18 September 2021

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United Volleys zum Europacup-Auftakt nur 2:3 gegen Soligorsk

„Ich verstehe selbst gar nicht, warum wir in so vielen Situationen so nervös agieren“, haderte Kapitän Milija Mrdak. „In den entscheidenden Phasen, wenn es eng wird, merkt man natürlich schon, dass unser Selbstbewusstsein nach den frustrierenden Erlebnissen der zurückliegenden Wochen nicht das größte ist“, konstatierte Nationalspieler Tobias Krick. Und auch Cheftrainer Stelio DeRocco sprach nach der 2:3 (25:20, 22:25, 25:17, 17:25, 15:17)-Niederlage seiner United Volleys am Mittwochabend im CEV Cup-Heimspiel gegen Shakhtior Soligorsk aus Weißrussland davon, „dass jetzt psychologische Faktoren mehr und mehr eine Rolle spielen.“ Anders ließ sich auch kaum erklären, warum die Frankfurter vor eigenem Publikum in der Fraport Arena die Sätze eins und drei relativ souverän für sich entschieden, um danach aber jedes Mal regelrecht einzubrechen.

Ihre individuelle Klasse konnten die Uniteds dabei erneut vielfach unter Beweis stellen. Ebenso wenig gab es am Zusammenhalt des Teams etwas auszusetzen. In Durchgang eins war es der Niederländer Floris van Rekom, der nach ausgeglichenem Verlauf mit einer Aufschlagserie zum 20:18 einen Zwei-Punkte-Rückstand drehte und wenig später mit seinem Monsterblock zum 24:20 für die Vorentscheidung sorgte. Er sollte am Ende mit 24 Zählern einmal mehr punktbester Spieler des Matches werden. In Satz zwei hielten dann vor allem Masahiro Yanagidas japanische „Kamikaze-Aufschläge“ die Gastgeber lange im Spiel. Von 9:14 arbeiteten sich die Hessen noch einmal auf 15:15 heran. Pech hatten sie, als bei 19:20 ein Hinterfeld-Hammer van Rekoms wegen Übertritts für den Gegner gewertet wurde. Nach dem Satzausgleich schienen die United Volleys dann aber kurzen Prozess machen zu wollen, führten früh mit beruhigenden acht Punkten.

Champions League-Ergebnis als Hoffnungsfunke 

Auch die neuerliche Führung brachte allerdings weder Konstanz noch Souveränität ins Frankfurter Spiel. DeRocco sah sich in Durchgang vier gezwungen, die Lokalmatadoren Peter Wolf und Louis Kunstmann für Mrdak und Krick ins Spiel zu bringen. Vor allem der Bad Sodener Kunstmann erwies sich erneut als Bereicherung, während es bei einigen der erfahreneren Recken im Kader zeitweise fast schien, als sei die Motivation, dem Match die entscheidende Wende zu geben, fast zu groß und führe statt zu abgeklärten Abschlüssen zu immer wiederkehrenden Serien verpasster Chancen. Im unvermeidlichen Tiebreak sah es zunächst so aus, als könnte der erfahrene Jean-Philippe Sol mit zwei Blocks zum 7:5 der Matchwinner werden. Ein Ball von „MasaHero“ Yanagida an die Antenne, einer von van Rekom in den weißrussischen Block – Leider machte sich danach wieder die enorme Verantwortung bemerkbar, die während der Partie auf den Leistungsträgern lastete.

Zwei Matchbälle konnten die Uniteds noch abwehren, ohne selbst ein Break zu schaffen. Im dritten Anlauf machte Soligorsk den Sack zu. Wie erwartet, präsentierten sich die „Bergarbeiter“ mit mehreren Neuzugängen deutlich reifer und mannschaftlich gefestigter als noch vor einem Jahr. Nicht umsonst hatten sie vor wenigen Wochen in der Champions League-Qualifikation den finnischen Meister und Pokalsieger Sastamala ausgeschaltet. Für die United Volleys bleibt als Trost und Hoffnungsfunke die Erinnerung daran, dass ihnen auch 2018  ein 2:3 vor eigenem Publikum zum Weiterkommen gegen Shakhtior genügte. Da hatten sie allerdings zuvor auswärts 3:0 gewonnen und konnten es sich erlauben, vorzeitig einige Stammkräfte zu schonen. Das gleiche Ergebnis, oder mindestens ein 3:1, benötigen die Frankfurter nun am kommenden Dienstag im Minsker Sportpalast, um doch noch direkt in die nächste Runde zu kommen. Bei einem Tiebreak-Erfolg der Uniteds gäbe es den „Golden Set“.

„Endlich wieder sonntags“ in der Bundesliga

„Es ist noch alles drin. So oder so muss es unser Ziel sein, dort zu gewinnen. Ich glaube nach wie vor daran, dass wir das schaffen“, blieb Youngster Kunstmann zuversichtlich. Bevor es jedoch am frühen Montagmorgen über München mit dem Flieger gen Osten geht, wartet noch die nächste Prüfung in der Volleyball Bundesliga. „Endlich wieder sonntags“ lautet die Devise, nachdem die United Volleys sage und schreibe alle fünf bisherigen Heimpartien unter der Woche absolvieren mussten – mit Blick auf die Zuschauer eine mehr als undankbare Terminierung. Sportlich gesehen wird es aber auch zur familienfreundlichen Zeit um 16 Uhr alles andere als einfach. Mit den WWK Volleys Herrsching kommt ein Team an den Main, welches, neben dem unangefochtenen Tabellenführer Berlin, zurzeit so etwas wie die „Mannschaft der Stunde“ der Liga ist.

Neben Düren konnten der Tabellenfünfte vom Ammersee zuletzt sensationell den Deutschen Rekordmeister Friedrichshafen besiegen und dürften mit breiter Brust anreisen. Mit dem Bundesliga-Rückkehrer und mehrfachen deutschen Nationalspieler Tom Strohbach im Außenangriff konnten sich die Bayern nach Saisonbeginn noch einmal zusätzlich verstärken. „Wir müssen deshalb unbedingt wieder zu unserem Rhythmus zurückfinden und dafür sorgen, dass wir selbst, und nicht die anderen, die spektakulären und wichtigen Punkte machen“, erklärt der Frankfurter Cheftrainer. Die Fans, die am Mittwoch trotz des unwirtlichen Wetters in die Arena gefunden hatten, können sich gegen Herrsching über freien Eintritt freuen: Mit dem auf jeder Eintrittskarte aufgedruckten Code lässt sich online auf www.unitedvolleys.reservix.de ein weiteres, kostenloses Ticket für Sonntag erwerben. 

Quelle: Pressemeldung United Volleys Frankfurt – Foto: United Volleys/Corinna Seibert

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