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DFB-Pokal eskaliert in Mannheim: Fans stürmen Platz – FCK siegt nach 35-Minuten-Unterbrechung in der 120. Minute

DFB-Pokal eskaliert in Mannheim: Fans stürmen Platz – FCK siegt nach 35-Minuten-Unterbrechung in der 120. Minute
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Ein hochbrisantes Südwest-Derby, massive Pyrotechnik, Rudelbildungen, Fans auf dem Spielfeld und eine mehr als 35-minütige Unterbrechung: Das DFB-Pokal-Duell zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hatte zeitweise unmittelbar vor dem Abbruch gestanden. Sportlich fiel die Entscheidung erst in der 120. Minute. Ibrahim Kanaté traf zum 1:0 für den FCK und schoss die Roten Teufel damit in die zweite Runde.

Der 1. FC Kaiserslautern hatte sich in einem denkwürdigen DFB-Pokalspiel beim Erzrivalen SV Waldhof Mannheim durchgesetzt. Der Zweitligist gewann beim Drittligisten nach Verlängerung mit 1:0. Lange Zeit hatte vieles auf ein Elfmeterschießen hingedeutet, ehe der eingewechselte Ibrahim Kanaté praktisch mit der letzten Möglichkeit für die Entscheidung sorgte.

Das sportliche Geschehen wurde allerdings von schweren Zwischenfällen rund um die Partie überschattet. Mehrfach wurde Pyrotechnik gezündet, Gegenstände flogen auf das Spielfeld und nach Ende der regulären Spielzeit eskalierte die Situation derart, dass beide Mannschaften in die Kabinen geschickt wurden.

Erst nach einer Unterbrechung von mehr als 35 Minuten konnte die Verlängerung beginnen.

Pyrotechnik sorgt schon nach drei Minuten für Unterbrechung

Die enorme Brisanz des traditionsreichen Duells war bereits vor dem Anpfiff im Carl-Benz-Stadion zu spüren gewesen.

Aus dem Bereich der Mannheimer Anhänger wurden Sitzschalen in Richtung des Fünfmeterraums von FCK-Torhüter Julian Krahl geworfen. Nachdem die Partie begonnen hatte, dauerte es zudem nur wenige Minuten bis zur ersten Unterbrechung.

In der dritten Minute stoppte Schiedsrichter Robert Schröder die Begegnung, nachdem im Lauterer Gästeblock Pyrotechnik gezündet worden war. Dichter Rauch zog durch das Stadion und machte eine Fortsetzung zunächst unmöglich.

Nachdem sich die Sicht verbessert hatte, wurde die Partie wieder freigegeben.

Waldhof Mannheim hat die erste große Gelegenheit

Sportlich begann das Derby anschließend zunächst vergleichsweise kontrolliert. Mannheim überließ den Gästen häufiger den Ball, während Kaiserslautern versuchte, mit einem ruhigen Spielaufbau Struktur in die Begegnung zu bekommen.

Die erste gute Torchance gehörte allerdings den Gastgebern.

Julian Ulbricht setzte in der zwölften Minute Kushtrim Asallari in Szene. Dieser zog kraftvoll ab und zwang Julian Krahl im Lauterer Tor zur ersten Parade des Abends.

Fünf Minuten später antwortete der FCK. Paul Joly schlug einen Diagonalball direkt in die Mitte, wo Marlon Ritter freistand. Der Lauterer Kapitän brachte den Ball jedoch nicht im Tor unter.

Ritter sorgte kurz darauf erneut für Gefahr. Einen Freistoß von der linken Seite zog er direkt auf das Mannheimer Tor. Waldhof-Keeper Thijmen Nijhuis war aufmerksam und parierte am kurzen Pfosten.

Waldhof bleibt gefährlich – FCK verhindert Rückstand

Kaiserslautern fand mit zunehmender Spielzeit besser in die Partie, konnte die Mannheimer Offensive aber keineswegs vollständig kontrollieren.

In der 31. Minute setzte sich Julian Rieckmann im Lauterer Strafraum gegen Jan Elvedi durch. Aus rund zehn Metern kam er zum Abschluss. Paul Joly und Julian Krahl verhinderten gemeinsam in höchster Not den möglichen Führungstreffer des Drittligisten.

Das Derby blieb damit völlig offen.

Kurz vor der Pause hatte dann der FCK seine bis dahin größte Gelegenheit.

