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„Sieben-Tore-Spektakel in Karlsruhe: Wolfsburg dreht wilden KSC-Krimi – Reese trifft trotz Pfiff-Konzert“

„Sieben-Tore-Spektakel in Karlsruhe: Wolfsburg dreht wilden KSC-Krimi – Reese trifft trotz Pfiff-Konzert“
Daniel Meyer

Spektakulärer Fußballabend im Wildpark: Der VfL Wolfsburg gewann am dritten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga mit 5:2 (3:2) beim Karlsruher SC. Die Gastgeber gingen gleich zweimal in Führung, doch Wolfsburg drehte die Partie noch vor der Pause. Im Mittelpunkt stand Fabian Reese, der trotz permanenter Pfiffe der KSC-Fans eine starke Leistung zeigte und kurz vor Schluss selbst zum Endstand traf.

KSC erwischt gegen Wolfsburg den besseren Start

Ein derartiges Offensivspektakel hatte sich vor der Begegnung kaum angekündigt. Sowohl der Karlsruher SC als auch der VfL Wolfsburg hatten in ihren ersten beiden Ligapartien jeweils nur 22 gegnerische Torschüsse zugelassen – weniger als alle anderen Zweitligisten.

Auch die Bilanz zum Saisonstart war identisch: Beide Mannschaften waren mit vier Punkten aus zwei Ligaspielen gestartet und hatten zudem ihre Auftaktpartie im DFB-Pokal gewonnen.

Doch im direkten Duell war von vorsichtigem Abtasten nichts zu sehen.

Karlsruhe übernahm sofort die Initiative und wurde bereits in der siebten Minute belohnt. Nach einem Eckball und einer Kopfballablage von Franke traf Shio Fukuda zur frühen 1:0-Führung für den KSC.

Die Antwort der Wolfsburger ließ allerdings nicht lange auf sich warten.

Eine Flanke von Fabian Reese wurde abgefälscht und landete bei Alexander Bernhardsson, der per Kopf den Ausgleich erzielte.

Wanitzek trifft traumhaft zur erneuten KSC-Führung

Karlsruhe zeigte sich vom Gegentreffer unbeeindruckt und schlug nur wenige Minuten später erneut zu.

Marvin Wanitzek fasste sich in der zwölften Minute aus rund 17 Metern ein Herz und brachte den Ball sehenswert im Wolfsburger Tor unter. Der KSC führte wieder – 2:1.

Es entwickelte sich nun eine Partie mit offenem Visier. Beide Mannschaften suchten konsequent den Weg nach vorne und lieferten den Zuschauern einen spektakulären Schlagabtausch.

Dabei rückte zunehmend Fabian Reese in den Mittelpunkt.

Reese wird ausgepfiffen – und antwortet auf dem Platz

Der frühere Hertha-Spieler wurde von den Karlsruher Fans über weite Strecken der Begegnung mit Pfiffen bedacht. Hintergrund war auch die enge Fanfreundschaft zwischen dem Karlsruher SC und Hertha BSC.

Reese ließ sich davon sportlich zunächst nicht beeindrucken.

Mit einem wuchtigen Distanzschuss erzielte er den 2:2-Ausgleich für Wolfsburg. KSC-Torhüter Hans Christian Bernat sah bei dem Gegentreffer allerdings nicht optimal aus.

Noch folgenreicher wurde es kurz vor der Halbzeit.

Vinicius Souza versuchte es in der zweiten Minute der Nachspielzeit ebenfalls aus der Distanz. Bernat reagierte zu spät und bekam seine Arme nicht mehr rechtzeitig an den Ball.

Wolfsburg hatte die Partie damit erstmals gedreht und ging mit einer 3:2-Führung in die Kabine.

Fünf Tore in einer wilden ersten Halbzeit

Dabei hätte die erste Hälfte durchaus noch weitere Treffer bieten können.

Nach einem schweren Fehlpass von Wolfsburgs Torhüter Jakub Zielinski kam Wanitzek zu einer hochkarätigen Gelegenheit, setzte seinen Abschluss jedoch knapp rechts am Tor vorbei.

Auf der Gegenseite verhinderte Bernat mit einer starken Parade gegen Muhammed Damar einen weiteren Wolfsburger Treffer.

