Skip to main content

VC Wiesbaden (25)

VC Wiesbaden

Ein super Auftakt reichte nicht – nachdem der VC Wiesbaden im Entscheidungsspiel um den Einzug ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft der 1. Volleyball Bundesliga Frauen dem Dresdner SC im ersten Satz gleich mit 25:13 den Schneid abgekauft hatte, wendete sich das Blatt. Die DSC Volleys ließen unter dem Jubel der 2.267 Zuschauer in der heimischen Margon Arena drei Satzgewinne folgen (25:20, 25:19, 25:22) und werden nach 3:1 nun am kommenden Mittwoch gegen den noch amtierenden Meister Allianz MTV Stuttgart ihr Glück suchen.

Der VCW zeigte sich gegenüber dem 0:3 im zweiten Spiel verbessert – auf dem Platz und auch im Kopf. Die Mannschaft von Benedikt Frank, Christian Sossenheimer, Tigin Yağlioğlu und Daniel Ramirez kämpfte sich in den Sätzen zwei bis vier immer wieder heran, stellte vielfach auf Einstand, fand aber letztlich nicht zu der Form, die im ersten Playoff-Spiel in dieser Halle zum überraschenden 3:2-Sieg geführt hatte. Chancen waren durchaus da, vor allem im entscheidenden vierten Satz, aber der DSC hatte an diesem Tag zu den jeweiligen Satzenden hin die besseren Karten, mehr Glück bei strittigen Entscheidungen – und mit Diagonalangreiferin Lara Berger (21 Punkte) die Sieggarantin. Sie wurde verdient mit der goldenen MVP-Medaille ausgezeichnet. Silber ging an VCW-Zuspielerin Milana Božić (Bosnien und Herzegowina).

Im letzten Saisonspiel punkteten VCW-Diagonale Izabella Rapacz (19, Polen) Außenangreiferin Jaidyn Blanchfield (17, USA), Mittelblockerin Rachel Anderson (10, USA), die Außenangreiferinnen Tanja Großer (9) und Melissa Langegger (4, Kanada), Celine Jebens (2, 2. Diagonale) sowie Milana Božić (1).

Erster Satz

Der VCW begann konzentriert, lag rasch mit 12:6 vorn – und blieb wach! Man blockte gut und griff beherzt an (9:5, 17:7). Beim 18:8 hatte Trainer Alexander Waibl bereits zwei Challenges aufgebraucht. Seine Damen schlugen den Ball bis dahin mehrfach ins Netz. Wiesbaden legte unbeirrt das 23:13 durch Tanja Großer vor. Dann eine Netzberührung Dresdens (24:13). Jaidyn Blanchfield besorgte überlegt den Satzgewinn zum 25:13. Der VCW war mit 1:0 in Führung gegangen, und das in einer nicht erwarteten Deutlichkeit. Fazit: starke Mannschaftsleistung, hohe Variabilität, Druck im Angriff. Dresdens Wechsel zeigten keine Wirkung. 

Zweiter Satz

Nun wachte die Heimtruppe von Trainer Alexander Waibl auf. Eine 5:3-Führung Wiesbadens drehte der DSC zum 12:10. Die Lösungen kamen nun überlegter, der Angriff drang kraftvoller durch. Der VCW blieb in Lauerstellung, konnte das Blatt aber nicht mehr zu eigenen Gunsten drehen (19:23). Die eingewechselte Celine Jebens servierte ins Netz (20:25) – damit hatte der DSC zum 1:1 ausgeglichen, dank höherem Aufschlagdruck, wiedergewonnener Sicherheit im Angriff und vieler entschärfter Highball-Situationen.

Dritter Satz

Wiesbaden ging mit dem bis dato längsten Ballwechsel des Spiels mit 6:5 in Führung (Jaidyn Blanchfield). Mit einem Monsterblock zum 9:8 robbte sich der DSC dann wieder in Front. Eine mutige Fußabwehr von Blanchfield hatte keinen Erfolg. Und als diese wenig später ins Netz schlug, lag der VCW mit drei Punkten hinten. Im weiteren Verlauf hatte man Pech: am Netz und mit einer Challenge (11:16). Inzwischen war Melissa Langegger für Tanja Großer auf dem Platz. Jaidyn Blanchfield stellte mit einem Ass auf 15:20. Kurz darauf sahen sich die Hessinnen sechs Satzbällen gegenüber. Außenangreiferin Hester Jasper machte schließlich den Sack zum 25:19 zu. Nun lag der VCW nach Sätzen 1:2 hinten. Es war zwar eine leichte Steigerung gegenüber dem zweiten Abschnitt zu sehen, aber in allen Elementen fehlte die nötige Präzision. 

Vierter Satz

Wieder enger Satzbeginn (3:3, 5:5), aber dann machte der DSC seinem Trikotsponsor Sachsen Energie alle Ehre – eine lange Rallye führte zum 9:6. Der VCW blieb dran: 13:11 durch Izabella Rapacz. Der VCW glaubte wieder an sich. Fünf Punkte in Serie standen auf der Anzeigetafel. Es ging nun mehrfach über Einstand (16:16, 18:18, 19:19). Der DSC profitierte von einer nicht erfolgreichen Wiesbadener Challenge. Und als Mittelblockerin Rachel Anderson (USA) ins Aus schmetterte, war die Saison für den VCW beendet (22:15 = 1:3). 

STATEMENTS

Benedikt Frank: „Es ist so schade, dass unsere Rallye nun gestoppt ist. Wir hatten so viel Stress über die Monate hinweg. Nun fühlt es sich doch seltsam an. Dabei hätte es heute durchaus anders ausgehen können. Einiges hing auch an unglücklichen Millimeterentscheidungen. Wir hatten gute Ideen, waren fokussiert, haben aber nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir mussten hohes Risiko im Aufschlag gehen, das passt dann halt nicht immer. Aber daran lag es nicht allein. Wir haben sehr viele Bälle zurückgebracht, aber eine Reihe Chancen nicht nutzen können. Man darf nicht vergessen, dass wir keine Mannschaft haben, die sich in Finals auskennt, ob nun in Deutschland oder Europa. Unser Anspruch ist, uns stetig zu verbessern und das ist uns in dieser Saison definitiv gelungen.“ 

Christopher Fetting: „Wir waren nah an der Sensation. An einigen Stellen fehlten Kraft, die nötigen Emotionen und das Quäntchen Glück. Der kürzliche Ausfall von Nina Herelová war eine zusätzliche Belastung für unser Team. Dennoch können wir alle stolz auf diese Saison sein. Unsere Reise durch Europa spricht für sich, und auch in der Liga konnten wir bei einigen Spielen für Aufsehen sorgen. Wir haben einiges richtig gemacht, was uns Mut für die Zukunft macht. Wir feilen bereits an der neuen Saison und werden uns zeitnah von liebgewordenen Spielerinnen verabschieden müssen. Das ist das Los für gute Arbeit. Ich kann jetzt schon versprechen, dass wir wieder angreifen. Wir haben viel gelernt. Heute aber gratuliere ich dem DSC und den anderen Halbfinalisten.“

Rund um die Partie

Zum DSC: Am Donnerstag wurde bekannt: Trainer Alexander Waibl verliert zwei seiner absoluten Leistungsträgerinnen nach der Saison: Die US-Amerikanerinnen Grace Frohling (22 Jahre, USA, Diagonal) und Mittelblockerin Tia Jimerson (24) haben in der neuen Profi-Liga in den USA angeheuert. Jimerson war nach der Hauptrunde Top-Scorerin der Liga, Frohling DSC-Zweitbeste auf Rang sieben. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung unmittelbar vor dem Entscheidungsspiel war aus Dresdner Sicht unglücklich. Dennoch war klar: Die beiden DSC-Säulen wollten ihren „alten“ Club mindestens noch ins Habfinale tragen – im Dresdner Medium „Tag24“ war sogar vom möglichen Titel die Rede … Jimerson und Frohling agierten gegen Wiesbaden am Samstag indes nicht wie erhofft, können ihre Bilanz aber nun zumindest im Playoff-Semifinale aufbessern.

Zum VCW: Die Hessinnen kamen später als geplant zum Warmmachen in die Margon Arena. Die Mannschaftsbus hatte arge Probleme, sich durch enge Vorstadtstraßen zu winden. Fahrer und Trainer klingelten an Haustüren und hoben ein Auto zur Seite. Nach dem Spiel in Wiesbaden angekommen, griff Christian Sossenheimer als erstes zum Rasierer … der Co-Trainer hatte sich seit dem Ende der Zwischenrunde nicht mehr rasiert. Bei einem Einzug ins Halbfinale hätte die Pracht weitersprießen dürfen.

Content VC Wiesbaden Foto Detlef Gottwald

Der VC Wiesbaden konnte im eigenen „Wohnzimmer“ seinen kleinen mentalen Vorsprung nicht nutzen. Am vergangenen Samstag hatte man noch bravourös und überraschend in der Dresdner Margon Arena ein 3:2 im ersten von drei möglichen Viertelfinalspielen der 1. Volleyball Bundesliga Frauen erkämpft. Vier Tage später drehte der favorisierte DSC den Spieß um – und das gleich mit einem glatten 3:0 (22:25, 20:25, 18:25 aus VCW-Sicht). Die Sächsinnen machten ihre Sache besser als zuletzt, profitierten aber in vielen Fällen auch von unpräzisen Aktionen der Gastgeberinnen. 

Nach 82 Minuten war Schluss

Die 1.876 Zuschauer in der Wiesbadener Sportarena am Platz der Deutschen Einheit gaben alles, sahen aber eine überlegene gegnerische Mannschaft, die gut verteidigte, stabil blockte und sich durch kompromisslose Angriffslösungen Respekt verschaffte. Auch die Köpersprache war deutlich: Heute sollte die Wende her! Das Team von Headcoach Benedikt Frank war hingegen im Angriff in der Breite bei weitem nicht so variabel und erfolgreich wie im Match zuvor. Abwehr und Aufschlagdruck bildeten keine hinreichende Basis. Nach nur 82 Minuten hatte die Mannschaft von Trainer Alexander Waibl das 3:0 herausgespielt – und sich damit das Entscheidungsmatch am kommenden Samstag (17:00 Uhr) in der heimischen Margon Arena verdient. Der VCW muss also erneut weit reisen, hat aber nach dem 1:1 eine weitere Chance auf das Weiterkommen ins Halbfinale, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. 

Izabella Rapacz (VCW-Diagonale, Polen) wurde die silberne MVP-Medaille verliehen, sie machte 16 Punkte (Hinspiel: 31). Die goldene verdiente sich DSC-Außenangreiferin Jennifer Janiska (10). Beim VCW konnte ansonsten keine Athletin zweistellig punkten; für Jaidyn Blanchfield (Außenangriff, USA) wurden 8 Zähler notiert (Hinspiel: 19). Bei den DSCVolleys überzeugte u.a. auch Mittelblock-Granate Tia Jimerson (USA, 13), die auf eine Angriffsquote von 69 Prozent kam.

Erster Satz

Der VCW schenkte den Gästen direkt die 3:0-Führung, ehe die eigene Angriffsmaschine anlief (3:3). Dennoch: Der DSC machte mehr Druck und ließ erstmal nichts anbrennen (10:15). Als der Vorsprung auf drei Punkte schrumpfte (15:12), nahm Alexander Waibl sein erstes Time-out. Der VCW lief zunächst weiter hinterher, kämpfte sich dann aber tatsächlich noch auf 22:24 heran. Mehr ging allerdings nicht – DSC-Zuspielerin Sarah Straube beendete den ersten Satz zum 25:22. Zu diesem Zeitpunkt war Izabella Rapacz die weitaus beste Scorerin aller Spielerinnen (8 Punkte). 

Zweiter Satz

Umkämpft und mit mehr Konstanz im VCW-Spiel, aber am Ende wieder mit besseren Lösungen der Dresdnerinnen. Mit einem Block hatten die Hessinnen die erste Führung im Spiel geschafft (4:3). Beim 9:6 für den VCW wurde Alexander Waibl zunächst unruhig. Nach seiner Auszeit schaffte sein Team mehrfach den Ausgleich (10:10, 15:15) und erspielte sich dann einen Vorsprung (18:15). Tanja Großers Ass brachte nochmal das 17:18 aus VCW-Sicht, aber den Hessinnen fehlte zum Ende wieder das nötige Selbstvertrauen. Ein Doppelblock durch Tia Jimerson und Grace Frohling (Außenangriff, USA) sicherte dem DSC das 25:20 und damit die 2:0-Satzführung. 

