Welpen kein Weihnachtsgeschenk / Veterinäramt warnt vor Kauf von Hundewelpen dubioser Tierhändler

Einen Hundewelpe an Weihnachten unter dem Tannenbaum – ein idyllisches Bild. Doch diese Idee vom „Hund als perfektes Geschenk“ ist eine der meist Diskutiertesten. Hunde können eine große Bereicherung für das Leben der Menschen darstellen und sind treue und liebevolle Wegbegleiter. Doch mit dem neuen Familienmitglied kommt auch viel Verantwortung ins Haus, die im besten Falle bis zu 15 Jahre andauert.

„Sollte man sich nach reiflicher Überlegung tatsächlich zum Kauf eines Hundes entschlossen haben, gilt es Vieles zu beachten; gerade bei der Fülle an „Anbietern“ welche die Tiere bestimmter Rassen über das ganze Land verteilt, meist über Internetportale, vertreiben“, so das Amt für Veterinärwesen der Stadt Offenbach am Main.

Gerade über diese Portale kaufen, trotz Warnungen in der Vergangenheit, immer noch viele Bundesbürger vermeintlich günstige Hundewelpen. Hier werden Welpen verschiedener Rassen zu verdächtig niedrigen Preisen angeboten. Dabei handelt es sich häufig um illegale Importe aus Osteuropa, wo sie unter schlechtesten Bedingungen „erzeugt“ und gehalten werden. Hieraus entstand bereits der erschreckende Begriff der „Wühltisch-Welpen“. „Oft ist der Gesundheitszustand der Welpen schlecht und die neuen Besitzer sind dann mit hohen Tierarztkosten und sogar mit dem frühen Tod der Tiere konfrontiert“, warnt das Amt für Veterinärwesen der Stadt Offenbach. Der niedrige Kaufpreis „rächt“ sich später oft doppelt und dreifach.

Auch im Jahr 2019 war das Amt im Tierschutzbereich vielfach mit dieser Problematik beschäftigt. Immer wieder erfolgten Anzeigen von Hundehaltern, die einen solchen Welpen günstig erstanden, um dann festzustellen, dass der Hund bereits beim Kauf sehr krank war. Ein weiteres Problem ist, dass die jungen Hunde viel zu früh von ihren Müttern getrennt werden. Sie sind dadurch schlecht sozialisiert und neigen zu Verhaltensauffälligkeiten, bis hin zur Aggressivität gegen ihre neuen Halter und deren Kinder. Außerdem können mit den Tieren Infektionskrankheiten ins Land gelangen, die auf den Menschen oder andere Tiere übertragbar sind (zum Beispiel Tollwut, Staupe oder Parvovirose).

In einigen Ländern Osteuropas hat sich der Handel mit reinrassigen Kleinhunden wie Französischen Bulldoggen, Möpsen, Chihuahuas und Zwergspitzen zu einem professionell organisierten Geschäft mit mafiösen Strukturen entwickelt. So werden trächtige Hündinnen in engen Verschlägen gehalten, haben einen Wurf nach dem nächsten, werden schlecht ernährt und medizinisch kaum versorgt. Die Welpen werden sehr früh von ihnen getrennt, viele davon sind krank und oft noch nicht geimpft. Manche erhalten gefälschte Papiere, denn für eine legale Einfuhr nach Deutschland müssen sie aus tierseuchenrechtlichen Gründen mit einem Mikrochip gekennzeichnet, gegen Tollwut geimpft und von einem blauen Heimtierausweis begleitet sein. Von der Mutter abgesetzte Welpen dürfen aber erst nach der 15. Lebenswoche aus europäischen Ländern nach Deutschland gebracht werden. Bei der Einfuhr aus Nicht-EU-Staaten gelten noch strengere Vorschriften.

Wer einen solchen Welpen kauft, auch wenn es oft aus Mitleid geschieht, unterstützt diese tierschutzwidrigen Geschäfte. Besser ist es, so das Veterinäramt, sich im örtlichen Tierheim nach einem neuen vierbeinigen Mitbewohner umzusehen. Frei nach dem Motto „adopt, don`t shop“ – also adoptieren, nicht einkaufen. Die Hunde aus dem Tierheim sind medizinisch versorgt und geimpft. Die Mitarbeiter kennen die Tiere und können je nach Anforderung der potenziellen Halter einen Hund empfehlen, dessen Charakter zum Halter passt. Beispielsweise wenn es Kinder im Haushalt gibt und der Hund deshalb kinderlieb sein sollte.

Wer einen Rassehund sucht, sollte sich bei heimischen Züchtern oder Zuchtverbänden über die üblichen Preise informieren, nur von seriösen Züchtern kaufen und die Welpen mit der Familie in der Zucht vor dem Kauf mehrmals besuchen.

Verdächtig ist immer, wenn Züchter neben sehr günstigen Preisen für vorgeblich rassereine Hunde viele verschiedene Rassen anbieten, unter mehreren Telefonnummern und Adressen auftreten oder wenn sie den Interessenten das Muttertier und die Haltung nicht zeigen wollen. Oftmals werden über Monate auch immer wieder die gleichen Fotos von angeblichen Muttertieren eingestellt. Potenziellen Käufern von Hunden und Katzen wird daher dringend geraten, darauf zu achten, dass der gewerbliche Verkäufer eine Erlaubnis nach §11 des deutschen Tierschutzgesetzes vorweisen kann. Denn das Veterinäramt erteilt nur demjenigen eine Erlaubnis, der sachkundig ist und die notwendigen räumlichen Voraussetzungen bieten kann. Wer gewerblich Tiere verkauft, ist gesetzlich dazu verpflichtet, im Besitz einer solchen Erlaubnis zu sein. Käufer sollten sich diese ruhig vorzeigen lassen.

Eine Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes benötigen übrigens auch Privatpersonen oder Vereine, die Hunde und Katzen aus Tierschutzgründen aus dem Ausland holen und nach Deutschland bringen, um sie dann hier weiter zu vermitteln. Wenn Bürger im Internet oder anderswo auf dubiose Angebote von Welpen stoßen, sollte dies bitte beim Veterinäramt gemeldet werden (Telefon: 069 8065-4910, veterinaeramtoffenbachde).

Original Content Stadt Offenbach

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