Großrazzia in Hessen: Polizei durchsucht 63 Objekte im Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Kindern
Hessenweite Schwerpunktaktion: Polizei durchsucht 63 Wohnungen und stellt rund 400 Datenträger sicher
Mit einer landesweiten Schwerpunktaktion ist die hessische Polizei in der vergangenen Woche gegen den Verdacht von Straftaten im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen vorgegangen. Im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften wurden zwischen Montag, 27. Juli, und Freitag, 31. Juli 2026, insgesamt 63 Wohnungen und Häuser durchsucht. Dabei stellten die Ermittlerinnen und Ermittler rund 400 Datenträger und weitere beweisrelevante Gegenstände sicher.
Koordiniert wurde der Großeinsatz durch das Hessische Landeskriminalamt (HLKA).
Ermittlungen gegen 63 Beschuldigte
Die Maßnahmen richteten sich gegen 63 Beschuldigte, darunter 61 Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 15 und 79 Jahren.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden stehen die meisten Tatverdächtigen im Verdacht, Straftaten im Zusammenhang mit der Herstellung, dem Besitz oder der Verbreitung von Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen begangen zu haben.
In acht Ermittlungsverfahren besteht darüber hinaus der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen.
Nach aktuellem Ermittlungsstand gibt es keine Hinweise darauf, dass die Beschuldigten untereinander vernetzt oder miteinander in Kontakt standen.
Sechs Tatverdächtige zur Vernehmung auf Polizeidienststellen gebracht
Im Anschluss an die Durchsuchungen wurden sechs Beschuldigte zur weiteren Vernehmung auf Polizeidienststellen gebracht.
Die sichergestellten Datenträger und Speichermedien werden nun kriminaltechnisch ausgewertet. Die Ermittlungen dauern an.
Darüber hinaus stellten die Einsatzkräfte während der Maßnahmen zwei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz fest.
Durchsuchungen in zahlreichen Städten und Landkreisen
Die Durchsuchungsmaßnahmen fanden in mehreren Regionen Hessens statt, darunter in den Städten:
- Frankfurt am Main
- Darmstadt
- Hanau
- Kassel
- Offenbach am Main
- Wiesbaden
Außerdem wurden Objekte in den Landkreisen
- Bergstraße
- Darmstadt-Dieburg
- Fulda
- Groß-Gerau
- Gießen
- Limburg-Weilburg
- Main-Kinzig-Kreis
- Landkreis Offenbach
- Schwalm-Eder-Kreis
- Wetteraukreis
durchsucht.
Einheit „FOKUS“ bündelt Ermittlungen in ganz Hessen
Die Schwerpunktmaßnahmen wurden durch die hessische Spezialeinheit „FOKUS“ koordiniert. Die Organisation wurde im Oktober 2020 zunächst als Besondere Aufbauorganisation gegründet und ist seit Februar 2024 dauerhaft Bestandteil der sieben hessischen Polizeipräsidien sowie des Hessischen Landeskriminalamts.
Mehr als 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 170 Ermittlerinnen und Ermittler, arbeiten dort an der Bekämpfung von Straftaten zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen.
Parallel dazu wurden bei sämtlichen hessischen Staatsanwaltschaften spezielle Dezernate eingerichtet, die sich ausschließlich mit entsprechenden Ermittlungsverfahren befassen.
Bereits über 700 Durchsuchungsbeschlüsse im ersten Halbjahr 2026
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen den Umfang der Ermittlungen in Hessen: Nach Angaben des HLKA wurden allein im ersten Halbjahr 2026 mehr als 700 Durchsuchungsbeschlüsse sowie zehn Haftbefehle gegen knapp 720 Beschuldigte vollstreckt.
Dabei stellten die Ermittler mehr als 8.390 Datenträger sicher, die nun schrittweise ausgewertet werden. Die hessischen Sicherheitsbehörden sehen in den konsequenten Schwerpunktmaßnahmen einen wichtigen Baustein zur Aufklärung und Verfolgung schwerer Straftaten gegen Kinder und Jugendliche.