2015-05-03-RSN-Vorstand-Finanzen-Sell

Rockets stellen OC Coach Marco Sell näher vor

Du bist jetzt seit Juni 2022 wieder als Trainer bei den Rockets Rockets. Wie sind deine ersten Eindrücke?
Ich habe die Rockets aus der Entfernung immer im Auge behalten und leider auch miterleben müssen was die letzten Jahre passiert ist. Die ”Marke” Rockets hat doch sehr gelitten und es muss uns gelingen hier wieder ein positives Image vom Verein zu schaffen. Wir sind uns dem Umfang dieser Aufgabe durchaus bewusst und wollen da auch nicht beschönigen, und genau das ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Ich habe den Eindruck, dass mit Alex Feistl, den ich schon längere Zeit kenne und persönlich wie auch fachlich sehr schätze, jetzt der richtige Mann an der Spitze steht, um wieder ordentlich arbeiten zu können. Es war dringend notwendig einen absoluten Neuaufbau in Angriff zu nehmen und alte Zöpfe mal abzuschneiden. Wir haben aktuell eine tolle Chance viele Dinge, die in der Vergangenheit nicht gut liefen, jetzt richtig zu machen und ich habe den Eindruck, dass der ganze Verein aus den Fehlern der letzten Jahre gelernt hat und wir nochmal eine Chance haben in Offenbach etwas Gutes aufzubauen.

Wie ist dein Engagement als OC zustande gekommen und was reizt dich an dieser Aufgabe?

Wie ich bereits sagte, schätze ich den HC sehr und seine Art Dinge anzugehen. Da ticken wir sehr ähnlich und arbeiten beide gerne strukturiert und zielorientiert. Als ich hörte, dass Alex einen wirklichen Neustart einleiten will, war mein Interesse geweckt. Seit ich vor einigen Jahren die Rockets in Richtung Rüsselsheim verlassen habe, hatte ich immer das Gefühl, dass wir bei weitem nicht das Potential bis dato abrufen konnten, was im Verein steckt. Dabei diese Chance jetzt zu nutzen, möchte ich unbedingt helfen. Ich hoffe es gelingt uns. Wir werden auf jeden Fall alles dafür tun. Ich glaube nicht, dass der Weg der Rockets hier schon zu Ende ist, es wird aber ein gutes Stück Arbeit, dessen sind wir uns bewusst.

Was siehst du in unsere neue Mannschaft hinsichtlich Teamgeistes, Umfeld und einzelne Spieler?

Naja, noch haben wir ja keine Mannschaft, auch wenn der Ein oder andere Spieler schon sein Interesse bekundet hat und unseren Weg interessant und gut findet.
Ich sehe es zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht als Nachteil, viel mehr als Vorteil.

Es ist wie jeden Sommer nach der Saison, die Spieler schauen sich um was wo gemacht wird, also müssen wir einfach gute Arbeit leisten und dann werden sich schon entsprechende Spieler interessieren. Unser Ziel ist aber nicht die Vereinshopper, von denen es ja auch einige gibt, wir suchen Jungs, die unseren Weg mitgehen wollen, was aufbauen wollen…hier in Offenbach. Sicher wird es auch einige Rückkehrer geben, die wir gerne willkommen heißen. Unser Plan ist es mehr denn je auf ein intaktes Teamgefüge zu achten, alte Strukturen aufzubrechen und neue Dinge zu leben, denn nur so kann man langfristig gut arbeiten und Spaß dabeihaben.
Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt, und freue mich sehr.

Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung zum Neustart?

Die Vorbereitungen sind ja bis jetzt eher im Bereich, Meetings, Trainer-rekrutierung, Vorbereitung der Trainingsstätte, Saisonplanung usw. Da kann ich nur sagen, erkenne ich eine klare Handschrift des HC und bin sehr zufrieden mit der Entwicklung. Wie würde mein Junior jetzt sagen: “Der ist ein Macher”! Bei der Zusammensetzung des Trainer- und Betreuerstabs hat er aus meiner Sicht auch ein gutes Händchen gehabt und es macht Spaß mit den Leuten zu arbeiten. Jeder ist fokussiert und bringt sich rege ein. Das ist doch die halbe Miete.

 Die Rockets haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Mit welchem Ziel gehst du an die Aufgabe?

