Donnerstag, April 9, 2020

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Narren stürmen den Römer: Narrenfahne weht am Rathaus

Bis Aschermittwoch ist Frankfurt sicher in Narrenhand: Am Samstag, 22. Februar, haben die Fastnachter das Rathaus erfolgreich gestürmt. Oberbürgermeister Peter Feldmann hisste die Narrenfahne und übergab den Stadtschlüssel an das Prinzenpaar „Seine Tollität“ Jonas I. und „Ihre Lieblichkeit“ Sandra I. Verstärkung bekamen die Hoheiten vom Kinderprinzenpaar „Seine Kindertollität“ Tim I. und „Ihre Kinderlieblichkeit“ Anna I. mit Wortführer Axel Heilmann und Begleitungen.

Die versammelten Menschen gedachten auf Aufforderung des Oberbürgermeisters der Opfer des Terroranschlags von Hanau mit einer Schweigeminute. Begonnen hatte die Erstürmung mit Musik der Fastnachtsband „Wir2 singen für Euch“. Salutschüsse läuteten ein heiteres Wortgefecht zwischen Stadtoberhaupt und dem Großen Rat ein, nachdem der Präsident des Großen Rates zu Beginn klarstellte, dass in der Frankfurter Fastnacht kein Platz für Rassismus sei und somit die schrecklichen Ereignisse von Hanau verurteilte.

Vom Justitia-Brunnen herüber stellte Wortführer Axel Heilmann sein erstes Ultimatum vor der Erstürmung des Rathauses. Feldmann entgegnete: „Ich rate Euch nun kurz und knapp, jetzt das Feuer einzustellen. Also zieht Euch, Stück für Stück hier vom Römerberg zurück!“

Kurz darauf wurde ein weiteres Ultimatum, begleitet von Salutschüssen, gestellt. „Der Römer, der wird niemals fallen, auch wenn die Kanonen knallen, wir sind zum Widerstand bereit, heute und zu jeder Zeit. Eure Fastnacht, die ist schön, allerdings das müsst Ihr sehn, macht Fastnacht bei Euch in den Vereinen, denn man weiß im allgemeinen, dass Rathaus unserer Stadt, die Fastnacht nichts zu suchen hat!“, rief Feldmann vom Römerbalkon den Narren zu.

Das Stadtoberhaupt versuchte den Römer zu verteidigen, indem er ins Feld führte, dass Kinder nun kostengünstig zum Klaa Pariser Umzug mit der Bahn fahren können; selbst der Erfolg der Eintracht oder ein lieblicher Seitenhieb Richtung Offenbach halfen nichts. Die Hartnäckigkeit der Narren siegte. Mit den Worten „Ich lass´ die Prinzenpaare rein, leg´ meine Amtskette nun ab und wird´ danach ganz kurz und knapp dann Frankfurts Prinzenpaar im Anschluss jetzt unmittelbar, diesmal ohne Widerstreben, den Stadtschlüssel hier übergeben“, ließ das Stadtoberhaupt die Narren im Rathaus gewähren. Drinnen wurde dann gefeiert, gegessen und getrunken.

Der zweite Höhepunkt der Kampagne ist der Karnevalszug am Sonntag, 23. Februar. 97 Vereine und Verbände, 3769 Teilnehmer, 36 Garden, 19 Kapellen und Spielmannszüge, 602 Spielleute, 29 Motivwagen, 60 Witz- und Komitee Wagen und 6 Kanonen schlängeln sich auf der vier Kilometer langen Strecke durch die Frankfurter Innenstadt. Die vielen närrischen Zuschauer am Straßenrand werden mit reichlich Süßigkeiten belohnt.

Zum Start des närrischen Zugs ruft das Stadtoberhaupt vom Römerbalkon: „Der Umzug ist im vollen Gange, eine endlose Schlange von Menschen, die sehr fröhlich sind, wir sind fastnachtlich gesinnt und jubeln Frankfurts Narren zu, der Fastnachtsumzug ist der Clou, eine richtige Schau darauf ein dreifach donnerndes ‚Frankfurt Helau!‘“

Ein Novum gibt es dieses Jahr zudem: Der Große Rat veranstaltet eine „After-Zug-Party“ auf dem Fastnachts-Jahrmarkt, der ebenfalls zum ersten Mal auf der Hauptwache statt findet.

Original Content Stadt Frankfurt

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