17 Oktober 2021

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Internationale Lederwarenmesse unter strengen Auflagen gestartet

Unter strengen Auflagen ist heute die Internationale Lederwarenmesse ILM Offenbach gestartet. Bis zum 2. März zeigen Aussteller auf der wirtschaftlich wichtigsten Messe der Branche die Trends für den nächsten Winter. In diesem Jahr fällt die Fachmesse aufgrund des Corona-Virus (SARS-CoV-2) allerdings deutlich kleiner aus, da Aussteller aus den Risikogebieten, unter anderem in China und Italien, nicht zugelassen wurden und der Messebetreiber mit einem Besucherrückgang rechnet. Die Entscheidung, die Fachmesse stattfinden zu lassen, erfolgte auf Grundlage der aktuellen Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts (RKI). Die Stadt Offenbach hat dabei strenge Schutzvorkehrungen zur Bedingung gemacht.

Wie Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach GmbH, mitteilte, wurden alle Aussteller aus den Corona-Risikogebieten im Vorfeld von einer Teilnahme ausgeschlossen. „Diese Aussteller hatten ihre Anreise ohnehin schon von sich aus abgesagt.“ Auf Grund der dortigen Reisebeschränkungen rechnet Kappe auch nicht mit Besuchern aus Risikogebieten in China, Korea oder Norditalien. Im Gegensatz zu anderen Messen in Deutschland, die daraufhin von den Betreibern aus wirtschaftlichen Gründen abgesagt wurden, haben die Aussteller der ILM an einer Teilnahme festgehalten, so Kappe weiter. „Um hier die bestmöglichen Vorkehrungen zu treffen, hat das Stadtgesundheitsamt klare Vorgaben gemacht, die es uns erlauben, Besucher mit Krankheitssymptomen oder Kontakt zu infizierten Menschen auszusperren und zum Arzt zu schicken.“

Anhand der RKI-Empfehlungen ordnete das Stadtgesundheitsamt zum Schutz der Besucher und Aussteller der ILM an, dass das Messegelände nur nach vorheriger Registrierung aller Personen betreten werden darf. Keinen Einlass erhält, wer Krankheitszeichen wie Fieber, Husten oder Atemnot zeigt, sich in einem Risikogebiet innerhalb der vergangenen 14 Tage aufhielt oder innerhalb der vergangenen 14 Tage Kontakt mit einer Person hatte, die positiv auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 getestet wurde. Wie Offenbachs Gesundheitsdezernentin Sabine Groß mitteilte, müssen alle Personen beim Eingang in die Messe schriftlich bestätigen, dass diese Ausschlusskriterien auf sie nicht zutreffen. Im Gegensatz zu anderen Großveranstaltungen wie Konzerte oder Fußballspiele, die weiterhin stattfinden, muss der Messebetreiber außerdem alle Besucher mit ihren Kontaktdaten registrieren: „Damit wissen wir auch später noch, wer alles auf dem Gelände war, und können alle Personen im Fall einer Erkrankung schnell ausfindig machen, um mögliche Infektionsketten zu unterbinden.“

Weiterhin werden allen Messe-Besuchern Handzettel der Stadt ausgehändigt, die auf wichtige Hinweise zur Hustenetikette und Händehygiene hinweisen. Der Messebetreiber hat die Reinigungsmaßnahmen für stark frequentierte Bereiche und Flächen wie Eingänge, Türgriffe und Handläufe deutlich erhöht und zusätzliche Desinfektionsmittelspender auf dem Gelände positioniert. „Mit diesen Maßnahmen erfüllen wir die Anforderungen zum Schutz der Menschen, die das RKI aktuell empfiehlt“, so Sabine Groß. Die Entscheidung zur Durchführung der Messe unter den genannten Auflagen trafen die Gesundheitsdezernentin und Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke gemeinsam.

Ob Veranstaltungen regulär oder mit Auflagen stattfinden können, ist gemäß den Empfehlungen des RKI von unterschiedlichen Kriterien abhängig. Dabei gilt es abzuwägen, welche Maßnahmen zwingend notwendig und sinnvoll sind und von welchen Maßnahmen derzeit aufgrund einer unverhältnismäßigen Einschränkung des öffentlichen Lebens abzusehen ist. Wie hoch die Risiken für einen Besuch von Großveranstaltungen sind, hängt demnach unter anderem von der Anzahl und Herkunft der Besucher ab, von den räumlichen Gegebenheiten, ob es zu engen Kontakten der Besucher kommt (z. B. beim Tanzen), ob es Angebote zur Händehygiene gibt und ob die Möglichkeit zur Registrierung aller Besucher besteht. Auch die Frage, ob es bereits bestätigte Corona-Fälle im Veranstaltungsgebiet gibt, spielt eine zentrale Rolle. Auf diese Empfehlungen der Experten im RKI stützt sich auch der Krisenstab der Bundesregierung, der sich noch am Freitagabend gegen eine generelle Absage von Großveranstaltungen ausgesprochen hat.

Stadträtin Groß mahnte angesichts der Diskussionen um die Risiken durch das Corona-Virus zu Ruhe und Besonnenheit. Erkrankungen, die vom Corona-Virus ausgelöst werden, sind wie alle anderen Infektionskrankheiten ernst zu nehmen, da sie für Risikogruppen (ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen) gefährlich werden können. Für alle anderen Bevölkerungsgruppen, auch Kinder, verlaufen Atemwegserkrankungen durch den Corona-Virus bislang ähnlich unkritisch wie ein grippaler Infekt. So treten mal stärker mal weniger stark typische Erkältungssymptome (Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber) auf, die nach einigen Tagen wieder abklingen. Einige Betroffene leiden vorübergehend auch unter Durchfall.

„Dieser medizinische Hintergrund ist wichtig bei der Risiko-Abwägung, welche Maßnahmen die Gesundheitsbehörden zum Schutz vor dem Corona-Virus treffen müssen“, so Groß. „Auch wenn die Entwicklung es derzeit vermuten lässt, dass es zu einer Epidemie, also zu einer bundesweiten großen Anzahl von Infektionen, kommen kann, stehen die Behörden in der Verantwortung, angemessen und verhältnismäßig zu reagieren. Dabei hält sich das Stadtgesundheitsamt bei allen seinen Entscheidungen ausnahmslos an die Vorgaben und Empfehlungen der Gesundheitsministerien auf Bundes- und Landesebene sowie des Robert-Koch-Institutes.“ Die Situation für Offenbach werde täglich und bei Bedarf stündlich neu bewertet.

Insgesamt rechnet die ILM Winter Styles dieses Mal mit nur maximal 4.000 Fachbesuchern. Sie ist damit wesentlich kleiner als viele andere Messen, die an diesem Wochenende stattfinden – zum Beispiel die gegenwärtig stattfindende Gesundheitsmesse inviva in Nürnberg, die rund 20.000 Besucher erwartet, oder die Messe „Freizeit, Touristik & Garten“, die ebenfalls in Nürnberg läuft und bislang mehr als 29.000 Besucher verzeichnet. Informationen zum Corona-Virus sowie Hinweise zu Hustenetikette und Händehygiene hält die Stadt Offenbach in ihrem Internetportal auf www.offenbach.de/corona bereit. Informationen zum Corona-Virus sowie Hinweise zu Hustenetikette und Händehygiene hält die Stadt Offenbach in ihrem Internetportal auf www.offenbach.de/corona bereit.

Original Content Stadt Offenbach

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