Dritter Satz

Kurzgefasst: Mit zwei Sätzen Vorsprung im Rücken spielte der DSC souverän seinen Stiefel herunter, während sich der VCW redlich mühte (9:16, 18:24), aber keine Energie mehr zu entfachen vermochte. Die zwischenzeitlich eingewechselte Celine Jebens (Diagonal) wehrte den ersten von sieben Matchbällen mit einem schönen Schlag ab, besiegelte dann aber mit einem Service-Fehler das 25:18 (3:0) für den Dresdner SC. 

Personalien

Benedikt Frank hatte im letzten Abschnitt neben Jebens auch Angreiferin Melissa Langegger (Kanada) und Zuspielerin Pauline Bietau Spielminuten verschafft. Als Backup war dieses Mal Mittelblockerin Marie Zehentner (Wiesbaden II, 2. Bundesliga Süd) mit nach Dresden gereist. Im Wiesbadener Block – ansonsten in der Regel eine Bank – wurde dieses Mal die verletzte Nina Herelová (Slowakei) im wahrsten Sinne des Wortes „schmerzlich“ vermisst … Sie wird am 15. April in Heidelberg an der Achillessehne operiert. Vor dem Spiel wurde Peter Busch herzlich verabschiedet: Er war 15 Jahre lang beim VCW für Technik und Logistik verantwortlich und geht in Rente.

STATEMENT 

Benedikt Frank (Headcoach): „Wir sind schwer in die Transition gekommen. Dann fehlt der Flow. Im Aufschlag haben wir gutes Risiko gewählt und es teilweise auch gut gemacht, aber am Ende waren Effizienz und Wirkung nicht ausreichend. Der zweite Punkt: In bestimmten engen Fällen hätten wir mit besseren Entscheidungen Satzverläufe durchaus noch drehen können. Das waren nur Nuancen. Ich muss aber auch sagen: Wir waren vom Kopf her da, waren nicht hektisch und haben ständig versucht, weiter zu arbeiten. Aber es ist eben dieses Mal nicht gelungen, das Momentum auf unsere Seite zu ziehen. Dresden hatte sich ein paar Dinge überlegt und vieles dann auch gut gemacht. Und sie hatten ein paar Körner mehr. Aber nun haben auch wir am Samstag eine neue Chance.“ 

Content VCW Foto Detlef Gottwald

Der VC Wiesbaden hat beim sechsfachen Meister Dresdner SC ein wahres Husarenstück geliefert! Im ersten von drei möglichen Viertelfinalspielen gegen die Sächsinnen im Kampf um die Deutsche Meisterschaft gewannen die Hessinnen in der Margon Arena nach fünf Sätzen (28:26, 26:28, 15:25, 25:23, 21:19). Die Mannschaft zeigte mit Ausnahme des dritten Satzes eine klasse Teamleistung und belohnte sich nach spannendem Matchverlauf. Den spielentscheidenden Ball versenkte Außenangreiferin Tanja Großer

Das Team von Benedikt Frank, Christian Sossenheimer, Tigin Yağlioğlu und Daniel Ramirez bot ihre wohl reifste Leistung im Saisonverlauf der 1. Volleyball Bundesliga Frauen – und das zum richtigen Zeitpunkt. Die Elemente funktionierten über weite Strecken hinweg gut – und vor allem die Köpfe spielten mit. Dem Ausfall der verletzten Kapitänin Nina Herelová (Slowakei) begegnete die Mannschaft mit einer „Jetzt-erst-recht-Haltung“. Vertreterin Jonna Wasserfaller (Schweden) bewältigte ihre Herausforderung im Mittelblock mit Auszeichnung. Dem Dresdner SC wusste man in den entscheidenden Momenten den Schneid abzukaufen. Die favorisierte Mannschaft von Trainer Alexander Waibl trat am Ende nicht so konsequent auf, wie Viele und auch Waibl selbst es erwartet hatten. Der VCW hat nun am kommenden Mittwoch (20:10 Uhr) in der heimischen Halle am Platz der Deutschen Einheit die Möglichkeit, bei einem weiteren Sieg vorzeitig ins Halbfinale einzuziehen. Diese Ausgangslage dürfte für eine volle Halle sorgen.

Über 136 Minuten hinweg gab es eine Vielzahl an Ausgleichsmomenten und ein Hin und Her in Sachen knapper Führung. Die 2.735 Zuschauer in der Margon Arena sahen eine Partie, in der beide Formationen auf Augenhöhe agierten, allerdings mit dem besseren Ende für die Hessinnen, die sich auch nach Rückständen nicht aufgaben und im epischen Tiebreak die besseren Nerven bewiesen. 

Wiesbadens Diagonale Izabella Rapacz (Polen) holte sich die goldene MVP-Medaille (imposante 31 Punkte), Silber ging an Dresdens Mittelblockerin Tia Jimerson (USA; 23). Für die restlichen VCW-Punkte sorgten Außenangreiferin Jaidyn Blanchfield (USA, 19), Mittelblockerin Rachel Anderson (USA, 15), Tanja Großer (10), Jonna Wasserfaller (6), Zuspielerin Milana Božić ist (Bosnien und Herzegowina, 5) sowie Melissa Langegger (Kanada) und Celine Jebens (je 1).   

Erster Satz

Der VCW begann konzentriert und druckvoll und hatte sich beim 12:7 schon vier Punkte Vorsprung herausgespielt. Die Dresdnerinnen waren sichtlich überrascht. Beim 14:11 holte Benedikt Frank seine Damen an die Seitenlinie. Sein Team hielt die Gastgeberinnen zunächst in Schach (19:17, 20:18), ehe es enger wurde. Nach dem 22:22 lieferten sich Jaidyn Blanchfield und Tia Jimerson spannende „Privatduelle“: Die VCW-Angreiferin erschmetterte drei Satzbälle in Folge, die Jimerson zweimal zum Ausgleich konterte. Ein Wiesbadener Servicefehler führte zum 26:26. Beim 28:26 hatte der VCW den Satz dann endlich nach Hause gebracht. Eine reife Leistung bei guter Annahme und kreativen Lösungen am Netz, während der DSC viele Chancen verschenkt hatte.

Zweiter Satz

Der VCW ging zunächst in Führung, musste aber beim 8:8 den Ausgleich hinnehmen. Die Annahme hatte an Beständigkeit verloren. Dresden erzeugte mehr Druck (9:12 aus VCW-Sicht), ließ sich dann aber vom Gast mehrfach überlisten. Tanja Großer hämmerte den Ball zweimal nacheinander aufs Parkett, nun stand es 15:13 für den VCW. Dresden holte sich durch Tia Jimersons mächtigen Diagonalschlag die Führung zurück (19:18), konnte diese aber nicht bestätigen. Beide Teams glichen wiederholt aus. Nach Jonna Wasserfallers Ass hatte der VCW Satzball (26:25), der wiederum gekontert wurde. Zwei Wiesbadener Fehler bescherten den Gastgeberinnen das 28:26 und damit den Satzausgleich, den der VCW durchaus hätte verhindern können. 

Dritter Satz

Der Satzgewinn verlieh den Dresdnerinnen direkt ein paar mehr PS (3:8 aus VCW-Sicht). Wiesbadens Annahme hatte nun arge Probleme und auch der Angriff konnte sich nicht entscheidend durchsetzen. Benedikt Frank brachte Melissa Langegger für Tanja Großer und später Celine Jebens für Izabella Rapacz, aber viel klappte nicht mehr. Dresden leistete sich indes keinen Durchhänger und machte den Sack durch Außenangreiferin Jennifer Janiska kompromisslos mit 25:15 zu. Nun lag der VCW 1:2 hinten. Zu diesem Zeitpunkt schien die Luft raus. 

Vierter Satz

Die 2:0-Führung gab der VCW zunächst rasch wieder ab (3:5). Eine erfolgreiche Challenge durch Benedikt Frank brachte den Ausgleich (6:6) – sein Team nutzte das Momentum und zog nach geschickten Finten und guter Blockarbeit davon (15:11). Dresden erlaubte sich eine Reihe Eigenfehler, während der VCW mutig weiterpowerte (18:11). Der DSC bäumte sich kurzzeitig nochmal auf (23:19), was Benedikt Frank zur ersten Auszeit veranlasste. Rachel Anderson erkämpfte den ersten Satzball (24:19), aber nun baute ihr Team Fehler ein und es wurde eng (24:22). Zweite Auszeit des VCW an dieser Stelle. Aber dieses Mal behielt die Frank-Truppe die Nerven – 25:23 … Der VCW hatte das 2:2 geschafft! 

Fünfter Satz / Tiebreak

Mit schönem Doppelblock ging der VCW mit 3:2 in Führung. Beim 6:6 dann lange Diskussionen, denen Rachel Anderson und Izabella Rapacz ungerührt das 7:6 und 8:7 folgen ließen. Nun brachte Jennifer Janiska ihr Team wieder in Führung (9:8) und Lara Berger machte das 10:9. Dann wiederholt Ausgleich. Einen Mega-Ballwechsel entschied der VCW für sich (12:12). Und nun wurde es spannend wie in einem guten Krimi. Nach zwei schönen Doppelblocks hatte der VCW die ersten von mehreren Matchbällen – ein Fehler von Jaidyn Blanchfield brachte einen für den DSC! Es ging munter hin und her (18:18), ehe Tanja Großer mit 20:19 und 21:19 die umjubelten Schlusspunkte setzte.

STATEMENTS

Benedikt Frank (Headcoach): „Eine hochspannendes Match, keine Frage. Wir waren heute echt gut! Mindset, beherzte Aufschläge, gute Annahme, sehr viele richtige Entscheidungen … Das haben die Spielerinnen alle sehr gut umgesetzt, und das am Ende einer krassen Saison. Mich freut sehr, dass die Athletinnen immer an sich geglaubt haben. Und nun ist die Tür einen Spalt offen. Wir sind stolz, fahren guten Mutes nach Wiesbaden zurück und freuen uns auf Mittwoch.“

Jonna Wasserfaller: „Ich bin sehr, sehr stolz auf unser Team! Wir haben einen großen Fight geliefert. Beide Mannschaften wollten heute unbedingt gewinnen, darum war es so eng. Wir sind ruhig geblieben und das hat uns im Spiel gehalten. Im dritten Satz waren wir nicht ganz auf der Höhe, aber wir sind stark zurückgekommen. Insgesamt haben wir die nötige Aggressivität und viele smarte Lösungen gezeigt.“ 

Christopher Fetting (VCW-Geschäftsführer): „Was für ein Match! Wir haben nach Ninas Ausfall eine super Moral bewiesen. Gratulation an Mannschaft und Trainerstab. Diese tolle Leistung wollen wir jetzt am Mittwoch in eigener Halle bestätigen. Ich hoffe, dass sich viele Fans auch in den Osterferien für ein Volleyballfest begeistern. Wir brauchen größtmögliche Unterstützung von den Rängen und wollen gemeinsam ein Feuer abbrennen.“

Content VCW, Foto Detlef Gottwald

Der VC Wiesbaden musste liefern – und hat das getan. Am letzten Spieltag der Zwischenrundengruppe B der 1. Volleyball Bundesliga Frauen holten sich die Hessinnen mit ihrem 3:1-Sieg bei den Ladies in Black Aachen die Tabellenführung wieder zurück, die man am Freitag kurzzeitig an den USC Münster verloren hatte. Nach sechs Spielen und vier Siegen stehen für die Hessinnen abschließend 21 Punkte auf dem Tableau; Münster folgt mit 19 Zählern. Das bedeutet: Der VCW hat damit den sechsten Hauptrundenplatz nun ligaübergreifend bestätigt und geht nun wie erhofft ins erste von drei möglichen Playoff-Duellen (Best of 3) mit dem Dresdner SC, dem Dritten der Gruppe A. Die Sachsen haben derweil den SC Potsdam mit 3:1 aus der Margon Arena geschickt. Dort müssen sich die Wiesbadenerinnen am kommenden Samstag beweisen, ehe sie am Mittwoch darauf (27. März, 19:30 Uhr) ihr Heimrecht wahrnehmen.

