Sjoeke Nüsken (Eintracht Frankfurt #8), Eintracht Frankfurt vs. VfL Wolfsburg, Frankfurt, Stadion am Brentanobad, 26.3.2022

Nach der Ernüchterung: Eintrachts Frauen kämpfen weiter um Platz 3

Der 18. Spieltag liegt hinter den Frankfurterinnen, die an diesem kein gutes Bild im Topspiel gegen Wolfsburg lieferten. Es war ein deutlicher Klassenunterschied zu sehen, bei dem es den Frankfurterinnen gegen sehr gut eingestellte Gäste zu keinem Zeitpunkt gelang neue Spielideen zu entwickeln und sich damit von ihren Ketten zu befreien. Diese Problematik konnte man schon im Spiel beim FC Bayern sehen. Eine richtige Spielmacherin, die vorangeht, den Ball verteilt, eine neue und variable Spielidee liefert fehlt in Gänze.

Was nach dem Spiel von den Fans beider Reihen zu hören war, und hier werden nur O-Töne zitiert, war Folgendes: „…da war keine Leidenschaft…“, „…einfach keine Ideen…“, „…man sollte das Saisonziel nach unten ändern…“. Worte aus den Reihen Frankfurts. Auf der anderen Seite: „…jetzt sind die (Frankfurterinnen Anm. d. Red.) wieder auf dem Boden der Tatsachen…“, „…schade, dass wir in der zweiten Hälfte nur noch verwaltet haben…“, „…Frankfurt lohnt sich immer…“.

Wie erwähnt sind das nicht meine eigenen und auch keine erfundenen Worte. Sie fielen so am Samstag.

Aber der Kampf um den dritten Platz ist noch sehr heiß, denn noch sind es vier Spiele für die drei Teams (Potsdam, Hoffenheim und Frankfurt), die um diesem kämpfen.

Und so sieht das Restprogramm dieser Teams aus:

Eintracht Frankfurt:

Auswärts in Jena, gegen Leverkusen, Auswärts in Potsdam, gegen Bremen

Turbine Potsdam:

Gegen Köln, Auswärts in Hoffenheim, gegen Frankfurt, Auswärts beim FC Bayern

TSG Hoffenheim:

Auswärts in Leverkusen, gegen Potsdam, Auswärts in Bremen, gegen Sand

Potsdam hat zweifellos das schwierigste Programm dieser drei Teams, kann aber gerade in den direkten Duellen selbst dafür sorgen, im Spiel zu bleiben und dieses für sich zu entscheiden.

Für Hoffenheim und Frankfurt ist der Restspielplan ähnlich schwer oder einfach, je nachdem, wie man es sehen möchte.

Das Manko für Frankfurt: das Torverhältnis. Es werden zu wenige Tore geschossen. Dies zeigte besonders das Spiel gegen Essen, und auch andere Spiele, in denen Chancenwucher betrieben wurde. Während Potsdam und Hoffenheim je bereits 48 Tore vorweisen können, sind es bei Frankfurt „nur“ 37 und damit effektiv Rang 5 in dieser Disziplin. Bei der Tordifferenz steht man besser da als Hoffenheim, aber deutlich schwächer als Potsdam.

Wenn die Frankfurterinnen also wirklich noch ernsthaft um Platz drei mitreden wollen, dann müssen die vier verbleibenden Spiele gewonnen werden.

Dabei wird es nicht ausreichen einfach nur zu gewinnen, es müssen auch Tore her. Dass dies gegen Jena und Bremen klappen kann, konnte die Eintracht schon unter Beweis stellen, wenn auch gegen Bremen noch nicht in dieser Saison.

Wenn es klappt – Chapeau, mit etwas Glück.

Wenn nicht, dann muss man sich fragen, wann das Team, das schon seit mehreren Jahren „Potenzial“ hat, dieses auch endlich in Form von kontinuierlichen Ergebnissen abruft.

Denn der Abgang von Nationaltorhüterin Merle Frohms kommt nicht nur daher, dass sie in Wolfsburg ihre Wurzeln hat, sondern auch international spielen muss, wenn sie eben die Nummer 1 bleiben möchte. Dies ist bei der Eintracht aus Frankfurt eben alles andere als sicher.

Möglicherweise wird es auch einfach Zeit, den Frauen in Frankfurt gerechter zu werden und diesen Bereich konkreter zu professionalisieren, so dass den Spielerinnen deutlich mehr Zeit für die fußballerische Entwicklung zu Gute kommt.

Vielleicht kann dann das Potential auch richtig entfaltet werden. Möglicherweise würde dies auch die Tür für so manch eine wichtige und fehlende Spielmacherin öffnen, respektive diese selbst auszubilden. Mit Tanja Pawollek, die bereits wieder nach ihrer Verletzung in der zweiten Mannschaft aktiv ist und dort als auch früher schon in dieser Funktion auftrat, und auch mit Leonie Köster, stehen mindestens zwei Kandidatinnen für diese Rolle zur Verfügung. 

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