirklich gute Stimmung hielt sich tatsächlich bis zum Schluss.

Man merkt ihnen wirklich an, dass sie immer noch richtig Lust haben Live zu spielen und die Bühnen dieser Welt bereisen wollen. Die Energie, die Lust, die Kraft und natürlich die Musik, die von der Bühne kommen, reißen Jung und Alt einfach mit. Standard gibt es bei ihnen wohl nicht. Die Bühnenshow aus Lichtern und Nebel, so wie Interaktionen mit dem Publikum ist einfach nur großartig. Da können sich gewiss viele Bands noch eine Scheibe von abschneiden. Aber das ist wohl auch die langjährige Erfahrung, die Saxon zweifelsohne haben.

Auch sie spielen Heavy Metal, sowie NWoBHM und waren, wie auch Diamond Head, ein Vorreiter dieses Genres seiner Zeit. Melodisch, kraftvoll und mit viel Energie, sowie genialem Gesang bilden Saxon auch heute noch musikalische Perfektion in diesem Genre. Saxon sollte man auf jeden Fall gehört haben. Noch besser ist aber, sie auch mal live gesehen zu haben.

Insgesamt gab es 21 Songs, wovon drei davon Zugaben waren, die die Band auch gerne gegeben hatte. Princess oft he Night war einer davon. Ein Klassiker. Der Abend endete aber mit Denim and Leather.

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