Zum Spiel bei den Ladies in Black

Die 1.117 Zuschauer in der „kochenden“ Halle an der Neuköllner Straße sahen eine abwechslungsreiche Partie, in der sich auch das Heimteam als Tabellenletzter durchaus nochmal zu beweisen vermochte. Während sich die Ladies in Black beim 1:3 in die Saisonpause verabschiedeten, geht der anstrengende Ritt für den VCW weiter. Die Mannschaft zeigte gestern Courage, vor allem nach dem Ausfall von Kapitänin Nina Herelová (Slowakei), die im zweiten Satz verletzt den Platz verlassen musste. Das VCW-Trainertrio mit Christian Sossenheimer, Daniel Ramirez und dem verletzten Headcoach Benedikt Frank als „Co“ notierte – neben einer beachtlichen Moral der Truppe – verbesserte Aufschläge mit wirkungsvollen Varianten (etwa Außenangreiferin Tanja Großer mit Distanz-Float) und gute Impulse durch die beiden Einwechselspielerinnen Melissa Langegger (Kanada, Außenangriff) und Jonna Wasserfaller (Schweden, Mittelblock). Zuspielerin Milana Božić (Bosnien und Herzegowina) gestaltete das Spiel schnell und variabel, wovon ihre Mitspielerinnen, vor allem Mittelblockerin Rachel Anderson (USA), profitierten. Aus guter Abwehr heraus konnten die Hessinnen mit Ausnahme des zweiten Satzes ihr Spiel weitgehend solide aufziehen.

Rachel Anderson wurde mit der MVP-Medaille in Gold geehrt; Silber ging an Aachens niederländische Außenangreiferin Jolijn De Haan. Beste bei der Punktausbeute bei Wiesbaden: Diagonale Izabella Rapacz (Polen; 19), Tanja Großer und Rachel Anderson (je 10). Bei den Ladies in Black am erfolgreichsten: De Haan, Celine van Gestel (je 13), Gabby Goddard, Nicole Van de Vosse (je 11).

Spielverlauf: Erster Satz

Der erste Satz gestaltete sich bis zum 6:6 ausgeglichen, dann wurde die Fehlerrate bei Aachen höher. Beim VCW passte die Block-Feld-Abwehr und die Angriffe waren explosiver. Der zehnte Aachener Punkt – bei 18 für den VCW – resultierte aus einem Wiesbadener Ball an die hinlänglich bekannt niedrige Hallendecke. Beim 15:21 nahm Aachens Trainerin Mareike Hindriksen ihre zweite Auszeit, die den Gast indes nicht mehr aus dem Konzept brachte. VCW-Außenangreiferin Jaidyn Blanchfield (USA) sorgte für sieben Satzbälle. Ein Aachener Ball ins Aus brachte dem Gast das 25:18 und damit die 1:0-Satzführung. Eine reife Performance der Hessinnen bis dato. 

Zweiter Satz

Die Schwarzen Ladies waren keineswegs entmutigt und fanden sofort besser ins Spiel (4:1, 12:8). Wiesbadens Aktionen waren nun nicht mehr so präzise wie zuvor. Die Gastgeberinnen marschierten munter weiter; bei der zweiten technischen Auszeit lagen sie mit 16:10 in Front. Und dann beim 12:20 aus Wiesbadener Sicht ein Aufschrei! Mittelblockerin Nina Herelová war bei der Landung nach ihrem Einbeiner-Angriff gestürzt. Nach einer Behandlungspause musste die 30-Jährige vom Platz geführt werden. Fünf Punkte hatte die VCW-Kapitänin bis dahin eingefahren. Für sie kam Jonna Wasserfaller. Die Hessinnen machten danach direkt drei Punkte in Folge. Der VCW konnte wenig später mutig drei von sechs Satzbällen abwehren, musste diesen Abschnitt aber den Gastgeberinnen überlassen. Nach dem 15:21 stand es 1:1. Die Frage war nun, wie der Ausfall von Mannschaftskollegin Herelová kompensiert werden würde …

Dritter Satz

Vorweg: Der VCW zeigte eine prima Reaktion! Zunächst lag man in Führung, darunter ein Ass zum 2:1 durch Milana Božić, aber wenig später hinten (4:6). Ein schöner, langer Ballwechsel brachte das 7:7. Aachen zeigte nun über eine längere Phase hinweg die besseren Lösungen. Beim 10:14 wechselte Christian Sossenheimer Melissa Langegger für Jaidyn Blanchfield ein. Auf Aachener Seite hatte u.a. Mittelblockerin Gabby Goddard (USA) gute Momente. Aber: Wiesbaden war keineswegs gewillt, diesen Abschnitt herzuschenken und kämpfte sich auf 18:19 und 20:21 heran. Ein Ball ins Aus bescherte dem Gast den Ausgleich! Beim 22:21 für den VCW versuchte Mareike Hindriksen den Wiesbadener Lauf zu stoppen, aber ein erneuter Ausball ihrer Ladies brachte drei Satzbälle für den VCW (24:21). 25:22 hieß es kurz darauf – die Hessinnen hatten sich nach tollem Kampf mit der 2:1-Satzführung belohnt. 

Vierter Satz

Hier ging es zunächst mehrfach über Einstand. Ab dem 4:4 agierte der VCW dann sicherer und druckvoller (12:7) als der Gegner. Die Mittelblockerinnen Rachel Anderson und Melissa Langegger punkteten zum 14:11 und 18:15. Die Dreipunkte-Führung blieb bis zum 20:17 bestehen, dann zogen die agileren Gäste auf 22:17 davon. Ein umjubelter Doppelblock brachte das 23:17. Nachdem Izabella Rapacz einen satten Schlag ins lange Eck setzte, hatte der VCW sechs Matchbälle. Zwei vermochten die Ladies in Black noch abzuwehren – dann hatte der VCW das Spiel gewonnen: 25:18 = 3:1! Die verletzte Nina Herelová hatte das Geschehen inmitten der feiernden blauen Fantruppe verfolgt. 

STATEMENTS

Benedikt Frank (Headcoach): „Wir haben in einem emotionalen Spiel im Aachener Hexenkessel die richtigen Antworten gegeben. Ich muss aber konstatieren: Aachen hat im zweiten Satz und auch in der Mitte des dritten sehr gut agiert und uns vor einige Probleme gestellt. Unsere Mannschaft hat in heiklen Momenten gezeigt, dass alle füreinander kämpfen. Dieses Match war alles andere als leicht. Man muss sich nach einem Ausfall wie dem von Nina möglichst rasch taktisch neu justieren können. Mir tut es für unsere erfahrene Kapitänin unfassbar leid. Schauen wir mal, welche Auswirkungen das haben wird. Meine Mannschaft hat in dieser Saison bisher wahnsinnig viel leisten müssen. Das kann man nicht hoch genug würdigen.“

Rachel Anderson: „Wir hatten eine klare Aufgabe, nämlich zu gewinnen und den sechsten Platz zu sichern. Wir sind kraftvoll gestartet, aber im zweiten Satz hat Aachen unsere Offensive durch richtig gute Abwehrarbeit erfolgreich herausgefordert. Wir haben dann wieder zurückgefunden. An unseren Gesichtern konnte man den Druck, aber auch unseren Willen ablesen. Ich bin sehr stolz, dass wir dieses Match gewonnen haben. Nun gehen wir mit Selbstvertrauen in die Playoffs.“ 

Content VC Wiesbaden Foto Detlef Gottwald

Was für ein Match! Der VCW bot den 1.197 Zuschauern in der Wiesbadener Sporthalle Am Platz der Deutschen Einheit mal wieder Spannung pur beim 3:1-Sieg gegen die Roten Raben aus Vilsbiburg in der Zwischenrundengruppe B der 1. Volleyball Bundesliga Frauen. Dafür mussten sich die Gastgeberinnen teilweise mächtig strecken, denn es lief längst nicht alles so rund, wie man es sich nach zwei Wochen Pause vorgenommen hatte. Dass man am Ende der vier Sätze (29:27, 15:25, 25:23, 25:23) die tapferen Raben punktlos nach Bayern zurückschickte, war nämlich keine ausgemachte Sache. 

Die von den vier Trainern Christian Sossenheimer, Daniel Ramirez, Tigin Yağlioğlu und dem in der Reha befindlichen Headcoach Benedikt Frank als „Co“ beäugte VCW-Truppe musste sich über längere Strecken hinweg gegen gut gesetzte Angriffe der Gegnerinnen zu wehren. Vilsbiburg machte viele direkte Punkte, während Wiesbaden (bis auf den letzten Satz) oft umständlich agierte. Dass für die vielfach in Führung liegenden Raben am Ende nicht mehr heraussprang, lag auch an den besseren Nerven der Gastgeberinnen, die sich in den entscheidenden Momenten zu retten wussten. 

Dieser Sieg war richtig hart erkämpft – und er war auch nötig, um sich im Kampf um den Gruppensieg mit jetzt 18 Punkten zunächst weiter vom Verfolger USC Münster abzusetzen (13 Zähler), der morgen gegen die Ladies in Black Aachen antritt. Falls Münster dreifach punktet, kommt es am letzten Gruppenspieltag am nächsten Freitag/Samstag zum Showdown um den Gruppensieg. Wiesbaden misst sich am Samstag in Aachen, während Münster am Tag zuvor gegen Vilsbiburg gewinnen muss.

Zum Match – Erster Satz

Mühsamer Beginn der Gastgeberinnen: Der VCW lag dreimal mit einem Punkt vorn, aber Vilsbiburg ließ sich nicht den Schneid abkaufen, behielt lange eine Zweizählerführung bei und zog auf 18:13 davon. Gegen Diagonale Pauline Martin (Belgien) schien zunächst kein Kraut gewachsen. Sechs Punkte gingen bis dahin auf ihr Konto, ebenso viele hatte Wiesbadens Diagonale Izabella Rapacz (Polen) erzielt. Dann ein Zwischenspurt des VCW! Mittelblockerin Rachel Anderson (USA) besorgte mit einem Ass das 19:20. Nach einem umstrittenen Ball lag der VCW dann mit 21:23 hinten. Pauline Martins Angriff führte zu zwei Satzbällen für den Gast, aber VCW-Mittelblockerin Nina Herelová (Slowakei) konnte auf 23:24 verkürzen. Nun brachte Christian Sossenheimer im Zuspiel für Milana Božić (Bosnien und Herzegowina) Pauline Bietau – und die schaffte prompt ein Ass. Rachel Anderson und Iza Rapacz erschmetterten das 26:26 und das 27:27. Und nach Martins Ausball lag nun der VCW vorn … ein Ass von Außenangreiferin Jaidyn Blanchfield (USA) brachte dem VCW dann den ersten Satz (29:27 = 1:0)! Danach hatte es lange Zeit nicht ausgesehen. 

Zweiter Satz

Vilsbiburg zeigte sich keineswegs geschockt und ging mehrfach in Führung. Der VCW glich zwischendurch aus (5:5, 7:7), konnte das Momentum allerdings nicht drehen (9:13, 10:16, 12:19). Raben-Zuspielerin Hannah Kohn verstand es, ihre Angreiferinnen gut in Position zu bringen. Wieder kam Pauline Bietau ins Spiel, ebenso Celine Jebens für Iza Rapacz. Das belebte das Geschäft zumindest bis zum 15:21. Nach gutem Aufschlag der Vilsbiburgerinnen musste der VCW diesen Satz mit 15:25 abgeben (1:1). Der Elan aus dem ersten Abschnitt war verpufft. 

Dritter Satz

Hier gingen die Hessinnen rasch mit 3:0 in Führung, wurden dann aber durch zwei umstrittene Schiedsrichterentscheidungen aus dem Konzept gebracht (3:2), was der Gast zu nutzen wusste … 8:6 hieß es nach der ersten technischen Auszeit für die Raben. Wiesbaden schaffte es zu diesem Zeitpunkt nicht, Konstanz ins Spiel zu bringen und lag bei der zweiten technischen Auszeit mit 13:16 im Hintertreffen. Nina Herelová (18:20) und Jaidyn Blanchfield (21:23) sorgten dann aber für Hoffnung bei den Zuschauern … ein Raben-Ball ins Aus brachte das 22:23 und dann war sogar der Ausgleich erzielt (23:23)! Mit einem schönen Block brachte sich der VCW nun in Front – und dann der Satzgewinn! Jaidyn Blanchfield hatte den Block erfolgreich angeschlagen. Wie im ersten Satz hatten die Hessinnen einen schon verlorenen geglaubten Satz noch gedreht (25:23 = 2:1 nach Sätzen).

Vierter Satz

Mit einem mächtigen Service-Winner sorgte Iza Rapacz für die 3:2-Führung. Mehr als einen Punkt Vorsprung vermochte sich indes kein Team herauszuspielen, immer wieder ging es nach wechselnder Führung über Einstand (bis 15:15). Beim 17:15 lag der VCW dann erstmals mit zwei Zählern vorn. Nina Herelová stellte auf 19:17 und Jaidyn Blanchfield auf 21:19. Nachdem Vilsbiburg einen irren Ballwechsel für sich entschied, wurde es nochmal eng. Der VCW musste zunächst noch den Ausgleich hinnehmen (22:22, 23:23), aber ein Ass von Milana Božić bescherte den Gastgeberinnen den ersten Matchball – und der wurde umgehend zum 25:23 genutzt! Der VCW hatte für jede Menge Herzklopfen auf dem Spielfeld und den Tribünen gesorgt und ein aufregendes Match mit 3:1 für sich entschieden. 

