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Brustschmerzen: mehr als ein Indikator für Herzinfarkte

Wiesbaden (ots)

Erkrankung der kleinsten Herzgefäße auf der Spur

Beklemmendes Engegefühl, stechende oder diffuse Brustschmerzen? Über viele Jahre waren Betroffene angehalten, bei diesen Symptomen sofort 112 zu rufen. Doch was, wenn nicht ein Herzinfarkt die Ursache ist und die Symptome immer wieder auftreten und danach verschwinden?

„Die Gründe für derartige Beschwerden können vielfältig sein. Hinzu kommt der Aspekt der sogenannten Gendermedizin, denn viele Krankheiten äußern sich bei Männern anders als bei Frauen. Unabhängig von der Diagnose sollten Brustschmerzen jedoch immer auch aus kardiologischer Sicht abgeklärt werden“, weiß Dr. Felix Woitek, Oberarzt am Herzzentrum Dresden.

Klein, aber oho

Bei Brustschmerzen steht neben einem möglichen Herzinfarkt vor allem die koronare Herzerkrankung in Verdacht, die Beschwerden zu verursachen. Dabei kann aus einer Verengung der großen Herzgefäße eine Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen resultieren. Als typisches Symptom gelten ein Engegefühl in der Brust, eine sogenannte Angina Pectoris, oder linksseitige Brustschmerzen. Darüber hinaus leiden Patient:innen oftmals unter Blutdruckabfall, einer erhöhten Pulsfrequenz, Atemnot, Hautblässe, Schweißausbrüchen, Übelkeit oder Angstzuständen. Eine Therapie kann beispielsweise über das Setzen eines odermehrerer Stents erfolgen, damit die Versorgung des Herzmuskels wieder gewährleistet wird. „Doch nicht immer ist diese Erkrankung die Ursache für die Beschwerden. Dann lohnt sich im Herzkatheterlabor ein zweiter Blick. Und so geraten die kleinen Herzgefäße in den Fokus“, fügt der Experte hinzu. Denn auch sie können für Beschwerden verantwortlich sein, Mediziner:innen sprechen in so einem Fall von einer koronaren mikrovaskulären Dysfunktion, kurz CMD. Von dieser Durchblutungsstörung der kleinsten Blutgefäße des Herzes, der sogenannten Mikrovaskulatur, sind in Deutschland circa 90.000 Menschen jährlich betroffen1.

Diagnose-Dschungel

Bis es zu einer CMD-Diagnose kommt, erleben viele Patient:innen einen wortwörtlichen Arzt-Marathon. „Da zunächst keine offensichtliche Ursache für die Symptome festgestellt werden kann, besteht oftmals eine physische und psychische Belastung für Betroffene. Denn die Beschwerden sind ja da, auch wenn es keine erkennbare Ursache gibt“, schildert Dr. Woitek die Situation und fügt hinzu: „In der weiterführenden kardiologischen Diagnostik prüfen wir daher ausführlich, welche Gefäße für die Schmerzen oder das Unwohlsein verantwortlich sind. Über die Messung der sogenannten fraktionellen und koronaren Flussreserve können sowohl Informationen über die Versorgung des Herzes mit Blut und Sauerstoff gewonnen werden als auch darüber, ob und wie blockiert nicht nur die großen Herzkranzgefäße, sondern auch die Mikrozirkulation ist.“

Um Patient:innen eine sanfte Alternative zu bisherigen Verfahren zu ermöglichen, kommt der Abbott PressureWire X Druckmessdraht sowie die spezielle Coroventis Software zum Einsatz. Der Messdraht verfügt nicht nur über einen Druck-, sondern auch über einen speziellen Temperatursensor. Unter lokaler Narkose und vollkommen schmerzfrei wird dabei über eine kleine Punktion am Arm ein Katheter eingeführt und bis zu den Gefäßen geleitet. Dort finden dann die notwendigen Messungen statt. „Basierend auf den gewonnenen Informationen und weiteren Daten kann im Anschluss ein persönlich zugeschnittener Therapiefahrplan für die Patient:innen erstellt werden“, berichtet der Mediziner vom Herzzentrum Dresden.

Kampf dem ungesunden Lifestyle

Neben einer Gabe von Medikamenten kann gegebenenfalls auch ein spezieller interventioneller Eingriff eine Behandlungsoption sein, denn eine Therapie erfolgt immer individuell an den Patienten angepasst. Doch auch darüber hinaus gibt es einfache Möglichkeiten, um eine Verbesserung der Symptome zu erzielen. „Damit einher geht eine Einschränkung der Risikofaktoren, wie Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, hohe Cholesterinwerte, Diabetes und Stress“, so Dr. Woitek und fügt hinzu: „Es wird oftmals belächelt, jedoch ist die beste Art der Therapie ein optimales Lifestylemanagement.“

Original-Content von: Abbott GmbH, übermittelt durch news aktuell

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