Nach einer turbulenten ersten Halbzeit mit insgesamt fünf Toren hatte der VfL aus zwei Rückständen eine Führung gemacht.

Wolfsburg kommt besser aus der Kabine

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Diesmal erwischten die Gäste den besseren Start.

Alexander Bernhardsson hatte in der 52. Minute die Gelegenheit, Wolfsburgs Vorsprung auszubauen, scheiterte jedoch an Bernat. Vier Minuten später verhinderte der Karlsruher Schlussmann auch gegen Kento Shiogai einen weiteren Gegentreffer.

Der KSC kämpfte sich anschließend wieder stärker in die Begegnung und drängte auf den Ausgleich.

Eine der entscheidenden Szenen ereignete sich in der 77. Minute.

KSC fordert Elfmeter – Schiedsrichter lässt weiterspielen

Noel Eichinger ging im Wolfsburger Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Lars Erbst entschied jedoch gegen einen Strafstoß und ließ die Partie weiterlaufen.

In den Wiederholungen war ein Kontakt von Mathys Angely am Fuß Eichingers zu erkennen. Eine nachträgliche Korrektur erfolgte dennoch nicht. VAR Katrin Rafalski griff nicht ein.

Für Karlsruhe war die Szene besonders bitter, denn die Gastgeber investierten weiterhin viel und suchten den Weg zum 3:3.

Doch statt des Ausgleichs fiel auf der anderen Seite die Vorentscheidung.

Hauke Wahl entscheidet die Partie

In der 88. Minute brachte Reese einen Eckball gefährlich vor das Karlsruher Tor. Robert Glatzel verlängerte die Hereingabe, ehe Hauke Wahl per Kopf vollendete.

Das 4:2 für Wolfsburg nahm dem KSC kurz vor Schluss die Hoffnung auf ein Comeback.

Den Schlusspunkt setzte ausgerechnet der Spieler, der während der gesamten Partie besonders im Fokus der Karlsruher Anhänger gestanden hatte.

Reese nutzte kurz vor dem Abpfiff seine Gelegenheit und traf zum 5:2-Endstand.

Damit krönte der Spielmacher seine auffällige Vorstellung und besiegelte einen spektakulären Wolfsburger Auswärtssieg.

Reese spricht nach Pfiffen über seine Gefühle

Trotz des deutlichen Erfolgs gingen die Pfiffe der Karlsruher Zuschauer nicht spurlos an Reese vorbei. Nach der Begegnung machte der 28-Jährige deutlich, dass ihn die Reaktionen von den Rängen persönlich getroffen hätten.

Er wolle kein Mitleid, erklärte Reese am Sportschau-Mikrofon, die Pfiffe von Zehntausenden Menschen hätten ihn jedoch verletzt.

Auch Wolfsburgs Trainer Tobias Strobl stellte sich anschließend vor seinen Spieler. Mit Blick auf Reeses Wechsel von Hertha BSC machte der Trainer deutlich, dass der Transfer nicht allein die Entscheidung des Spielers gewesen sei.

Sportlich hatte Reese seine Antwort bereits auf dem Platz gegeben.

VfL Wolfsburg dreht zweimaligen Rückstand und gewinnt 5:2 beim KSC

Am Ende stand ein Ergebnis, das nach den ersten Minuten kaum zu erwarten gewesen war. Karlsruhe war zweimal in Führung gegangen und hatte Wolfsburg insbesondere in der ersten Halbzeit vor große Probleme gestellt.

Der VfL bewies jedoch enorme Offensivqualität und drehte die Begegnung noch vor dem Seitenwechsel. Nach der Pause hielten die Gäste dem Karlsruher Druck stand und entschieden die Partie in der Schlussphase endgültig.

Für den KSC war das 2:5 angesichts des lange offenen Spielverlaufs ein bitteres Ergebnis. Wolfsburg dagegen nahm nach einem spektakulären Zweitliga-Abend drei Punkte aus Karlsruhe mit.

Und einer stand dabei besonders im Mittelpunkt: Fabian Reese ließ sich von den Pfiffen nicht aus dem Konzept bringen, war an mehreren gefährlichen Aktionen beteiligt und setzte mit seinem Treffer zum 5:2 selbst den Schlusspunkt.

Endstand: Karlsruher SC – VfL Wolfsburg 2:5 (2:3)


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