Die Wiesbaden Phantoms haben gegen den alten und neuen Meister der GFL2 Süd eine hervorragende Leistung abgerufen und bewiesen, dass der 37:35-Sieg gegen die Ravensburg Razorbacks im Hinspiel kein Zufall war. Am Ende stand nach 0:14-Rückstand und 24:17-Führung eine 24:30-Niederlage auf der Anzeigetafel von “Camp Lindsey”.

Nur sechseinhalb Minuten waren im ersten Quarter gespielt und schon schien den Razorbacks die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Ravensburg war mit zwei Punkten Vorsprung auf Straubing angereist und musste entsprechend nur Unentschieden spielen, um sich den zweiten Titel in Folge zu sichern. Bei einer Niederlage hätten die Straubing Spiders die Razorbacks noch abfangen können.

Doch bei 0:14 war zunächst einmal Schluss mit dem Glanz der Ravensburger Offense. Die Defense von Wiesbadens Coordinator Kelly Perrier kam besser ins Spiel und stoppte erstmals einen Drive. Angeführt von Quarterback Brandon DiMarco zogen nun die Phantoms unter der begeisterten Anfeuerung der Phans und der Musiker der Kaktusstreichler über das Feld. DiMarco passte auf Nico Netz und das Eigengewächs der Phantoms verkürzte auf 6:14. Dario Stief, der in der vergangenen Saison noch in der U19 der Phantoms Leistungsträger war, verwandelte danach den Zusatzpunkt souverän.

Das zweite Quarter war angebrochen, als die Razorbacks es zwar nicht in die Endzone, doch aber ein Field Goal schafften. Den Kick-off returnierte Runningback Cordarious Mann über 85 Yards direkt zum 13:17 und Stief traf erneut. Stief hatte sogar den Ausgleich auf dem Fuß, schoss einen Field-Goal-Versuch im nächsten Drive aber rechts am Tor vorbei.

Wiesbaden spielte nun beeindruckend auf, überzeugte in der Offense und scorte dreimal in Folge – mit dem Luxus, sogar ein zweites Field Goal auszulassen. Travis Grant tankte sich kraftvoll durch die D-Line der Razorbacks, Stief erhöhte und schon stand es 21:17 für die Phantoms. Ravensburg war zu diesem Zeitpunkt zwar noch immer Meister, hätte aber auf Schützenhilfe aus Darmstadt hoffen müssen. Die Sensation schien greifbar, die Phans sorgten bei jedem Play der gegnerischen Offense für Lärm und für zwei Fehlstarts sowie eine erzwungene Auszeit des nun wankenden Tabellenführers: Zu Beginn des vierten Quarters stoppte ein Phantoms-Drive anschließend sieben Yards vor einem neuen First Down, Dario Stief verwandelte aber ein Field Goal aus 29 Yards Entfernung immerhin noch zum 24:17.

Wäre im Anschluss nicht der Kick-off Return direkt in die Endzone der Phantoms getragen worden, hätte die Sensation perfekt werden können, stattdessen aber glichen die Razorbacks aus und der folgende Drive der Gastgeber endete mit einem knapp zu kurz geschossen Field-Goal-Versuch.

Auch die Razorbacks brachten nun keine Punkte mehr auf das Scoreboard, mussten sie aber auch nicht, denn ein Unentschieden hätte ihnen zur Meisterschaft gereicht. Die Offense von Head Coach Andy McMillan setzte nun alles auf eine Karte und wollte mit 39 Sekunden auf der Uhr noch einen Score erzwingen, passte zweimal auf Cordarious Mann, aber der Runningback fumbelte das Ei im zweiten Play und Ravensburg trug ihn in die Wiesbadener Endzone.

Mit 10:14 Tabellenpunkten haben die Phantoms eine Saison abgeschlossen, in der drei Siege und eine Niederlage mehr möglich gewesen wären. Mit dem Abstieg hatte das McMillan-Team nie etwas zu tun und zeigte in fast allen Spielen zumindest phasenweise, welch riesiges Potenzial in ihm steckt.

Quelle: Pressemeldung Wiesbaden Phantoms – Foto: Clemens Maas