Volleyball 1.Bundesliga Herren United Volleys vs. Düren Foto: Corinna Seibert

Die United Volleys Frankfurt haben am Samstagabend einen 3:1 (29:31, 29:27, 25:23, 26:24)-Sieg in Lüneburg gefeiert und sich damit erfolgreich für die Niederlagen in der Hauptrunde und den Playoffs der Volleyball Bundesliga aus der Vorsaison revanchiert. Dabei stand die Begegnung für die Hessen zunächst unter keinen guten Vorzeichen. Gerade einmal sechs Tage zuvor hatten sie an gleicher Stelle Lüneburgs 2. Mannschaft aus dem DVV-Pokal geworfen, waren von dort mit wenigen Stunden Zwischenstopp zum TV-Spiel am Dienstag nach Friedrichshafen weitergefahren. Die Rückkehr in die Gellersenhalle sollte dann am Freitag zum härtesten Teil der doppelten Deutschlandreise werden. Um 9.30 Uhr in der Heimat gestartet, erreichten die Uniteds wegen einer Vollsperrung auf der Autobahn erst um kurz vor neun am Abend ihr Ziel.

Zu mehr als ein wenig Stretching reichte es da nicht mehr, und dementsprechend waren die Anlaufschwierigkeiten bei den Rot-Blauen tags darauf nicht zu übersehen. Von Anfang an auf Hochtouren war nur der Japaner Masahiro Yanagida, dessen Fußabwehr mit anschließendem Punkt zum 3:1 seinen Landsmann Makoto Hasebe, Defensiv-Chef bei der Frankfurter Eintracht, mit Sicherheit Stolz gemacht hätte. Wieder bereitete die ungewohnt niedrige Hallendecke den Gästen Probleme. Vor allem der Australier Luke Smith hatte bei der Annahme ein ums andere Mal Pech. Dennoch waren die Uniteds durchweg auf Augenhöhe und wehrten ganze sechs Satzbälle der Lüneburger ab. Pech hatten sie, als das Schiedsgericht bei einer Abwehraktion des gewohnt agilen Liberos Urban Toman den Ball schon auf dem Boden gesehen hatte – zu Unrecht, wie SVG-Teammanager Matthias Pompe als sporttotal.tv-Kommentator bestätigte.

Ab Satz drei mit dem „Kid Block“

Mit der nächsten Aktion machten die Hausherren den Sack zum 31:29 zu und lagen auch im zweiten Durchgang, trotz des ersten „Kamikaze-Asses“ von Yanagida, wieder mit 8:5 vorn. Die folgende Aufschlagserie von „MasaHero“ und ein Schnellangriff von Tobi Krick bescherten dann jedoch den Frankfurtern die 12:11-Führung – von Lüneburg allerdings direkt zum 17:19 gekontert. Bei diesem Spielstand brachte Cheftrainer Stelio DeRocco Floris van Rekom anstelle von Luke Smith. Der Niederländer hatte nach seiner Knieverletzung gegen Friedrichshafen nicht trainieren können und war anfangs noch deutlich gehandicapt. Mit einer gelungenen Abwehr-Rettungstat brachte er dennoch auf Anhieb den Flo(w) zurück ins United-Spiel und steuerte fortan auch im Angriff wichtige Punkte bei. Am Schluss sollte er noch auf stolze 17 Zähler kommen, exakt die gleiche Anzahl wie Yanagida und Milija Mrdak.

Ebenfalls mit von der Partie war nun Youngster Louis Kunstmann. Der 19-jährige nagelte aus schwindelerregender Höhe den Punkt zum ersten Satzball rein. Den Deckel drauf machte wenig später mit einem Aufschlag-Winner Kapitän Mrdak. Van Rekom und Kunstmann blieben danach weiter auf dem Feld, wobei letzter nun in der Mitte den deutschen „Kid Block“ zusammen mit dem auch gerade erst 21 Jahre alten Tobias Krick bildete. Vor allem der „Lüneblock“ der Gastgeber machte den Uniteds allerdings weiter zu schaffen, scherte sich nicht viel um den genau 30 Jahre zurückliegenden Mauerfall und war bis zum Ende des Matches ganze 15 Mal Endstation für die Frankfurter Offensiv-Bemühungen. „Es war nicht leicht, heute gegen die fantastischen Fans und das erbittert kämpfende Lüneburger Team zu bestehen“, konstatierte Coach DeRocco. „Wer hier gewinnen will, muss die nötige Einstellung und Härte mitbringen. Das haben wir heute zum Glück geschafft.“

„Siegeswille bei jedem einzelnen“

Erneut ließen sich seine Männer dabei auch von Rückständen nicht aus der Bahn werfen, arbeiteten sich in Satz drei von 3:7 auf 11:11 heran. Van Rekom und „Milijardär“ Mrdak erblockten und erschmetterten danach einen scheinbar beruhigenden 23:19-Vorsprung. Bei 23:22 wurde es noch einmal ganz eng, bevor der „Fliegende Holländer“ aus dem Hinterfeld kurz und (für ihn wahrscheinlich nicht ganz) schmerzlos das 2:1 besorgte. 3:8 hieß es danach schon wieder, als mit Peter Wolf (für Mrdak) ein weiterer Wechselspieler seine Chance bekam. „Genau wie die anderen hat er gezeigt, dass jeder einzelne für uns wichtig ist und den unbedingten Willen zum Sieg hat“, lobte DeRocco Wolfs Rolle bei der erneuten Aufholjagd und seinen „wunderschönen Angriff“ gegen den Lüneburger Dreierblock zum vorentscheidenden 23:21.

Den Matchball holte sich schließlich der spätere Gold-„MVP“ van Rekom nach einem weiteren Yanagida-Aufschlaghammer. Sein Trainer dankte danach auch dem Physio- und Athletikteam der Uniteds, welches die Spieler „nach dieser unglaublich harten Woche wieder fit bekommen“ habe. Vor der gleichen Herausforderung steht man nun erneut vor dem nächsten Heimspiel am kommenden Mittwoch in der Fraport Arena gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen (Tickets online auf www.unitedvolleys.de). „Zunächst einmal reisen wir aber mit einem Lächeln zurück und brauchen diesmal hoffentlich nicht so lange“, wünschte sich DeRocco. 

Quelle: Pressemeldung United Volleys – Foto: United Volleys/Corinna Seibert