21 Januar 2022

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Impfstoffmangel trifft Frankfurt hart

Es ist ein harter Schlag für die erfolgreiche Frankfurter Impfkampagne!

Obwohl die Impf-Aktionen des Gesundheitsamtes von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen werden und die Nachfrage zuletzt stark anzog, muss die Stadt nun ihre Impfangebote einschränken – weil die vom Gesundheitsamt bestellten Impfstoffmengen von Seiten des Bundes jetzt einseitig reduziert wurden. Aus diesem Grund sind ab Dienstag, 30. November, keine Impfungen an der Hauptwache mehr möglich. Auch Sonderimpfaktionen müssen abgesagt werden. Selbst für die Neuauflage des beliebten Impfexpresses, die noch am Montag, 29. November, bei einem Pressetermin vorgestellt wurde, reicht es nicht mehr. Heute bleiben die Bahnen an den Haltestellen Zoo und Lokalbahnhof zum Impfen stehen, ab morgen muss der Impfexpress schon wieder pausieren, bis hoffentlich demnächst wieder ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt: „Ganz Frankfurt ist stinksauer auf Berlin – und mir fehlen ehrlich gesagt die Worte. Erst vor ein paar Stunden habe ich den Startschuss für den Impfexpress gegeben und an die Menschen appelliert, sich impfen zu lassen. Jetzt soll es das schon wieder gewesen sein für diese tolle Aktion. Nicht weil es an Impfwilligen fehlt, sondern an Impfstoff. Und das in einer Situation, in der die Infektionszahlen nur eine Richtung kennen – steil nach oben. Dafür fehlt den Menschen zu Recht jedes Verständnis.“

Gesundheitsdezernent Stefan Majer betont: „Ich bedaure es sehr, dass wir nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung haben. Wir sind in einer Situation, dass wir Menschen, die sich impfen lassen möchten, wegschicken müssen und dies angesichts der brisanten Infektionslage und mit einer neuen Mutation im Lande.“

Jetzt sei die Bundesregierung gefordert, unterstreichen Feldmann und Majer in einem gemeinsamen Appell: „Wir fordern die Bundesregierung eindringlich dazu auf, die von uns immer rechtzeitig bestellten Impfmengen in vollem Umfang und schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen.“

Die Liefersituation ist in der Tat dramatisch. Statt der bestellten 19.380 Dosen bekommt Frankfurt diese Woche nur rund 6000 Impfdosen des Impfstoffes Comirnaty von BioNTech und maximal 4000 Dosen Spikevax von Moderna. In der Impfallianz ist dagegen vorgesehen, dass der öffentliche Gesundheitsdienst seine Impfungen ausweitet. So soll die Stadt Frankfurt pro Woche rund 19.000 Personen impfen. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sollen weitere rund 31.000 Impfungen pro Woche durchführen. Doch dieses Ziel rückt mangels Impfstoff in weite Ferne.

„In den nächsten Tagen geht uns der Impfstoff aus. Wir bestellen was wir brauchen und bekommen nicht genug geliefert“, betont Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes. „Das Gesundheitsamt hat kontinuierlich das Impfangebot ausgebaut und verbessert, um so viele Menschen wie möglich zu impfen. Wir haben unsere mobilen Impfteams auf die Straße und in die Stadtteile geschickt, das Impfzentrum immer offengehalten, obwohl im September der Befehl zur Schließung kam. Das Gesundheitsamt braucht den bestellten Impfstoff, sonst können wir auch den Betrieb im Impfzentrum nicht vollumfänglich aufrecht halten.“

„Die Aufrechterhaltung des Betriebs des Impfzentrums hat für uns aufgrund der dort vorhandenen hohen Kapazitäten absolute Priorität. Hier können viele Menschen am Schnellsten geimpft werden“, erklärt Gesundheitsdezernent Majer. „Mit den mobilen Teams werden weiterhin die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen sowie in sozialen Einrichtungen aufrechterhalten.“

Das Impfzentrum in der Messehalle 1.2 bleibt so lange wie möglich geöffnet. Auch die neuen Öffnungszeiten ab Mittwoch, 1. Dezember, täglich von 7 bis 21 Uhr gelten weiterhin. Je nach Verfügbarkeit des nötigen Impfstoffes kann es aber auch hier zu einer zeitweisen Schließung kommen.

„Wir sind auf die Impfstofflieferungen in der Pandemiebekämpfung angewiesen. Wir wollen weiterhin möglichst viele Menschen mit unseren unterschiedlichen Impfangeboten erreichen und dafür brauchen wir ausreichend Impfstoff“, sagt Tinnemann.

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