Freitag, August 14, 2020

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Richtfest für den neuen Goetheturm gefeiert

Gut drei Wochen nach Baubeginn wurde am Donnerstag, 30. Juli, das Richtfest für den neuen Goetheturm gefeiert. Oberbürgermeister Peter Feldmann, Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und Baudezernent Jan Schneider bedankten sich bei allen am Bau Beteiligten für die geleistete Arbeit am Wiederaufbau des Wahrzeichens im Stadtwald. Der 43,3 Meter hohe und mehr als 100 Tonnen schwere Turm war am 28. Juli mit Hilfe eines Autokrans aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt worden. 

Oberbürgermeister Feldmann sagte: „Es ist beeindruckend, wie schnell der Goetheturm in den vergangenen Wochen gewachsen ist. Der Goetheturm ist Herzblut für uns Frankfurterinnen und Frankfurter. Hier geht auch mir tatsächlich das Herz auf – gut, dass die Stadt eines ihrer wichtigsten Wahrzeichen bald zurückbekommt. Ich bin den Planern, der Bauleitung, den Handwerkern sowie unseren städtischen Beschäftigten für die professionelle Zusammenarbeit sehr dankbar.“

Umweltdezernentin Heilig verwies auf die spektakuläre Montage des Turms: „Ich war am Dienstag einige Stunden hier oben und habe mir den Aufbau unseres Goetheturms angesehen. Ein Herzklopfmoment! Ich habe mich so gefreut, als die tonnenschweren Einzelteile aufeinandergesetzt wurden. Was für eine Präzision und Ruhe, mit der die Handwerker bei der Arbeit waren. Nicht einen Augenblick habe ich gezweifelt, dass diese Männer uns zu einem der vielleicht glücklichsten Momente in dieser Zeit helfen werden: dem Anblick eines neuen Goetheturms. Als am Abend die Nachricht kam, es hat alles geklappt, war ich sehr glücklich. Jetzt ragt der Goetheturm wieder weithin sichtbar über die Baumwipfel des Stadtwaldes. Ein Anblick, den wir seit dem Brandanschlag so sehr vermisst haben. Wir werden gut aufpassen, dass wir ihn nicht wieder verlieren.“

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Baudezernent Schneider erinnerte an den Bau des Goetheturms von 1931, der durch eine Spende des Frankfurter Kaufmanns Gustav Gerst ermöglicht wurde: „Frankfurt war schon damals von Bürgersinn geprägt. Auch den Wiederaufbau des Goetheturms haben zahlreiche Spenden von Einzelpersonen und Unternehmen ermöglicht, wofür ich mich ganz herzlich bedanke. Gustav Gerst hatte seine Spende mit der Auflage versehen, dass der Goetheturm so konstruiert werden solle, dass er 200 Jahre hält. Das hat leider nicht geklappt, was aber nicht an der Konstruktion lag. Mit dem neuen Turm wollen wir das damalige Versprechen einlösen: Er ist technisch betrachtet viel besser als der alte und wird, so hoffe ich, mindestens 200 Jahre hier im Stadtwald stehen. Künftige Generationen werden viel Freude damit haben, weil er so konstruiert ist, dass er viel leichter zu warten und instand zuhalten ist als der alte.“ 

Nach alter Tradition verlas Montageleiter Benedikt Max von der Firma Holzbau Amann den Richtspruch. „Der Stadt Frankfurt wünsch ich Glück, dieses Bauwerk ist ein Meisterstück“, heißt es darin. „Nun mag vor Feuer und Gefahren der Herrgott diesen Turm bewahren.“ Die Firma Holzbau Amann hatte in ihrem Werk in Weilheim-Bannholz im Schwarzwald die Bauteile des Goetheturms vorbereitet und innerhalb weniger Wochen am Bauplatz im Stadtwald montiert. 

Der Goetheturm von 1931 war im Oktober 2017 durch Brandstiftung zerstört worden. Die Abmessungen des neuen Aussichtsturms entsprechen exakt dem historischen Vorbild. Allerdings wirkt der neue Turm heller, da das Holz nicht mehr wie früher mit Teeröl behandelt wird. Die Haupttragkonstruktion besteht aus rund 72 Tonnen Edelkastanie. Treppenstufen und -podeste wurden aus rund 24 Tonnen Eichenholz gefertigt. Darüber hinaus wurden rund 35 Tonnen Stahl verbaut. 

Der neue Goetheturm wird im Auftrag des Grünflächenamtes errichtet, die Projektleitung liegt beim Amt für Bau und Immobilien. Die Kosten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro werden größtenteils von der Versicherung getragen. Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen haben zudem rund 200.000 Euro an Geldspenden sowie Sachspenden gesammelt, wodurch die Finanzierung des Wiederaufbaus erleichtert wurde. 

Vorerst ist der Goetheturm noch nicht öffentlich zugänglich. Nach dem Richtfest werden unter anderem die Sicherheitseinrichtungen installiert und der Betonsockel mit Sandstein verkleidet. Außerdem wird das Grünflächenamt die Freiflächen wiederherstellen, die durch den Brand und die Löscharbeiten stark beschädigt wurden. Eine große Eröffnungsfeier ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen leider nicht möglich. Sie soll im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Ein Zeitraffer-Video vom Bau des Turms sowie ein Video von einem ersten Aufstieg auf den Turm können auf den Social-Media-Kanälen der Stadt Frankfurt unter http://www.facebook.com/StadtFFM und http://www.facebook.com/greencityffm angesehen werden.

Content Stadt Frankfurt

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