Pleiten, Pech & Pannen: Nach einer rabenschwarzen Schlussphase musste sich der 1. FSV Mainz 05 den Gastgebern vom SC Freiburg zum Bundesliga-Auftakt am Samstagnachmittag deutlich unter Wert mit 0:3 (0:0) geschlagen geben. Die Tore für den SCF durch Höler, Schmid und Waldschmidt fielen dabei zwischen der 82. und 87. Spielminute, nachdem die Mainzer zu Beginn beider Durchgänge teils beste Chancen hatten liegen lassen.

Sandro Schwarz hatte sein Team eine Woche dem bitteren Pokalaus von Kaiserslautern auf einer Position umgestellt und Neuzugang Jeremiah St. Juste anstelle des verletzten Stefan Bell das Vertrauen geschenkt. Ansonsten setzte der Cheftrainer auch im Breisgau auf ein 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld und Karim Onisiwo sowie Robin Quaison an vorderster Front.

Der FSV präsentierte sich in den Anfangsminuten keinesfalls wie eine Gastmannschaft, sondern war vielmehr darum bemüht, vom Anstoß weg die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. Nach gerade einmal 90 Sekunden setzte sich Ridle Baku mit Unterstützung von Edimlison Fernandes auf dem rechten Flügel durch, bediente Onisiwo, dessen Ablage Kapitän Danny Latza ins rechte Eck zu schlenzen versuchte, doch Alexander Schwolow im Tor der Gastgeber war blitzschnell abgetaucht und entschärfte diese erste Gelegenheit (2.). Es war der Startschuss einer durchaus ansehnlichen Anfangsphase des FSV. In der 9. Minute brach Robin Quaison über links durch, versuchte es mit einer flachen Flanke, die, von einem Abwehrbein abgefälscht, Schwolow zu einem Reflex mit dem Fuß zwang. Wenig später dann die erste gefährliche Aktion auf der gegenüberliegenden Seite: Nach einer eigentlich missglückten Flanke kam U21-Nationalspieler Luca Waldschmidt an der Strafraumgrenze ans Leder, zögerte nicht lange und zwang Florian Müller mit seinem Volley-Abschluss zu einer ersten Glanztat (10.). Diese erste Torannäherung wirkte wie ein Weckruf für die Gastgeber, denen auch die nächste Gelegenheit gehörte: Nach einem Eckball von der rechten Seite kam Robin Koch völlig frei zum Kopfball, zielte aber knapp neben das Gehäuse (17.).

Während Freiburg nun, nachdem die ersten Minuten den 05ern gehört hatten, etwas mehr vom Spiel hatte, hatten die Gäste die nächste Gelegenheit, in Führung zu gehen. Latza hatte Baku mustergültig auf dei Reise geschickt, der am Ende etwas zu lange zögerte. Nico Schlotterbeck warf sich in die Flanke, die für den völlig freistehenden Karim Oniswio gedacht war (25.). Da wäre ebenso mehr drin gewesen, wie drei Minuten später: Einen Einwurf von Daniel Brosinski hatte Onisiwo mit dem Kopf auf den zweiten Pfosten verlängert, wo Robin Quaison zum Fallrückzieher ansetzte und dabei nur knapp am Tor vorbeizielte (28.). Knapp über den Querbalken zielte in einer Partie zweier Teams auf Augenhöhe zwei Minuten später Nicolas Höfler nach einer Freistoßflanke aus dem Mittelfeld. Kurz vor der Pause kamen die Mainzer dann noch einmal auf und hätten erneut durch Quaison, der eine feine Hereingabe von Latza vor dem Tor nur knapp verpasste, in Führung gehen können (41.). So blieb es zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Robert Hartmann bei einem leistungsgerechten torlosen Remis.

Auch nach dem Seitenwechsel bot sich die erste Gelegenheit den Gästen. Brosinski bediente Onisiwo mit einem flachen Zuspiel in den Strafraum, der Österreicher drehte sich um seinen Gegenspieler, zielte aber neben den Kasten (52.). Der FSV presste weiter hoch und setzte immer wieder Akzente in der Offensive. In der 56. Minute brach Jean-Paul Boëtius auf links durch, scheiterte aber mit seinem Versuch aus spitzem Winkel an Schwolow. Eine Gäste-Führung lag in der Luft, spätestens nachdem auch Quaison freistehend im Freiburger Strafraum zum Abschluss gekommen war, das Leder aber neben das Tor setzte (58.). Der zweite Durchgang gehörte in den ersten zwanzig Minuten nach Wiederbeginn nur einer Mannschaft. Erneut Onisiwo ließ die Gelegenheit aus, hier die verdiente Führung zu erzielen, als er nach feinem Solo ebenfalls an Schwolow scheiterte (61.). Den ersten Warnschuss in Durchgang zwei gaben die Gastgeber in der 69. Minute ab, als Lienhart Müller aus gut 20 Metern zum Eingreifen zwang.Es war der Auftakt in eine Schlussphase, die sich so lange nicht abgezeichnet hatte.

Beiden Teams war anzumerken, dass sie diesen Auftakt in die Saison erfolgreich gestalten wollten, allein die Präzision in den entscheidenden Momenten fehlte immer wieder. Bitter für die 05er dann eine Szene aus der 76. Minute, in deren Folge St. Juste den Platz verlassen und für Alexander Hack Platz machen musste. Vor allem, weil es der kurz zuvor eingewechselte Hack war, der in der 82. Minute gegen Lucas Höler den Kürzeren zog, der Stürmer ließ Müller anschließend aus zehn Metern keine Chance – 1:0 für die Gastgeber (80.). Ein Schockmoment, den die Freiburger ausnutzten , um wenig später den zweiten Treffer nachzulegen. Jonathan Schmid zog von der Strafraumgrenze ab und erzielte den vorentscheidenden Treffer zum 2:0. Dass ausgerechnet Debütant Taiwo Awoniyi – kurz zuvor eingewechselt – mit seiner ersten Aktion in der Bundesliga einen Elfmeter verursachte, den Waldschmidt zum 3:0 verwerten konnte, passte ins Bild dieser rabenschwarzen Schlussphase. Die Partie war entschieden, wenig später Schluss. Nach dem missglückten Auftakt haben die Mainzer gegen Borussia Mönchengladbach bereits am kommenden Samstag (15.30 Uhr) zuhause in der OPEL ARENA die Gelegenheit, die ersten Punkte der noch jungen Saison einzufahren.

Quelle: FSV Mainz 05