Nina Herelová (bemerkenswerte 20 Mittelblockerpunkte) und Pauline Martin(26) holten sich die MVP-Medaillen in Gold bzw. Silber ab. Beim VCW punkteten noch Iza Rapacz (19) und Rachel Anderson (14) zweistellig; auf Raben-Seite schafften das neben Martin auch Mittelblockerin Britte Mayke Stuut (Niederlande) und Außenangreiferin Elaine Vazquez Rivera (Puerto Rico; je 14) sowie Monika Salkute aus Litauen (Außenangriff; 10).

 

STATEMENTS

Christian Sossenheimer (Coach): „Ja, das war schon schwankend. Nach den letzten beiden Spielen gegen Aachen und Münster haben wir nicht so sehr vor Selbstbewusstsein gestrotzt. Heute haben wir den Kampf aber endlich wieder angenommen. Wir konnten am Schluss nochmal zulegen und dies auch trotz einiger strittiger Schiedsrichterentscheidungen gegen uns. Dennoch: Wir haben das Ganze umgebogen. Wir wollten gewinnen – egal wie – und das haben wir geschafft. Darauf können wir stolz sein!“ 

Benedikt Frank (als „Co“ an der Seite): „Vilsbiburg ist schwer zu bespielen, das haben die vier Begegnungen in dieser Saison gezeigt. Wir haben zwar alle gewonnen, aber alle waren auch eng. Wir hatten also keinen Grund, die Raben zu unterschätzen. So einen Gegner mit einer sehr guten Diagonalen muss man erstmal schlagen. Wir haben im Verlauf der heutigen Partie unsere Struktur wiedergefunden und einen wichtigen Schritt gemacht.“

Rene Sain (Libera): „Das war ein hartes Stück Arbeit und sicher nicht unsere beste Leistung. Wir mussten viel Kraft gegen einen stabilen Gegner aufwenden, aber am Ende hat es gereicht. Nun können wir mit einem Sieg in Aachen aus eigener Kraft den Gruppensieg klarmachen.“ 

Content VCW Foto Detlef Gottwald

Der VC Wiesbaden hat die Verträge mit Headcoach Benedikt Frank sowie den Co-Trainern Christian Sossenheimer und Daniel Ramírez Santana um jeweils drei weitere Jahre verlängert. Aufgrund der Verletzung von Frank ist kürzlich mit Tigin Yağlioğlu ein vierter Trainer hinzugestoßen, der zunächst bis Saisonende die 2. Mannschaft des VC Wiesbaden übernimmt und auch bei den Profis an der Seitenlinie sitzt. Sportlicher Kopf des VC Wiesbaden bleibt Benedikt Frank (wir berichteten). 

VCW-Geschäftsführer Christopher Fetting verweist auf „sehr gute und erfolgreiche Zusammenarbeit“ mit Frank und Sossenheimer in den vergangenen zweieinhalb Jahren und die „top Ergänzung“ durch die fachliche Expertise des Spaniers Ramírez. Dieser saß als Nachfolger von Olaf Minter (zum Deutschen Volleyball-Verband gewechselt) als zweiter Co-Trainer und Scout bei den VCW-Testspielen vor Saisonbeginn im Herbst 2023 erstmals mit dem Laptop auf der Trainerbank. 

„Die Trainer harmonieren fachlich und menschlich sehr gut miteinander. Sie haben es verstanden, die Mannschaft sukzessive auf ein besseres Niveau zu heben. Zum Erfolg haben auch neue Aspekte in den Bereichen Trainingsarbeit, Spielvorbereitung und Spielanalyse beigetragen“, so Christopher Fetting. „Platz vier nach der Rückrunde 2022/2023, die Playoffs und das begeisternde Auftreten im CEV Volleyball Challenge Cup 2023/2024 waren erste Meilensteine. Unser Weg ist aber noch lange nicht zu Ende. Wir wollen uns auf hohem Niveau stabilisieren und in absehbarer Zeit um Medaillen mitspielen“ – ein ehrgeiziges Ziel, das maßgeblich auch von wirtschaftlichen Faktoren abhänge. Fetting: „Wir behalten das große Ganze im Blick – den Club mit Profis und Nachwuchs, mit Fans, Unterstützern, Sponsoren, aber auch den Ausbau des Volleyballstandorts in Wiesbaden. Dabei ist Kontinuität sehr wichtig. Die Vertragsverlängerung mit unserem bewährten Trainer-Trio ist ein maßgeblicher Baustein.“ 

Headcoach Benedikt Frank (43 Jahre; seit Mitte 2021 beim VCW): „Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, beim VCW nochmal zu verlängern – und dann gleich für drei Jahre. Sportlich betrachtet sind wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren stetig besser geworden, das gilt für Trainingsgestaltung, Spielanlage, Ergebnisse. Noch haben wir nicht das Niveau von Mannschaften wie Stuttgart und Schwerin, aber wir wollen uns Schritt für Schritt heranrobben. Wir sind uns einig darin, wie und wohin wir den Club sportlich führen wollen und ich hoffe, dass noch mehr Leute unseren Weg mitgehen. Wir hatten auch einige Tiefs zu bewältigen, etwa Verletzungen, Abgänge und auch den Tod des wichtigen Menschen und Trainers Raimund Jeuck, haben aber immer gemeinschaftlich gute Lösungen gefunden. Und trotz der diffizilen wirtschaftliche Lage sehe ich Fortschritte in der Spielbetriebs GmbH und in der Nachwuchsarbeit. Ich habe auch die 2. Mannschaft des VCW im Blick und kann so unsere Philosophie tiefer in der Kaskade verankern. Wir kreieren an der Spitze Dauerbrenner wie Rene Sain, Tanja Großer oder auch Nina Herelová, die sich ihrer Vorbildfunktion für unsere rund 40 Mannschaften bewusst sind. Die Zusammenarbeit mit Geschäftsführung und Geschäftsstelle, Staff und Mannschaft, aber auch mit den vielen unermüdlichen Ehrenamtlichen läuft immer besser. Und: Ich habe in Wiesbaden geheiratet und eine Familie gegründet. Es passt hier einfach ... auch wenn ich als Bayer zuweilen meine kulinarischen Schmankerl vermisse.“ 

Christian Sossenheimer (52 Jahre; seit 2010 beim VCW): „Ich habe ja schon einige auch turbulente Jahre beim VCW erlebt. Der Club hat bisher immer die Kurve bekommen. Mir macht es hier einfach Spaß. Es herrscht ein gutes Arbeitsklima, man wird gehört. Die Zusammenarbeit mit Christopher Fetting läuft gut und im Trainerteam klappt es prima. Mit Daniel haben wir einen coolen Typen gewonnen, der uns mit seinem speziellen Know-how bereichert. Wir können uns alle drei auch kritisch austauschen und finden immer einen gemeinsamen Nenner. Die jetzige Saison ist eine ganz besondere für den VCW – sehr anstrengend, aber sehr lehrreich für alle. Die Erfahrung, die wir gerade machen, ist unbezahlbar. Wir wollen uns weiter auch international etablieren. Diese Saison soll keine Eintagsfliege bleiben.“

Daniel Ramírez Santana (42 Jahre; seit August 2023 beim VCW): „Ich bin stolz, auch für die nächsten Jahre ein Teil der VCW-Familie zu sein und musste nicht lange zögern. Ich erfahre hier in Wiesbaden Respekt, Vertrauen und Stabilität. Die Zusammenarbeit mit dem Trainerteam, aber auch mit allen anderen, die für den Verein arbeiten, ist sehr gut und fruchtbar. Für mich als Spanier ist es interessant, auch mit den anderen Trainern im Verein über ‚Volleyballkultur‘ zu diskutieren. Wir nehmen nichts als selbstverständlich hin und suchen laufend nach neuen Wegen, um Spielerinnen weiterzuentwickeln. Der VCW arbeitet hart daran, die Lücke auch in wirtschaftlicher Hinsicht zu schließen, in der Bundesliga noch näher an die Spitze zu rücken und auch in Europa konkurrenzfähig zu sein. Dabei will ich mit wichtigen Impulsen auf der sportlichen Seite unterstützen.“

Content VC Wiesbaden Foto Detlef Gottwald

VC Wiesbaden verliert gegen Münster mit 0:3

Das hatten sich die Wiesbadenerinnen ganz anders gedacht: Nach einem enttäuschenden 0:3 in Münsters Halle Berg Fidel musste die Truppe von Interimscoach Christian Sossenheimer am Samstagabend mit leeren Händen den Rückweg in die hessische Landeshauptstadt antreten. Die 1.023 Zuschauer erfreuten sich zurecht an einer stabilen Leistung ihres Heimteams, während sich der VCW chancenlos durch drei Sätze mühte. Man hatte keinen Zugriff auf das Geschehen bekommen und meist regiert anstatt zu agieren. Viele Angriffsbälle kamen (erfolgreich) vom USC zurück. Auch in diesem Match gingen die Punkte nach langen Rallys oft wieder an die andere Seite. Kein Wunder, dass sich VCW-Außenangreiferin Tanja Großer am Ende kaum über ihre MVP-Medaille freute. Die Goldene holte sich Geburtstagskind Luisa van Clewe (Mittelblock; 1,93 Meter). 

Das Spiel ist schnell zusammengefasst: Schwerfälliger Beginn im ersten Satz; der VCW brauchte viele Anläufe, um nach eigenen Aktionen zu punkten. Nachdem man schon mit vier Zählern im Rückstand lag, konnte Izabella Rapacz zwischenzeitlich mit schönem Heber noch zum 12:12 ausgleichen. Bei der zweiten technischen Auszeit lag der USC Münster dann aber wieder mit 16:14 vorn. Beim 15:19 brachte Christian Sossenheimer Melissa Langegger (Kanada) für Jaidyn Blanchfield im Außenangriff. Der VCW bekam indes die Kurve nicht mehr. Mit einem Aufschlagfehler verschafften die Hessinnen den Gastgeberinnen fünf Satzbälle, die der USC-Block kompromisslos zum 25:19 und damit zur 1:0-Führung verwandelte. 

Zweiter Satz: Mit einem Ass brachte Jaidyn Blanchfield den VCW zunächst mit 4:3 in Führung. Münsters Außenangreiferin Mikala Mogensen (Dänemark) glich mit starkem Block zum 5:5 aus und sorgte postwendend für das 6:5. Die VCW-Angriffe kamen allerdings weiterhin zu zögerlich, die „Unabhängigen“ waren dagegen stets auf der Hut und zogen über 15:13 auf 22:17 durch die Diagonale Gloria Mutiri (USA) davon. Beim 17:23 aus VCW-Sicht kam VCW-Mittelblockerin Jonna Wasserfaller (Schweden) aufs Feld. Und wieder brachte ein Wiesbadener Service ins Aus fünf Satzbälle für den USC, den Mutiri zum 25:19 nutzte. Nach dem 0:2 mussten die Hessinnen nun endlich ins Spiel finden …  

Dritter Satz: Enger Satzverlauf bis zur ersten technischen Auszeit (7:8 aus VCW-Sicht nach mehrfachem Einstand), aber dann beeilten sich die Gastgeberinnen (11:7, 17:12, 20:16). Beim 18:21 brachte Coach Sossenheimer Pauline Bietau für Milana Božić im Zuspiel. Der VCW konnte zwar nochmal auf 19:22 stellen, rückte aber nicht mehr gefährlich an Münster heran und gab den Satz schließlich mit 20:25 ab – der Abend hatte mit einem 0:3 kein Happy End. 

Alle Elemente hatten nicht zur Normalform gefunden. Angriff und Mittelblock machten zu wenig aus ihren Chancen, was sich auch in der Statistik niederschlägt: Izabella Rapacz (13), Tanja Großer (10), Nina Herelová und Melissa Langegger (je 5), Jaidyn Blanchfield und Rachel Anderson (je 3), Milana Božić und Jonna Wasserfaller (je 2); beim USC Münster punkteten Gloria Mutiri (15) sowie Elena Kömmling und Mikala Mogensen zweistellig (je 10). 