Unser Ziel kann es nur sein ein gutes Umfeld zu schaffen und ein gutes “Produkt” im Sinne von Training und Coaching allgemein anzubieten. Der Rest wird sich dann fügen. Wenn die Spieler merken, dass in Offenbach wieder guter Football angeboten wird, und damit meine ich nicht nur gute Tabellenplätze, ich meine viel mehr die Chance sich als Spieler in einem intakten Team zu entwickeln, dann bin ich zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind.

Wie würdest du dich selbst als Trainer beschrieben? Worauf legst du besonders wert?

Ich versuche einfach Spieler so zu behandeln, wie ich gerne als Spieler behandelt worden wäre, erwarte da aber auch eine “Gegenleistung” für. Wer mit mir gut auskommen will, sollte zu seinem Wort stehen, ehrlich sein und sich reinhängen, dann werden wir gut klarkommen. Ich denke, dass ist ein ganz guter Ansatz.
Ich sehe uns allgemein eher als Coaches, welche die Spieler auf ihrem Weg begleiten und anleiten und nicht nur als Trainer, was für mich ein sportlicher Übungsleiter ist.  Fachlich behaupte nicht Alles zu wissen (auch wenn ich gerne so tue), aber ich behaupte zumindest mich darum zu kümmern es bei der nächsten Gelegenheit zu wissen. Ich denke da kann man drauf aufbauen.

Was macht dir besonders am Trainerjob Spaß?

Wie gesagt, ich sehe uns mehr als Coaches, die den Spielern neben dem Sport auch weitere Werte vermitteln, die leider oft etwas kurz kommen. Aber um diese Frage mal klar zu beantworten, am meisten liebe ich es, wenn ehemalige Spieler zu einem kommen und sagen: “Damals …als du mein Coach warst… das war ne super Truppe, die wir hatten und es war ne tolle Zeit!” Was kann es denn Schöneres geben, als sowas von einem Spieler zu hören.

Welcher Trainer hat dich in deiner Laufbahn besonders geprägt bzw. Beeindruckt?

Das kann ich ganz leicht beantworten: Conny Gebek (die ich hier auch recht herzlich grüßen möchte) Ich habe selten jemand mit solchem Einsatz für das Team erlebt. Ohne Conny hätte ich sicher das Coaching nie begonnen. Da sage ich mal Danke.
Natürlich durfte ich auch mit anderen tollen Trainern zusammenarbeiten, von denen man sich immer mal was abschaut. Ich denke, das ist normal.

Was würdest du als deinen größten sportlichen Erfolg bezeichnen und was war der größte Misserfolg?
Ich glaube ich kann mich kaum mit sportlichen Ruhmestaten schmücken, ich hatte aber immer viel Spaß. Misserfolge waren sicherlich die Bundesjugendspiele der späten 80er Jahre, und den Teil ersparen wir uns hier aber auch.

Wie siehst du die Entwicklung der Liga und die ELF im hessischen Football?

Aus meiner Sicht der logische Schritt der irgendwann folgen musste. Die Qualität spricht für sich, von daher finde ich es gut. Es liegt jetzt an den Vereinen, die nicht in der ELF spielen sich neu zu strukturieren. Am 60 Mann Roster eine EFL-Mannschaft kann ja kaum die ganze Rhein Main Footballszene zu Grunde gehen. Da muss man sich mal kritisch hinterfragen, was da wirklich die Gründe sind.

Zum Abschluss: Welche Worte möchtest du der Mannschaft, Fans an dieser Stelle mit auf den Weg geben?

Wie man im vorhergehenden Teil wahrscheinlich erkannt hat, war das nicht das typische “feel good” Interview, dass man an solch einer Stelle oft hat. Uns ist Allen bewusst, dass wir hart arbeiten müssen, um unsere Chance nutzen zu können den Verein auf den richtigen Pfad zu bringen. Dafür brauchen euch und eure Unterstützung. Wenn euch genau so viel an den “neuen” Rockets liegt wie mir, kommt vorbei und werdet Teil des Neuaufbaus und lasst uns hier was bewegen.

Zu dir Persönlich ein paar Worte und Blitzfragen?

Lieblingsfootballteam? Green Bay Packers

Majo oder Ketchup? Ketchup

Vegan oder Fleisch? Bitte nur ernste Fragen

Wir sagen Danke und freuen uns dich im Trainerteam zu haben.

Das Interview führte Thorsten Kruppka

Quelle und Foto: Pressemeldung Rhein Main Rockets Offenach

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