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Fischsterben am Schultheisweiher / Fische werden umgesiedelt

Ein Zusammenspiel der extremen Wärme im Wasser, der anhaltenden warmen Wetterlage, absterbenden Wasserpflanzen, enormen Phosphorwerten, der Entwicklung der Cyano-Bakterien und der vorhandene Mangel an Sauerstoff sowie der seit letztem Jahr niedrige Wasserstand hat am Wochenende zu einem Fischsterben am Schultheisweiher geführt. Auf die Möglichkeit, dass dies in den kommenden Sommern häufiger auftritt, wurde bereits 2017 hingewiesen.

Das stehende Gewässer befindet sich seit 2017 in einer schwierigen Lage. Die invasiven Arten, wie der Sumpfkrebs, lassen die Wasserpflanzen weiter absterben und tragen zur Rücklösung des Phosphors aus dem Sediment bei. Bei steigenden Temperaturen vermehren sich rasant Cyanobakterien und tragen gemeinsam mit der längeren Sonneneinstrahlung im Sommer zum Sterben der Wasserpflanzen bei.

Die Bakterien selbst sterben ab, wenn die Temperaturen kurzfristig schnell fallen. Beides führt zu Zersetzungsprozessen, die dem Wasser den letzten vorhandenen Sauerstoff entziehen. „Ohne Eingriff in den Nährstoffkreislauf lässt sich langfristig der See nicht retten. Im See herrschen durch die geringe Tiefe schnell hohe Wassertemperaturen. Wir können auch leider den Weiher nicht mit Frischwasser befüllen – abgesehen von den ungeheuren Mengen, die nötig wären – würde das meiste davon schnell wieder schwinden“, erläutert Heike Hollerbach vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Auch mobile Sauerstoffbelüftungsanlagen seien nicht zielführend. „Abgesehen von den Kosten hilft es uns nicht, kurzfristig die Fische zu retten. Wir würden nur die ersten bis anderthalb Meter mit der Belüftung erreichen, es wäre also kein Sauerstoff bis an den Grund des Sees gebracht. Sobald das bodennahe Wasser mit den oberen Schichten durchmischt wird – zum Beispiel bei Temperaturschwankungen – kommt es wieder zu Sauerstoffmangel.“ Vergleichbar ist die Situation am Friedrichsweiher. Hier läuft permanent die Fontäne und es gab trotzdem ein Fischsterben vorletztes Jahr.

Gegen die Krebse sind Aale im See ausgesetzt worden. Im Gegensatz zu den anderen Fischen können diese auch im Niedrigwasser Sauerstoff direkt aus der Luft atmen. „Die Aale spielen bei den Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffe im See eine wichtige Rolle. Wenn es gelingt die Krebse zu reduzieren, wachsen wieder mehr sauerstoffproduzierende Wasserpflanzen, und der See kann sich erholen.“

Für die anderen Fische ist der See bis dahin kein geeigneter Lebensraum, weil sie ohne gelösten Sauerstoff nicht lebensfähig sind.

Aale, die aus dem Schultheisweiher entfernt werden, müssen nach Vorgabe der Oberen Fischereibehörde in ein fließendes Gewässer gesetzt werden und der Transport muss gemäß den Vorgaben erfolgen. Die Entnahme darf nur durch die Stadt beauftragt werden.

Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz hat in Abstimmung mit der Oberen Fischereibehörde die Berufsfischer beauftragt, die Fische einzusammeln und in den Main wieder einzusetzen. Das Regierungspräsidium hat auch einen Bericht angefordert, wohin die bisher von Angelverbänden entnommenen Fische gebracht wurden.

Die Rumpenheimer Feuerwehr ist vom Umweltamt beauftragt worden, tote Fische einzusammeln.

Quelle: Pressemeldung der Stadt Offenbach – Foto: Pexels / Pixabay

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