Enge Tabelle

An der Tabellenspitze der Gruppe B wird es jetzt eng; der VCW bleibt bei 15 Punkten stehen, während Münster sich auf 13 Zähler herangeschlichen hat. Und nun haben auch die Ladies in Black Aachen plötzlich wieder Chancen auf Gruppenplatz drei und damit den wichtigen achten Gesamtrang, der den Einzug in die Playoffs bedeutet. Nach dem Sieg beim VCW am vergangenen Wochenende konnten die Schwarzen Ladies im Parallelspiel am Samstag nun auch die Roten Raben Vilsbiburg bezwingen. In der Zwischenrunde (Plätze 6 bis 9) der 1. Volleyball Bundesliga der Frauen hat sich damit ein unerwarteter Spannungsbogen ergeben. Wiesbaden muss sich nun für das Heimspiel gegen die Roten Raben am Samstag in 14 Tagen sammeln und eine neue Strategie überlegen.

STATEMENTS

Christian Sossenheimer (VCW-Coach): „Gegen die Teams in unserer Gruppe muss man insbesondere auswärts dagegenhalten. Wir waren heute leider nicht bereit für das Spiel und haben dem Gegner nicht gezeigt, dass wir das Match gewinnen wollten. Die Münsteranerinnen waren wie erwartet abwehrstark, haben mehr gekämpft und den Sieg schlichtweg mehr gewollt. Sie waren zum Beispiel in Aufschlag-Annahme besser. Das war – neben dem Heimspiel gegen Potsdam – unser schlechtestes Spiel in dieser Saison. Ich hoffe jetzt auf eine eindeutige Reaktion in den noch ausstehenden zwei Spielen der Zwischenrunde.“

Christopher Fetting (VCW-Geschäftsführer): „Eigentlich wollten wir uns mit einem Sieg absetzen, um den sechsten Gesamtrang abzusichern. Das war das erwartet schwere Spiel, aber Münster hat eindeutig mehr Biss und Energie gezeigt und auch viel weniger Fehler gemacht. Wieder einmal waren auch einige Schiedsrichterentscheidungen fragwürdig, was zeigt, dass wir das Challenge-System ernsthaft nochmal in den Fokus rücken sollten. Aber das soll keine Entschuldigung sein. Unsere Spielerinnen haben viele Spiele in den Knochen, das macht sich zuweilen auch bemerkbar. Wir brauchen jetzt zwei Siege, um es nicht auf ein Rechenexempel ankommen zu lassen.“

Content VC Wiesbaden Foto Detlef Gottwald

Es hatte so gut angefangen vor 931 Zuschauern in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit! Der VC Wiesbaden machte am Samstagabend im Zwischenrundenspiel der 1. Volleyball Bundesliga Frauen gegen die bisher punktlosen Ladies in Black Aachen zwei Sätze lang eigentlich alles richtig (25:16 und 28:26) – um dann den Rhythmus zu verlieren und so den Gegner aufzubauen, bis dieser als Sieger die Halle verließ (23:25, 19:25, 14:16). Wie in den vergangenen Matches auch war die VCW-Performance wieder höchst wechselhaft, aber dieses Mal kriegten die Hessinnen nicht mehr die Kurve. Auch die mehrfache Führung im Tiebreak konnten die von Christian Sossenheimer, Tigin Yağlioğlu und Daniel Ramirez betreuten Hausherrinnen nicht nutzen. Man hatte beim 2:3 einen Punkt geholt, aber zwei verloren. Die Überraschung war damit perfekt. Die Ladies in Black wahrten mit ihrem Sieg beim Favoriten der B-Gruppe die Chance auf den dritten Platz, der für die Playoffs reicht, können diesen aber aus eigener Kraft nicht mehr erreichen. Der VCW liegt mit 15 Punkten in Front. Nun  heißt es für die Hessinnen am 24. Februar beim USC Münster Wiedergutmachung zu betreiben. Positiv: Die seit Monaten hochbeanspruchte Truppe hat endlich einmal eine Woche lang Pause, um Kraft zu schöpfen und zu analysieren.

Erster Satz 

Zunächst schnelles Spiel, keine langen Ballwechsel … Der VCW sicherte sich rasch einen komfortablen Vorsprung (9:6, 16:10). Der Aachener Anhang (rund 30 Fans waren mit in die hessische Landeshauptstadt gekommen), bejubelte zwischenzeitlich ein Ass von Mittelblockerin Gabby Goddard (USA) zum 14:19, musste dann aber sehen, wie der VCW unbeirrt dem Satzgewinn entgegenstrebte (23:15). Ein Aufschlag ins Aus bescherte den Gastgeberinnen acht Satzbälle. Außenangreiferin Tanja Großer nutzte gleich den ersten zum 25:16. Der VCW hatte nur 22 Minuten benötigt und Diagonale Izabella Rapacz (Polen) schon neun Punkte auf dem Konto.

Zweiter Satz

Auch in diesem Abschnitt marschierte die Sossenheimer-Truppe munter voran. Beim 7:2 hatte der VCW fünf Punkte in Serie erzielt. Als sich der Gast auf 13:15 heranrobbte, nahm der Coach die erste Auszeit. Das Publikum nutzte die Minipause zur La-Ola-Welle. Dann wurde es zunehmend spannender … weil der VCW an Sicherheit in Angriff, Block- und Feldabwehr verlor. Aachens niederländische Außenangreiferin Jolijn de Haan und die französische Diagonale Lara Davidovic verkürzten auf 15:16 und 16:17, und dann stand es gar 17:17! Der VCW hatte unnötig satte Vorsprünge aus der Hand gegeben, berappelte sich aber wieder. Mittelblockerin Rachel Anderson (USA) blockte zum 20:18 – ein Heber von Iza Rapacz brachte drei Satzbälle (24:21), aber die Schwarzen Ladies gaben nicht auf (24:23). Christian Sossenheimers zweite Auszeit half nicht, und nun hatte Aachen Satzball (25:24)! Erst beim 28:26 für den VCW mussten sich die Gäste geschlagen geben (= 2:0 für den VCW). 

Dritter Satz

Trotz des 0:2-Rückstands ließen sich die Ladies in Black nicht entmutigen. Im Gegenteil: Die Truppe von Cheftrainerin Mareike Hindriksen ging ohne Gegenwehr des VCW mit 14:5 in Führung! Die Hessinnen hatten in allen Elementen den Faden verloren, der Block schlug wiederholt vergeblich in die unüberwindliche Wand. Christan Sossenheimer wechselte: Pauline Bietau und Celine Jebens kamen für Milana Božić (Bosnien und Herzegowina) und Izabella Rapacz (Zuspiel und Diagonal. Das sollte sich zunächst bezahlt machen … Tanja Großer gelangen zwei Punkte in Folge zum 12:18. Rachel Anderson stellte auf 15:18, Außenangreiferin Jaidyn Blanchfield (USA) auf 16:18 und Celine Jebens auf 19:20 sowie 20:20! Die Halle kochte! Mit einem Blockpunkt brachte Blanchfield den VCW gar mit 22:21 in Führung, was Aachen aber kurz darauf diskussionswürdig zum 24:23 für sich ummünzte. Aber dann hatte die Hindriksen-Truppe diesen Abschnitt doch noch gewonnen (25:23) und nach Sätzen auf 1:2 verkürzt. 

Vierter Satz

Auch hier hatte der Gast den besseren Beginn (5:10 aus VCW-Sicht). Libera Rene Sain mühte sich anfangs mehrmals redlich, aber die Angriffe ihrer Mitspielerinnen kamen zu zaghaft. Inzwischen waren Melissa Langegger (Kanada) für Tanja Großer sowie wieder Pauline Bietau und Celine Jebens im Spiel. Die Ladies in Black zeigten sich unbeeindruckt, blieben konstant in den Elementen und zogen auf 18:11 und 24:18 davon. Einmal konnte der VCW noch punkten, aber Aachen machte auch diesen Sack zu (25:19). Beim VCW hatten Energie und Konzentration gefehlt, um adäquate Nadelstiche zu setzen. Konsequenz: Nach der 2:0-Führung musste man tatsächlich in den fünften Satz.

Tiebreak

Nach umkämpftem Beginn (4:4) und pfiffigem Heber von Celine Jebens (6:6) ging der VCW mit 9:7 in Führung. Ein Aachener Service ins Netz brachte das 10:8. Außenangreiferin Celine van Gestel (Belgien) schlug weit ins Aus (12:10). Nach einer langen Rallye stellte der Gast auf 12:13 und postwendend auf 13:13! Und nun hatte Aachen sogar Matchball! Den konnte Jaidyn Blanchfield noch mit einem Hammerschlag abwehren, aber dann war es passiert: Die Ladies in Black hatten tatsächlich auch den fünften Satz gewonnen (16:14) und beim 3:2-Sieg verdient zwei wichtige Punkte erobert. Glückwunsch!

Statistik

Celine Jebens wurde mit der silbernen MVP-Medaille ausgezeichnet. Gold ging an Lara Davidovic, die erst im zweiten Satz auf den Platz kam und am Ende 19 Zähler auf dem Konto hatte. Zweistellig punkteten auch ihre Mitspielerinnen Jolijn De Haan (17), Gabby Goddard (13) sowie Mittelblockerin Wiebke Silge (11). Beim VCW scorten Jaidyn Blanchfield (19), Izabella Rapacz und Rachel Anderson (je 15), Tanja Großer (13), Celine Jebens (12), Mittelblockerin Nina Herelová (Slowakei; 7) sowie Melissa Langegger (2).

STATEMENT

Christian Sossenheimer (VCW-Coach): „Wir hatten eigentlich bis Mitte des zweiten Satzes alles unter Kontrolle. Alles ging auf, so wie wir uns das gedacht hatten. Aber dann haben wir den Fokus und die Konzentration verloren. Das müssen wir im Nachgang analysieren. Wir haben definitiv gekämpft, aber für den Turnaround hat es nicht mehr gereicht. Aachen hat als Underdog wie erwartet Alles oder Nichts gespielt, vieles noch aufs Feld gebracht und uns den Schneid abgekauft. Sie haben das gut gemacht, keine Frage. Ich muss aber deutlich sagen: In der Gruppe B spielen alle vier Mannschaften auf Augenhöhe und dann sind nun einmal auch alle Matches eng. Die Niederlage heute war sicher auch für die Zuschauer nicht schön, aber alles in allem auch kein Drama. Wir haben nun Zeit, den Kopf freizubekommen und uns in Ruhe auf Münster vorzubereiten.“

Content VC Wiesbaden Foto Detlef Gottwald

Volatil – so lässt sich die Performance des VC Wiesbaden mal wieder bezeichnen. 3:2 (25:22, 13:25, 25:16, 19:25, 15:11) hieß es nach 104 Minuten im Zwischenrundenspiel der 1. Volleyball Bundesliga Frauen gegen die Roten Raben Vilsbiburg. Der VCW entführte damit zwei Punkte aus dem bayerischen „Rabennest“ und bleibt unangefochtener Tabellenführer der Gruppe B. Die erneut von Co-Trainer Christian Sossenheimer und dem spanischen Scout Daniel Ramirez betreuten Hessinnen hatten dabei mehr als gedacht zu tun und mussten nach einigem Auf und Ab in den Tiebreak, der dann aber vergleichsweise souverän gewonnen wurde.

Im Vorfeld der Begegnung lag das Interesse vor allem auf den zwei fleißigsten Punktsammlerinnen der Liga: Pauline Martin (Vilsbiburg; Belgien) und Wiesbadens Izabella Rapacz (Polen). Beide Diagonalspielerinnen wurden am Ende dann auch als MVPs geehrt (Rapacz in Gold) und sie lagen auch in der Statistik weit vorn: Rapacz steuerte 26 Zähler bei, Martin scorte 24 Punkte. Christian Sossenheimer hatte zuvor im Interview bei „Sport1 extra“ betont, dass es trotz Diagonaldominanz darauf ankommen würde, die Angriffspunkte möglichst breit auf mehreren Schultern zu verteilen. Die weiteren VCW-Zähler besorgten die Mittelblockerinnen Rachel Anderson (USA; 13) und Nina Herelová (8), die Außenangreiferinnen Jaidyn Blanchfield (USA; 12), Tanja Großer (11) und Melissa Langegger (Kanada; 1) sowie Zuspielerin Milana Božić (Bosnien und Herzegowina; 8). Letztere überzeugte vor allem durch wirkungsvolle Services.