Tazemeta trifft kurz vor der Pause nur den Pfosten

Mergim Berisha fand in der 40. Minute den bei seinem Startelf-Debüt auflaufenden Thierry Tazemeta im Zentrum.

Tazemeta kam aus rund elf Metern zum Abschluss und traf den Pfosten. Waldhof-Keeper Nijhuis hatte den Ball dabei noch entscheidend berührt und verhinderte damit die Lauterer Führung.

Nach einer intensiven ersten Hälfte ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Kabinen.

Die zweite Halbzeit konnte anschließend nicht pünktlich beginnen.

Feuerwerkskörper aus dem Mannheimer Block verzögern Wiederbeginn

Vor dem Anpfiff des zweiten Durchgangs wurden erneut Feuerwerkskörper gezündet – diesmal aus dem Mannheimer Zuschauerbereich.

Nach der Verzögerung startete Waldhof hellwach in die zweite Hälfte. Wieder stand Asallari im Mittelpunkt. Der Offensivspieler setzte sich in der 47. Minute am Strafraum durch, setzte seinen Schlenzer allerdings etwas zu hoch an.

Die Zweikämpfe wurden zunehmend härter.

In der 55. Minute ging Asallari robust gegen Ritter zu Werke und setzte anschließend noch einmal nach. Dafür sah der Mannheimer die Gelbe Karte. Es entwickelte sich eine erste Rudelbildung, die Schiedsrichter Schröder allerdings schnell unter Kontrolle bekam.

Rasmussen rettet Kaiserslautern auf der Linie

In der 61. Minute wurde es für den FCK erneut brenzlig.

Nach einer zunächst abgewehrten Ecke wurde der Ball wieder hoch vor das Lauterer Tor gespielt. Krahl verschätzte sich, Maximilian Thalhammer kam an den Ball und spitzelte ihn am Torhüter vorbei.

Jacob Rasmussen war jedoch zur Stelle und rettete im letzten Moment für die Gäste.

Mannheim blieb gefährlich – und kam in der 74. Minute der Führung noch näher.

Pfosten rettet den FCK vor dem 0:1

Der eingewechselte Goncalo Gregorio wurde am Strafraum angespielt, drehte sich und zog ab.

Sein Schuss krachte an den rechten Pfosten. Krahl wäre bei diesem Versuch wohl ohne Abwehrchance gewesen.

Damit hatte nach Tazemeta auf Lauterer Seite auch Mannheim Aluminium getroffen.

Die Spannung nahm in der Schlussphase weiter zu. In der 86. Minute zwang Waldhof-Joker Vincent Thill Krahl mit einem abgefälschten Abschluss zu einer Fußabwehr.

Kaiserslautern schaltete anschließend schnell um. Ibrahim Kanaté kam zum Abschluss, setzte seinen Versuch jedoch am Mannheimer Tor vorbei.

Nijhuis rettet Waldhof in die Verlängerung

Auch in der Nachspielzeit blieb der FCK gefährlich.

Ritter schickte Kanaté in der 92. Minute auf die Reise. Der Lauterer wurde zunächst gehalten, ehe Diego Michel den Ball sauber klären konnte.

Wenige Minuten später bot sich dem FCK noch einmal die große Möglichkeit, die Partie innerhalb der regulären Spielzeit zu entscheiden. Ritter kam zum Abschluss, doch Nijhuis reagierte glänzend und rettete Mannheim in die Verlängerung.

Sportlich stand es nach 90 Minuten 0:0.

Doch bevor die Verlängerung beginnen konnte, eskalierte die Situation im Carl-Benz-Stadion.

Rudelbildung nach Abpfiff – anschließend eskaliert die Situation

Nach dem Ende der regulären Spielzeit gerieten zunächst Marlon Ritter und Goncalo Gregorio aneinander.

Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich eine große Rudelbildung, an der sich zahlreiche Spieler beider Mannschaften beteiligten. Nachdem sich die Situation auf dem Rasen zunächst beruhigt hatte, verlagerte sich die Eskalation auf die Tribünen.

Aus dem Bereich der FCK-Anhänger wurden Feuerwerkskörper in Richtung anderer Zuschauerbereiche geschossen.

Daraufhin gelangten Waldhof-Anhänger auf das Spielfeld.

Die Situation war zeitweise derart unübersichtlich, dass beide Mannschaften in die Kabinen geschickt wurden.

