17 Januar 2022

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Herzschwäche: Strukturierte Betreuung in der Apotheke verbessert Lebensqualität

Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) profitieren von der Kooperation zwischen Apotheke und Arztpraxis hinsichtlich ihrer Medikamenteneinnahme (Einnahmetreue / Medikamentenadhärenz) und Lebensqualität. Dies hat die Studie PHARM-CHF nachgewiesen. Sie ist weltweit die erste randomisierte Studie, die den Effekt einer kontinuierlichen und interdisziplinären Intervention basierend auf regelmäßigen Kontakten mit einer öffentlichen Apotheke und der Versorgung mit dort patientenindividuell gestellter Medikation bei Herzschwäche untersuchte.

Eine niedrige Einnahmetreue stellt ein relevantes Problem bei der Arzneimitteltherapie herzinsuffizienter Patient dar. Sie führt zu einer Verschlechterung der Erkrankung, dadurch bedingten Krankenhausaufenthalten und zu höherer Sterblichkeit.

„Eine regelmäßige Medikamenteneinnahme ist aber für Patienten mit Herzschwäche eine große Herausforderung, da sie in aller Regel an mehreren Krankheiten leiden und die Anzahl einzunehmender Arzneimittel entsprechend sehr groß ist“, erklärt Professor Martin Schulz (Co-Studienleiter und Geschäftsführer Arzneimittel der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Berlin).

Hier setzte die PHARM-CHF-Studie an. Neben der Verbesserung der Einnahmetreue und der Lebensqualität zielte die Intervention auch auf die Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Insgesamt 237 Patienten, die im Mittel 74 Jahre alt waren, wurden durch den Arzt zufällig der Interventions- bzw. Kontrollgruppe zugeteilt. Zentrale Bestandteile der Intervention waren eine Analyse der Gesamtmedikation, die Erstellung eines auf Arzneimittelrisiken geprüften Medikationsplans und die (zwei-) wöchentlichen Besuche des Patienten in ihrer Apotheke. Die Patienten in der Interventionsgruppe erhielten dort ihre Medikation in Wochendosetten, Blutdruck und Puls wurden gemessen und sie wurden zur Arzneimitteltherapie und zu Anzeichen einer Verschlechterung der Herzschwäche beraten. Apotheke und Arztpraxis tauschten sich zu Fragen der sicheren Arzneimitteltherapie aus.

Vor Beginn der Studie hatten die Patienten im Mittel für weniger als 70 % der Tage Medikation. Nur 43 % hatten für mindestens 80 % der Tage Medikation und konnten somit als einnahmetreu eingestuft werden. Die Intervention der PHARM-CHF-Studie verbesserte die mittlere Einnahmetreue von drei Arzneistoffklassen, die bei Herzinsuffizienz nachweislich die Sterblichkeit senken, signifikant. Sie erhöhte gleichzeitig signifikant den Anteil Patienten, die als einnahmetreu eingestuft werden konnten. Außerdem profitierten Patienten in der Langzeitbeobachtung über zwei Jahre zunehmend von der Intervention mit einer signifikant und relevant verbesserten gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Für Co-Studienleiter Professor Ulrich Laufs (Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Leipzig) bestätigen die Ergebnisse, dass die gemeinsame Betreuung entscheidend zur Verbesserung der Einnahmetreue und der Lebensqualität von Patienten mit Herzinsuffizienz beitragen kann: „Kardiologen und Hausärzte würden eine solche pharmazeutische Dienstleistung begrüßen, da sie den Patienten hilft, die mit dem Arzt vereinbarte Therapie optimal umzusetzen, vor allem ihre Arzneimittel langfristig in der richtigen Dosierung einzunehmen.“

Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände, ots

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