Erster Satz

Im ersten Satzdrittel vermochte sich zunächst kein Team nennenswert abzusetzen. Beim 16:12 hatte der VCW sich dann einen Vorsprung von vier Punkten erobert, der aber beim 18:18 wieder aufgebraucht war. Die Hessinnen behielten dennoch die Ruhe. Tanja Großer markierte das 22:20 und das 23:21. Nina Herelová beendete eine lange Rallye zum 24:22 (zwei Satzbälle). Jaidyn Blanchfield machte postwendend Satz eins klar (25:22 = 1:0 für den VCW). 

Zweiter Satz

Wiesbaden nahm den Schwung allerdings nicht mit in den zweiten Abschnitt. Plötzlich war die Konzentration weg. Vilsbiburg setzte den Gast mit besseren Lösungen mächtig unter Druck (4:3, 9:5, 12:5). Christian Sossenheimer nahm zwischenzeitlich Milana Božić aus dem Spiel und brachte Pauline Bietau im Zuspiel. Beim 8:16 kam Melissa Langegger für Jaidyn Blanchfield. Der VCW bekam den Sand nicht mehr aus dem Getriebe. Letzte Aktion war ein Angriff von Izabella Rapacz, den der Vilsbiburger Block entschlossen entschärfte. Die Raben hatten mit ihrem 25:13 zum 1:1 ausgeglichen. Beide Mannschaften gingen anschließend für zehn Minuten in die Kabinen. Insbesondere Christian Sossenheimer hatte seinen Athletinnen einiges mit auf den Weg zu geben. 

Dritter Satz

Nach einer Verwarnung für den VCW wegen Verzögerung war es nun interessant zu sehen, wer besser aus dieser ungewohnten Pause kam. Und tatsächlich hatte sich der VCW wieder berappelt und ging mit 5:3 und 8:5 in Führung. Die Aktionen waren klarer, der Block stand wesentlich besser als im Satz zuvor. Jetzt zeigten sich die Raben beeindruckt. Tanja Großer und Milana Božić stellten auf 16:12 und 19:15. Izabella Rapacz verschaffte ihrem Team acht Satzbälle (24:16), und wie schon im ersten erfolgreichen Abschnitt war es Jaidyn Blanchfield, die den Sack zumachte (25:16 = 2:1 für den VCW). 

Vierter Satz

Jetzt war Vilsbiburg früh am Drücker (4:1). Der VCW konnte das Momentum zunächst noch drehen und lag bei engem Satzverlauf mit 9:7, 12:11 und 16:15 in Führung. Aber dann drehte der Gastgeber wieder auf – und nun lag der Gast mit 16:19 hinten! Nina Herelová ging vom Feld, für sie kam Jonna Wasserfaller (Schweden) im Mittelblock. Die Raben blockten unterdessen alles humorlos weg und schlugen immer wieder druckvoll auf. Celine Jebens kam für Milana Božić. Beim VCW wollte allerdings bis zum Schluss nichts mehr klappen (16:22, 18:24). Der Satz ging mit 19:25 weg – und nun musste man in den Tiebreak. 

Fünfter Satz

Beim 4:3 ging der VCW erstmals in Führung und zeigte im weiteren Verlauf die solideren Lösungen (10:7, schöner Heber von Jaidyn Blanchfield). Beim 11:10 wurde es nochmal eng, was die Hessinnen aber nicht mehr entmutigen sollte. Izabella Rapacz machte das 15:11 und damit den 3:2-Sieg für den VCW klar. Die über die vergangenen Monate stark geforderte Mannschaft hatte im „Rabennest“ viele Körner gelassen, ehe der Sieg vor 626 Zuschauern feststand. Schon am kommenden Samstag geht es in der heimischen Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit weiter: Um 17 Uhr wird die Partie gegen die Ladies in Black Aachen angepfiffen. 

STATEMENTS

Christian Sossenheimer: „Das war das erwartet schwere und enge Spiel wie schon in den Begegnungen zuvor. Vilsbiburg hat zeitweise mega aufgeschlagen. Heute war es ein Match des Wollens, das wir mit guter Einstellung für uns entschieden haben. Man hat aber schon gemerkt, dass uns zwischenzeitlich auch mal die nötige Energie gefehlt hat. In der Zehnminutenpause haben wir uns vor Augen gehalten, was wir im ersten Satz clever gemacht haben. Das hat dann ja auch im dritten Satz funktioniert. Die Raben sind dann im vierten nochmal zurückgekommen.  Dass wir den Tiebreak gewonnen haben, zeugt von der guten Moral der Mannschaft.“ 

Content VC WIesbaden Foto Detlef Gottwald

Der VC Wiesbaden zeigt sich nach dem Halbfinal-Aus im internationalen Wettbewerb drei Tage später gut erholt. Im ersten Zwischenrundenspiel der 1. Volleyball Bundesliga Frauen wurde der USC Münster mit 3:0 besiegt (30:28, 26:24, 25:12). 567 Zuschauer sahen eine Partie, die in den ersten beiden Sätzen heftig umkämpft war. Der USC verkaufte sich teuer, gewann viele lange Ballwechsel, vermochte aber dann nach dem 0:2-Satzrückstand keine Energie mehr zu entfalten. Der VCW dagegen drehte im dritten Satz mächtig auf und brachte das Spiel ungefährdet und rasch nach 22 Minuten zu Ende. 

Christian Sossenheimer, der als Coach gemeinsam mit Scout Daniel Ramirezwieder den verletzten Cheftrainer Benedikt Frank an der Seitenlinie vertrat, ließ die bewährte Stammformation ohne Wechsel durchspielen: Jaidyn Blanchfield (USA) und Tanja Großer (beide Außenangriff), Izabella Rapacz (Diagonal; Polen), Milana Božić (Zuspiel; Bosnien und Herzegowina), Nina Herelová (Slowakei) und Rachel Anderson (USA); beide Mittelblock) sowie Rene Sain (Libera; Kroatien).

Erster Satz

Der VCW begann furios, spielte schnell, schlug gut auf und machte es dem USC zunächst schwer, ins Spiel zu finden (3:1, 9:3 Ass durch Izabella Rapacz). Beim 10:14 nahm Münsters Cheftrainerin Lisa Thomsen die erste Auszeit. Der VCW ließ den USC nochmal auf zwei Punkte herankommen (18:16), zog dann auf 20:16 davon – was Thomsen zur zweiten Auszeit veranlasste. Und das sollte sich auszahlen: Ihre Spielerinnen kämpften sich auf 19:20 und 20:21 heran und machten im Fortgang einen stabileren Eindruck als noch zu Beginn. Als Tanja Großer ins Aus schlug, hatte der Gast den Ausgleich hergestellt (21:21). Großer besorgte dann beim 24:23 den ersten Satzball für ihr Team, das aber noch weitere Versuche brauchte, um den Satz nach Hause zu bringen. Ein Aus-Ball Münsters führte zum 29:28 für den VCW, der dann obendrein von einem USC-Schlag ins Netz profitierte – 30:28 (= 1:0) hieß es somit für den Gastgeber. Münster hatte sich über weite Strecken gut in Annahme und Block-Feldabwehr gezeigt. Wiesbadener hatte beim Aufschlagdruck noch Luft nach oben, aber in engen Situationen auch bei Rückstand die besseren Nerven.

Zweiter Satz

Dieser Abschnitt war von Beginn an stark umkämpft; kein Team vermochte sich  zunächst mit mehr als zwei Punkten abzusetzen. Ein schöner Doppelblock von Iza Rapacz und Nina Herelová führte zum 10:9. Tanja Großer stellte auf 14:13. Aber nun ging der USC nach langem Ballwechsel wieder in Führung (16:15), die die Thomsen-Truppe dann lange halten konnte (18:16, 23:20). Nach Christian Sossenheimers Auszeit machten Nina Herelová und Tanja Großer zwei wichtige Punkte in Folge. Und dann wieder ein langer Ballwechsel, den der USC für sich entschied (24:23). Der Satzball konnte indes nicht verwertet werden. Nach einem Aus-Ball Münsters hatte nun der VCW Satzball (25:24) – und dieser saß, weil Münster wieder einmal in enger Situation das Feld nicht traf. Nach dem 26:24 hatten die Hessinnen nun auch den zweiten Satz für sich entschieden. 

Dritter Satz

Zunächst ausgeglichener Satzbeginn mit wechselnder Führung bei präsentem USC-Block. Bei der ersten technischen Auszeit lag der VCW dann mit 8:6 vorn und er erhöhte danach ungestört auf 11:6 durch Jaidyn Blanchfield. Die Wiesbadener Angriffe kamen platzierter und auch der Aufschlagdruck war höher. Iza Rapacz stellte vielumjubelt auf 15:8. Lisa Thomsen holte ihre Damen kurz vor der technischen Auszeit nochmal an die Seite, um den Lauf des VCW zu stoppen. Der aber blieb dominant. Ein Ass durch Milana Božić bedeutete das 18:8. Rachel Anderson stellte wenig später auf 23:10. Izabella Rapacz sorgte für die letzten gewinnbringenden Zähler des Spiels (fulminanter Service zum 25:12 = 3:0). Wiesbadens Diagonale mit der Trikotnummer 16  holte sich dann auch die goldene MVP-Medaille. Silber ging an Münsters Diagonale Gloria Destiny Mutiri, die zweistellig für den USC punktete (14). Beim VCW schafften das Iza Rapacz (19), Rachel Anderson (13) und Jaidyn Blanchfield (11).


STATEMENTS

Christian Sossenheimer: „Das war heute das von uns erwartete ‚hässlich-schwierige‘ Spiel. Das wollten wir gewinnen, das haben wir getan, und das war das Wichtigste. Münster ist eine starke Abwehrmannschaft, und auch heute kam der Ball wieder und wieder zurück. Da muss man als Gegner sauber spielen, was uns nach den anstrengenden Wochen zuvor nicht immer leicht von der Hand ging. Phasenweise hatten wir auch Glück, aber das haben wir uns über die drei Sätze hinweg erarbeitet.“

Izabella Rapacz (Diagonal): „Ich bin sehr froh über das 3:0. Wir brauchten Geduld am Ende des ersten und zweiten Satzes. Gut war, dass wir gleich mit 2:0 in Führung waren. Wir haben aus den Matches zuvor gelernt, dass wir unsere Chancen nutzen müssen. Denn immer, wenn wir das nicht getan haben, kam der Gegner wieder auf und hat uns das Leben schwer gemacht. Das war heute ein wichtiger Sieg nach dem Saison-Highlight am Mittwoch gegen Novara. So kann es weitergehen.“

Content VCW Foto: Detlef Gottwald

weitere...

Das war ein hartes Stück Arbeit für den VCW! Die Roten Raben Vilsbiburg präsentierten sich in der hessischen Landeshauptstadt so stark, wie Wiesbadens Chefcoach Benedikt Frank prophezeit hatte. 1.327 Zuschauer sahen in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit eine weitgehend ausgeglichene Partie zwischen den Tabellennachbarn der 1. Volleyball Bundesliga Frauen. Beide Teams gingen nach vier Sätzen (aus Wiesbadener Sicht: 25:23, 27:29, 25:21, 22:25) in den Tiebreak, den die Gastgeberinnen trotz heftiger Gegenwehr mit 15:12 für sich entschieden. Die Hessinnen machten sich öfter als gewohnt selbst eins ums andere Mal das Leben schwer, behielten aber am Ende knapp die Oberhand. Das 3:2 brachte zwei der erhofften drei Punkte. Weil aber der VfB Suhl Lotto Thüringen auswärts den SC Potsdam unerwartet hoch mit 3:0 abfertigte und nun bei 30 Punkten steht, würde auch ein glatter Sieg der Frank-Truppe (derzeit 26 Punkte) am kommenden Samstag keine Änderung auf den Plätzen mehr bringen. Ohnehin stehen ja noch Sanktionen der Volleyball Bundesliga an, die auch den VCW betreffen werden.

Das Match gegen Vilsbiburg wurde im Free TV von Sport1 übertragen – die Fans in der Halle und an den Geräten sahen deswegen keine technischen Auszeiten, dafür aber jede Menge Videobeweise. Als beste Athletin wurde Wiesbadens Zuspielerin Milana Božić (Bosnien und Herzegowina; fünf Punkte) ausgezeichnet, die silberne MVP-Medaille holte sich Vilsbiburgs Außenangreiferin Elaine Alondra Vazquez Rivera (Puerto Rico, 22 Punkte). Beste Scorerin war Wiesbadens Diagonale Izabella Rapacz (25 Zähler); zweistellig punkteten auch ihre Kolleginnen Jaidyn Blanchfield (16; Außenangriff, USA), Rachel Anderson (14; Mittelblock, USA), Nina Herelová (13; Mittelblock, Slowakei) sowie Außenangreiferin Tanja Großer (12). 