Polizei im Einsatz – Partie steht vor dem Abbruch

Polizeikräfte rückten in den Bereich der Heimfans vor. Auch berittene Einsatzkräfte versuchten, die Lage im und rund um das Stadion unter Kontrolle zu bringen.

Währenddessen berieten sich die Verantwortlichen beider Vereine und die zuständigen Stellen über das weitere Vorgehen.

Zeitweise stand im Raum, dass das DFB-Pokalspiel nicht fortgesetzt werden könnte.

Schließlich fiel die Entscheidung, die Begegnung unter strengen Bedingungen fortzuführen.

Über die Stadiondurchsage wurde darauf hingewiesen, dass bereits ein weiterer Zwischenfall zum endgültigen Abbruch der Partie führen könnte.

Mehr als 35 Minuten nach dem Ende der regulären Spielzeit wurde die Verlängerung schließlich angepfiffen.

DFB-Pokalspiel wird nach langer Unterbrechung fortgesetzt

Nach der langen Pause mussten beide Mannschaften versuchen, den Fokus wieder auf das sportliche Geschehen zu richten.

Für Waldhof Mannheim bot sich weiterhin die Chance auf die Pokalüberraschung. Der Drittligist hatte den favorisierten Zweitligisten über 90 Minuten auf Augenhöhe gefordert und das 0:0 verteidigt.

Kaiserslautern wollte dagegen unbedingt verhindern, beim Erzrivalen bereits in der ersten Runde aus dem Wettbewerb auszuscheiden.

Die Verlängerung blieb lange torlos.

Je näher die Partie der 120. Minute kam, desto wahrscheinlicher wurde ein Elfmeterschießen.

Dann kam Ibrahim Kanaté.

120. Minute: Kanaté schießt den FCK in die zweite Runde

Praktisch mit der letzten Gelegenheit der Verlängerung fiel die Entscheidung.

Kanaté bekam rund 18 Meter vor dem Mannheimer Tor die Möglichkeit zum Abschluss. Der Lauterer setzte den Ball mit einem Schlenzer ins Tor und erzielte in der 120. Minute das 1:0 für den FCK.

Für Waldhof Mannheim war der Treffer extrem bitter. Der Drittligist hatte den großen Rivalen beinahe zwei Stunden lang vom eigenen Tor ferngehalten und stand unmittelbar vor dem Elfmeterschießen.

Stattdessen brach auf Lauterer Seite großer Jubel aus.

Der eingewechselte Kanaté war zum Matchwinner eines außergewöhnlichen Pokalabends geworden.

Erneut Pyrotechnik nach dem Lauterer Siegtreffer

Nach dem entscheidenden Treffer wurde im Gästeblock erneut in größerem Umfang Pyrotechnik gezündet.

Zu weiteren größeren Ausschreitungen unmittelbar nach dem Schlusspfiff kam es jedoch nicht.

Sportlich war die Entscheidung gefallen: Der 1. FC Kaiserslautern gewann das Südwest-Derby beim SV Waldhof Mannheim mit 1:0 nach Verlängerung und zog in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

Ein Pokal-Derby, über das noch gesprochen werden dürfte

Der sportliche Erfolg des FCK geriet angesichts der Begleitumstände zumindest teilweise in den Hintergrund.

Mehrere Pyrotechnik-Vorfälle, geworfene Gegenstände, eine große Rudelbildung, Zuschauer auf dem Spielfeld und eine mehr als 35-minütige Unterbrechung hatten das traditionsreiche Duell überschattet.

Dass die Partie überhaupt beendet werden konnte, war zwischenzeitlich keineswegs selbstverständlich.

Auf dem Platz hatte Waldhof Mannheim dem höherklassigen Rivalen alles abverlangt. Der Drittligist traf selbst den Pfosten und hatte mehrere Möglichkeiten zur Führung. Kaiserslautern wiederum hatte ebenfalls Aluminiumpech und musste bis zur allerletzten Minute kämpfen.

Am Ende machte ein einziger Treffer den Unterschied.

Ibrahim Kanaté schoss den FCK in der 120. Minute in die zweite Runde – und setzte damit den sportlichen Schlusspunkt unter einen DFB-Pokalabend, der vor allem wegen der schweren Zwischenfälle im Carl-Benz-Stadion in Erinnerung bleiben dürfte.

Ergebnis

SV Waldhof Mannheim – 1. FC Kaiserslautern 0:1 n. V. (0:0)

Tor:
0:1 Ibrahim Kanaté (120. Minute)


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