Erster Satz

Die Roten Raben erwischten den besseren Start, waren stabil in Annahme und Angriff, während die Gastgeberinnen einige Bälle ins Aus beförderten Ein Raben-Ball an die Antenne brachte den zweiten Ausgleich im Spiel (10:10). Es folgten zwei Videobeweise, die für beide Seiten erfolgreich verliefen. Beim 17:15 und 18:16 hatte sich der VCW dann zwei Punkte Vorsprung erkämpft, ehe Pauline Martin (Diagonal, Belgien) wieder egalisierte (18:18). Als diese wenig später ins Aus schlug, lag der VCW mit 20:19 in Front. Tanja Großer stellte für den VCW auf 22:20, aber es sollte eng bleiben (23:22). Iza Rapacz sorgte für zwei Satzbälle, schenkte den Raben dann aber postwendend den nächsten Punkt … Routinier Tanja Großer machte dann aber auf unnachahmliche Weise den Sack zu (25:23). Der VCW hatte gegen das stabile Gästesystem arg zu kämpfen, bewies aber wie so oft unter Druck am Schluss die besseren Nerven. 

Zweiter Satz

Nun straffte der VCW sein System. Das Frank-Team zog direkt auf 3:0 davon und behielt die Führung lange Zeit bei (7:3, 9:5 jeweils durch Mittelblockerin Nina Herelová). Ein Aufschlagfehler durch Vilsbiburgs Zuspielerin Kim Klein Lankhorst (Niederlande) brachte das 12:9 für den VCW, der sich dann aber unfreiwillig eine kleine „Denkpause“ nahm … Benedikt Frank beantragte beim 13:12 eine Auszeit, die Iza Rapacz direkt mit dem 14:12 und 15:12 beantwortete. Das von Milana Božić beanstandete Ass zum 18:15 wurde nach Videobeweis nicht kassiert! Iza Rapacz hämmerte den Ball zum 19:16 aufs rote Parkett. Die Raben ließen allerdings nicht locker und stellten auf 21:20. Ein VCW-Fehler führte gar zum Ausgleich. Nach zwei Dankebällen überlistete Milana Božić die Raben-Abwehr, aber der Gast glich direkt wieder aus (22:22, 23:23) und hatte beim 23:24 aus Wiesbadener Sicht sogar den ersten Satzball! Das Spiel wogte hin und her … es ging mehrfach über Einstand (26:26, 27:27). Wiesbaden nutzte seine Chancen einfach nicht. Eine Challenge durch Bene Frank brachte keinen Erfolg – der VCW hatte diesen Satz doch noch abgegeben, obwohl man lange Zeit recht komfortabel geführt hatte (27:29 = 1:1). Iza Rapacz war zu diesem Zeitpunkt mit 14 Zählern erfolgreichste aller Profis, schlug aber auch einige Bälle ins Aus. Wiesbadens 2. Diagonale Celine Jebens war kurzeitig mit von der Partie.

Dritter Satz

Die Raben blieben aufmerksam und zogen ihre druckvollen Aktionen zunächst munter weiter durch (6:3, 8:6). Der VCW glich zwar zum 8:8 aus, lief dann aber wieder einem Rückstand hinterher (8:11). Ein Ass durch Milana Božić brachte das 12:12, und nach einem schönen VCW-Block hatte der VCW dann erstmals zwei Punkte Vorsprung (14:12). Iza Rapacz markierte das 16:14. Der VCW zog auf 21:17 davon (Jaidyn Blanchfield). Und wieder brachte Bene Frank Celine Jebens für zwei Spielzüge. Raben-Coach Juan Diego Garcia Diaz nahm nochmal eine Auszeit. Rachel Anderson stellte auf 23:18, und postwendend standen sechs Satzbälle auf der Anzeigetafel, aber nach Videobeweis dann nur das 23:19. Vilsbiburg wehrte sich tapfer (24:21), konnte aber den Satzgewinn für die Hessinnen nicht mehr verhindern. Die Mitte (Rachel Anderson) sorgte für das 25:21 (= 2:1 nach Sätzen für den VCW).

Vierter Satz

Die Roten Raben ließen sich allerdings nicht entmutigen und zogen rasch auf 9:5 und 11:7 davon. Der VCW fand lange Zeit nicht ins Spiel, hatte Abstimmungsprobleme und scheiterte häufig auch am gegnerischen Block. Beim 7:13 übernahmen Pauline Bietau die Zuspiel- und Celine Jebens die Diagonalposition. Letztere machte wenig später drei Punkte in Serie, nun stand es 12:15. Das 12:16 durch Vilsbiburg ließ Benedikt Frank erfolglos überprüfen. Dann ein langer Ballwechsel, den Tanja Großer zum 13:16 verwandelte. Ein Block brachte das 14:16 … der VCW robbte sich heran! Und wieder eine Frank-Challenge beim 14:18 für den Gast – dieses Mal mit Erfolg: es hieß 15:17! Die Raben hielten den VCW aber weiter in Schach (19:22). Nun kamen Milana Božić und Izabella Rapacz wieder aufs Spielfeld. Benedikt Frank bekam die Gelbe Karte gezeigt, nachdem er sich das 19:23 nicht erklären konnte. Dann vier Satzbälle für Vilsbiburg (24:20) – den ersten wehrte Rachel Anderson (nach Videobeweis) noch ab, aber dann war dieser Abschnitt entschieden: Mit dem 25:22 hatte sich der Gast den 2:2-Satzausgleich und damit den Tiebreak erkämpft!

Content: VC Wiesbaden Foto: Detlef Gottwald

Der Münsteraner „Tatort“ ist für Spannung und gute Unterhaltung bekannt – was am Mittwochabend in der Sporthalle Berg Fidel abging, hatte ähnliche hohe Qualität. Der VCW brauchte gegen den USC Münster unbedingt drei Punkte und war nach durchwachsener Performance schon auf „bestem“ Weg in einen ungeliebten Tiebreak, als man am Ende nach einer fesselnden Aufholjagd doch noch das siegbringende 27:25 erkämpfte! Das 3:1 (23:25, 25:19, 25:16, 27:25) war ein echtes Husarenstück! 1.108 Zuschauer sahen ein super interessantes Spiel mit langen Ballwechseln, vielen guten Abwehraktionen und einem irren vierten Satz – mit dem besseren Ende für den VC Wiesbaden. Und weil der VfB Suhl Lotto Thüringen daheim mit 1:3 verlor, robbten sich die Wiesbadenerinnen (24 Punkte) bis auf drei Zähler an den Tabellenfünften heran. 

Ein Krimi in vier Akten

Nach der Schonung einiger Stammspielerinnen im vorangegangenen Auswärtsspiel beim VC Neuwied 77 setzte VCW-Chefcoach Benedikt Frankwieder auf die bewährte Formation mit Izabella Rapacz (Diagonal; Polen), Tanja Großer und Jaidyn Blanchfield (USA; beide Außenangriff), Rachel Anderson (USA) und Nina Herelová (Slowakei; beide Mittelblock), Milana Božić (Bosnien und Herzegowina; Zuspiel) sowie Rene Sain (Kroatien) auf der Libera-Position. Mittelblockerin Jonna Wasserfaller (Schweden) wurde für zwei Aufschläge eingewechselt. 

Den ersten Satz hätten die VCW-Damen eigentlich für sich entscheiden können … sie begannen solide, blockten gut und lagen zeitweise schon mit vier Punkten in Front (13:9, 15:11). Im weiteren Verlauf wurde das System wackeliger, was der USC im Block und Angriff zu nutzen wusste. Nun ging es mehrfach über Einstand (16:16, Iza Rapacz; 21:21, Jaidyn Blanchfield, 23:23, Ass durch Rachel Anderson). Die besseren Nerven hatten die Gastgeberinnen: Die gut aufgelegte Außenangreiferin Elena Kömmling sorgte für den ersten Satzball. Iza Rapaczs satter Schlag ins eigene Netz bedeutete das 23:25 aus VCW-Sicht (= 0:1).  

Im zweiten Satz hatten sich die Frank-Schützlinge besser im Griff, und auch am Ende stimmte es dann. Die Feldabwehr hatte besser pariert und die Angriffslösungen waren klarer als noch im ersten Abschnitt. Beim 8:7 lag der VCW erstmals in Führung. Nach zwei packenden, langen Ballwechseln stand es 17:14. Beim 20:16 waren es beruhigende vier Zähler Vorsprung. Mit einem Einerblock stellte Tanja Großer auf 23:17. Der erste Satzball wurde nach Videobeweis noch kassiert, aber Rachel Anderson machte es im Anschluss gut –Nina Herelová auch … der VCW hatte den Satzausgleich erzielt (25:19 = 1:1). 

Die Hessinnen zeigten im dritten Satz zunächst gute Blockarbeit (9:7, 11:8, 12:8) und spielte sich mehrfach vier Punkte Vorsprung heraus. Beim USC fehlte die Sicherheit der ersten beiden Sätze. Mit klareren Aktionen stellte der VCW auf 18:12 und 20:15. Münsters Cheftrainerin Lisa Thomsen bemühte nochmal den Videobeweis – ohne Erfolg. Ein Missverständnis ihrer Spielerinnen führte zum 22:15 für den Gast. Nachdem Gloria Mutiri (Diagonal; USA) ins Netz griff, stand es 23:15. Nina Herelová sorgte für den ersten Satzball, den Jaidyn Blanchfield postwendend zum 26:16 versenkte (= 2:1 für den VCW).

Im vierten Satz ging der USC zunächst wieder – wie schon im dritten – mit 3:0 in Führung. Rachel Anderson, Jaidyn Blanchfield und der VCW-Doppelblock sorgten für Einstand (3:3). Unter anderem die sehr effektive Luisa van Clewe im Mittelblock und Außenangreiferin Mikala Mogensen (Dänemark) brachten Münster wieder in Front (10:7) … Der Gast fiel in eine längere Durststrecke. Man hatte nun arge Probleme mit dem risikoreichen gegnerischen Service und vermochte keine klaren Angriffsaktionen mehr zu setzen. Beim 7:12 nahm Benedikt Frank eine Challenge – „sein“ Ball war auf der Linie, also stand es 8:11. Kurz darauf dann nächste Videobeweis, dieses Mal pro USC. Der spielte sich in einen Rausch, während die Wiesbadenerinnen zusehends den Faden verloren (12:17). Langsam wurde es brenzlig (15:20!). Wiesbaden hatte es Münster durch viele eigene Fehler zu leicht gemacht …

Dann kam es zum Showdown! Das 2:2 nach Sätzen und damit der Tiebreak schienen schon beschlossene Sache. Luisa van Clewe hatte für das 24:20 gesorgt und damit für satte vier Satzbälle, machte dann aber ihren ersten Fehler im Spiel überhaupt. Die irre Wende begann: Der VCW wehrte vier Satzbälle und auch den fünften ab! Nina Herelová und Tanja Großer tauchten auf und nicht ab … Und nun hatte der VCW gar den ersten Matchball! Nach Videobeweis (!) war dann klar: Die mutige Frank-Truppe hatte einen schon verlorenen Abschnitt noch gedreht – und damit die so wichtigen drei Punkte nach Hause geholt. What a Match! 

Nina Herelová (14 Punkte; Angriffsquote 67%) holte sich verdient die goldene MVP-Medaille ab, Silber ging an Elena Kömmling (20 Zähler). Für den VCW punkteten außerdem: Jaidyn Blanchfield und Izabella Rapacz (je 15), Rachel Anderson (13), Tanja Großer (11) und Milana Božić (5).

Content VC Wiesbaden Foto: Detlef Gottwald

Wenn der VC Wiesbaden und der SSC Palmberg Schwerin in der 1. Volleyball Bundesliga Frauen aufeinandertreffen, wird es eine enge Angelegenheit. Das war im Hinspiel in der hessischen Landeshauptstadt so, und auch im Rückspiel am 6. Januar schenkten sich beide Teams in der Palmberg Arena vor 1.931 Zuschauern nichts. Die Hessinnen verloren zwar erneut mit 2:3, brachten aber aus der Fremde immerhin einen Punkt heim. Der Favorit aus Mecklenburg-Vorpommern hatte in den entscheidenden Momenten mehr Energie, entfacht vor allem durch geballte niederländische Power. Nach 115 Minuten musste sich die Truppe von Headcoach Benedikt Frank im Tiebreak geschlagen geben. Detaillierter Endstand aus VCW-Sicht: 2:3 (25:23, 21:25, 15:25, 26:24, 8:15). 

Umstellung im Mittelblock

Der VCW machte es dem Schweriner Spitzenteam schwer, bot weitgehend eine gute Performance und überzeugte durch kämpferische Einstellung. Dabei hatte Benedikt Frank zu Beginn im bewährten VCW-Mittelblock umzustellen: Mit der leicht angeschlagenen Nina Herelová (Slowakei) war eine wichtige Weiche im bewährten System zu ersetzen, es übernahm eine gut aufgelegte Jonna Wasserfaller (Schweden). Positionskollegin Rachel Anderson, die im Training noch „Schulter“ hatte, holte sich am Ende verdient die silberne MVP-Medaille ab (16 Punkte). Mit Gold wurde Schwerins niederländische Diagonale Elles Dambrink geehrt; die 20-Jährige drehte nach verhaltenem Beginn famos auf, schlug mehrere Asse und sorgte für die meisten Punkte ihrer Mannschaft (20). Zweistellig trafen auch ihre Kolleginnen Indy Baijens (18, Mittelblock; Niederlande), Jazmine White (16, Mittelblock; Kanada) und Nova Marring (12, Außenangriff; Niederlande). Einen seltenen Libera-Punkt steuerte Patricia Llabrés Herrera bei; die spanische Nationalspielerin war erst im November aufgrund der Personalnot nachverpflichtet worden.

Beim VCW punkteten (neben Rachel Anderson) Izabella Rapacz (20, Diagonal; Polen), Jaidyn Blanchfield (17, Außenangriff; USA), Tanja Großer (12, Außenangriff), Milana Božić (4, Zuspiel; Bosnien und Herzegowina) und Jonna Wasserfaller (3). Vier Zähler verbuchte auch Celine Jebens – die 2. Diagonale wurde bei großem Rückstand im dritten Satz (6:11) eingewechselt, ebenso wie Pauline Bietau (Zuspiel) und wenig später Noa des Vos (Außenangriff; Niederlande). Alle drei nahmen dann im vierten und fünften Satz wieder auf der Bank Platz. 

Fünf Sätze in der Zusammenfassung

Der VCW versteckte sich nicht und ging im ersten Abschnitt mit 2:0 und 4:2 in Führung, ehe sich der SSC fing und seinerseits fünf Punkte in Serie aufs Parkett zauberte (darunter mehrere Asse) – nun lag der Gast mit 6:9 zurück. Schwerin spielte mehrfach schnell über die Mitte und hielt einen Dreipunktevorsprung für eine Weile. Tanja Großer blockte den VCW wieder auf 14:14 heran. Abzusetzen vermochte sich zunächst kein Team (17:17, 20:20). Izabella Rapacz sorgte für das 21:20 und das 22:20. Der VCW hatte beim 24:21 drei Satzbälle und verwandelte schließlich zum 25:23 – wieder hatte Izabella Rapacz getroffen. Es stand 1:0. 

Auch im zweiten Satz ging der VCW in Führung und zog nach mehrfachem Einstand (3:3, 6:6, 7:7, 8:8) auf 12:8 und 16:13 davon. Schwerin baute sich in dieser Phase allerdings wieder auf – Elles Dambrink brachte ihr Team mit 19:17 in Front. Die Hessinnen gaben zwar nicht auf, konnten aber das 21:25 durch Jazmine White nicht mehr verhindern (= 1:1 nach Sätzen). In diesem Abschnitt wäre eindeutig mehr drin gewesen, und dieser Umstand hatte durchaus Wirkung: Der VCW geriet im dritten Satz rasch in großen Rückstand (0:4, 1:7), die Annahme hatte zu diesem Zeitpunkt arge Probleme. Das besserte sich im Verlauf zwar etwas, zeigte sich allerdings nicht auf der Anzeigetafel (6:11, 7:17, 9:22). Dieser Satz drohte sang- und klanglos verloren zu gehen, aber die Hessinnen schüttelten sich noch einmal und erzielten weitere sechs Punkte (15:24), was Felix Koslowski immerhin noch zu einer Auszeit veranlasste. Mit Erfolg, denn postwendend erzielte sein Team das 25:15 (= 2:1 für Schwerin).

Wer nun glaubte, dass sich der VCW nach diesem Durchhänger aufgeben würde, war auf dem Holzweg. Die Frank-Truppe präsentierte sich im vierten Satz runderneuert und lag die meiste Zeit vorn (3:0, 4:1, 13:11, 16:14). Durch zwei Asse von Jaidyn Blanchfield stellte man auf 22:19 und 23:19. Ein Schweriner Aufschlagfehler führte zu komfortablen vier Satzbällen für Wiesbaden (24:20). Der SSC machte es nochmal spannend, sorgte aber schließlich nach Eigenfehler von Indy Baijens für das 26:24 zugunsten des VCW (= 2:2 nach Sätzen). Der Tiebreak musste wie im Hinspiel die Entscheidung bringen. Hier fehlten den Hessinnen dann aber die richtigen Pfeile im Köcher. Die Heimmannschaft machte mächtig Dampf und erzielte mehrfach drei und fünf Punkte in Serie. Beim 14:7 hatte sich der SSC Palmberg Schwerin souverän sieben Matchbälle erspielt, den sechsten verwandelte Außenangreiferin Laura Emonts zum vielumjubelten 15:8.

Nach SCC nun PAOK und SCP

Damit hatte der Favorit aus dem hohen Norden mit 3:2 die Oberhand gegen starke Hessinnen behalten. Schwacher Trost: Der VCW ist die erste Mannschaft, die Schwerin in der Palmberg Arena in dieser Saison zwei Sätze abtrotzen konnte. Alle bisherigen Heimbegegnungen hatte die Koslowski-Truppe jeweils mit glatten 3:0-Siegen für sich entschieden. Während der SSC nicht mehr international vertreten ist und sich auf den weiteren Verlauf im Kampf um die Tabellenspitze in Deutschland konzentrieren kann, hat der VCW nun innerhalb einer Woche PAOK Thessaloniki (Griechenland; CEV Challenge Cup) und den SC Potsdam vor der Brust.

Content VCW Foto. Detlef Gottwald

Die Überraschung blieb aus – zumindest in Brandenburg. Der VC Wiesbaden wehrte sich beim Liga-Konkurrenten SC Potsdam lange tapfer, aber im vierten Satz war die Luft raus: Im Viertelfinale des DVV-Pokals musste sich das Team von Benedikt Frank mit 1:3 (20:25, 25:20; 28:30, 14:25) geschlagen geben. Wie schon in der Begegnung beider Teams vor elf Tagen (ebenfalls 1:3) hatten die Wiesbadenerinnen viele gute Momente und Chancen, dem Favoriten ein Bein zu stellen. 

Den ersten Satz konnten die Hessinnen lange ausgeglichen gestalten. Der SCP lag zwar mehrfach mit einem bis vier Punkt(en) zurück (2:5, 4:8, 9:10), glich im weiteren Verlauf aber mehrfach aus (10:10, 11:11, 17:17). Benedikt Franks Auszeit beim 17:18 und die kurzeitigen Einwechslungen von Pauline Bietau und Celine Jebens für Milana Božić und Izabella Rapacz in der Crunchtime brachten indes keine nennenswerten Impulse mehr. Ein Fehlaufschlag des VCW führte zum 25:20 für den SC Potsdam (1:0). 

Im zweiten Satz drehten die Wiesbadenerinnen dann den Spies um. Man stand in allen Elementen kompakt, während der Gastgeber eine Reihe Bälle in Aus beförderte. Die Führung wechselte immer wieder und wiederholt kam es zum Ausgleich (7:7, 13:13, 16:16). Eine Challenge brachte das 18:16 für den VCW, und als wenig später Danielle Harbin (USA, Diagonal) verzog, hatte der Gast schon vier Punkte Vorsprung (22:18). SCP-Cheftrainer Riccardo Boieri versuchte mittels Auszeit vergeblich, das Wiesbadener Momentum auszuhebeln. Beim (24:19) ersetzte Noa de Vos für einen Ballwechsel Tanja Großer (Außenangriff). Letztere verwandelte schließlich nach 23 Minuten zum 25:20 – es stand somit 1:1 nach Sätzen. 

Der dritte Satz glich am Ende einem wahren Krimi. Der hatte sich zunächst nicht angedeutet. Der VCW hielt das Match bis zum 7:9 offen, sah sich aber den mächtigen Angriffsschlägen von Danielle Harbin gegenüber, die auch in der Abwehr mehrfach gut parierte. Der SCP zog scheinbar unaufhaltsam davon (12:8, 14:9, 17:12). Die ehemalige Wiesbadener Zuspielerin Anastasia Cekulaev machte gar das 21:14. Die Zuschauer hatten sich schon auf das 2:1 ihres Teams „eingeklatscht“, als der VCW den Motor nochmal anwarf. Die Mitte mit Rachel Anderson und Nina Herelová sowie Tanja Großer brachten ihr Team auf 21:22 heran ... Und nun wurde es richtig laut in der MBS Arena: Zwei Satzbällen für Potsdam (24:22) folgte einer für den VCW (25:24). Das Spiel wogte mit wechselnden Satzbällen hin und her. Schließlich war es Anastasia Cekulaev, die diesen epischen Abschnitt für Potsdam nach Hause brachte (30:28). Es stand 2:1 – die grandiose Aufholjagd des Frank-Teams hatte sich nicht ausgezahlt. Ein Kraftakt, der Spuren hinterließ. 

Im vierten Abschnitt war beim VCW die Luft raus. Benedikt Frank wechselte zwischenzeitlich nochmal aus (Pauline Bietau und Melissa Langegger für Milana Božić und Jaidyn Blanchfield), sein Team fand indes keine rechten Lösungen mehr. Der soliden Block-Feldabwehr der Gastgeberinnen hatte man nichts mehr entgegenzusetzen. Den zehnten von elf Matchbällen verwandelte Rodica Buterez zum 25:14 – somit stand es 3:0 für den SC Potsdam, der damit ins Halbfinale des DVV-Pokals einzog.

Als MVPs wurden beide Mittelbockerinnen ausgezeichnet: Veronika Djokic (Serbien) holte sich Gold und Nina Herelová durfte sich die silberne Medaille umhängen. Danielle Harbin markierte 22 Angriffspunkte, Rodica Buterez kam auf 15; je 11 Punkte stehen für Veronika Djokic und Greta Kiss (Ungarn) in der Statistik. Beim VCW punkteten vier Spielerinnen zweistellig: Izabella Rapacz (16), Nina Herelová (14) sowie Tanja Großer und Jaidyn Blanchfield (je 11).

STATEMENTS

Benedikt Frank: „Wir haben heute bewiesen, dass wir kurz davor sind, einen der Großen zu schlagen. Der dritte Satz war natürlich entscheidend. Wir waren so nah dran. Es war unfassbar, was Potsdam über Kopf abgewehrt hat. Wir waren echt gut eingestellt heute. Das war ein super Match von uns. Wahrscheinlich brauchen wir noch ein paar Spiele mehr, um zu lernen, wie man im richtigen Moment den Sack zumacht. Die Mannschaft ist sehr enttäuscht, ganz klar. Aber wir dürfen nicht lange hadern, weil die nächsten Aufgaben warten. Wir nehmen auf jeden Fall aus diesem tollen Spiel wieder eine Menge mit.“

Christopher Fetting (VCW-Geschäftsführer): „Das war wie schon im Spiel zuvor gegen Potsdam eine enge Kiste, die auch anders hätte ausgehen können. In Summe hatte der SCP die besseren Lösungen. Für uns heißt es jetzt aber, klaren Kopf zu bewahren. Das war das Bergfest unserer englischen Wochen. Wir können uns jetzt auf die Liga-Spiele und den Challenge Cup konzentrieren. Weiter geht’s am Samstag um 17:00 Uhr gegen den USC Münster, vor hoffentlich stimmungsvoller Heimkulisse.“

DVV-Pokal: Halbfinale

Direkt im Anschluss an das Match in der Potsdamer MBS Arena wurden die beiden Halbfinalpaarungen vor 845 Zuschauern ausgelost: Der Dresdner SC empfängt Meister Allianz MTV Stuttgart und – nun kommt die gelungene Überraschung – der SC Potsdam reist nach Vilsbiburg! Die Roten Raben haben im Parallelspiel den Favoriten und Liga-Tabellenführer SSC Palmberg Schwerin mit 3:0 abgefertigt. Der VC Wiesbaden bereitet sich derweil auf die kommenden Aufgaben vor – es geht im Rhythmus Samstag – Donnerstag – Samstag – Mittwoch – Samstag weiter ...

Content: VC Wiesbaden Foto: Detlef Gottwald

Seite 1 von 2