18 September 2021

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Bike Offenbach nimmt 2020 richtig Fahrt auf

„Die Arbeiten beginnen, sobald die Witterung es zulässt“, sagt Bike Offenbach-Projektmanager Ulrich Lemke von der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe. Da der Dezember, anders als in den Vorjahren, zu kalt für die Asphaltarbeiten war, verschiebt sich im Nordend die Umwandlung der Taunusstraße in eine Fahrradstraße auf das Frühjahr. In der Von-Behring-Straße in Bürgel sind die Asphaltarbeiten weitgehend abgeschlossen, die Markierungen lassen sich aber witterungsbedingt ebenfalls erst im Frühjahr realisieren.

Auch die Achse 2 entlang der Senefelderstraße wird ab dem Grünring weitergeführt, sobald das Wetter mitspielt. „Hier wird sich die Situation für den Rad- und Fußverkehr deutlich verbessern“, kündigt Lemke an. Geplant ist ein Zwei-Richtungs-Radweg von der Anne-Frank-Schule bis zur Edith-Stein-Schule, mit Querungshilfen in der Eberhard-von-Rochow-Straße und am Vorderwaldweg. Diese Maßnahmen sollen unter anderem dazu beitragen, mehr Kinder und Jugendliche zum Umsatteln zu bewegen.

Eine weitere wichtige Zielgruppe des Projekts sind Pendlerinnen und Pendler. Um ihnen aus dem Stadtteil Bieber den Radweg zum Job zu erleichtern, werden im Januar erste Arbeiten für die Fahrradachse 6 beginnen. Der Abschnitt führt von der Maybachstraße über den Leonhard-Eißnert-Park bis zum Neubaugebiet Bieber-Nord.

Dies sind nur die ersten Maßnahmen 2020, um Offenbach bald ganz neu zu erfahren. Auch eine planerische Lösung für den Radverkehr zum Projektpartner Neu-Isenburg rückt näher – sie ist aber komplex, da unter anderem das Straßen- und Verkehrsmanagement von Hessen Mobil für einen betroffenen Teilabschnitt der Sprendlinger Landstraße zuständig ist. Grundsätzlich sollen Teile der vierspurigen Straße dem Rad- und Fußverkehr zur Verfügung gestellt werden.  

Mittelweg für ein vernünftiges Miteinander

Wie viele Verkehrsthemen wird auch das Projekt Bike Offenbach kontrovers diskutiert: Den einen geht es nicht schnell genug, sie möchten Autos möglichst ganz aus der Innenstadt verbannen. Die anderen kritisieren schon kleinste Einschränkungen für den PKW-Verkehr.

Bike Offenbach fährt hier den Mittelweg: Bei der Einrichtung der Fahrradstraßen und
-achsen kommt es dem Projektteam auf ein vernünftiges Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden an. Die allermeisten Fahrradstraßen bleiben zumindest auch für Anlieger-Autos frei (grundsätzlich ist das in Fahrradstraßen nicht der Fall). Der Wegfall von Parkplätzen wird aufgrund der ohnehin begrenzten Auswahl in Offenbach möglichst vermieden, und Einbahnstraßenregelungen sind nur eine Option, falls die Rücksichtnahme ganz ausbleibt. Dafür fanden im Herbst wochenlang Geschwindigkeitskontrollen auf der Teststrecke in der Senefelderstraße statt. Wie bei Fahrradstraßen üblich, sind hier maximal 30 km/h erlaubt, zudem gilt die „Anlieger frei“-Regel.

Dass das Projekt insgesamt viel Rückenwind erfährt, hat die gemeinsame Umfrage der Frankfurter Goethe-Universität und der Offenbacher Hochschule für Gestaltung im Frühsommer 2019 gezeigt: Danach finden fast zwei Drittel aller Autofahrenden und 83 Prozent der Radelnden die Idee der Fahrradstraßen gut. Wie wichtig es ist, die Menschen zum Umsatteln anzuregen, betont Planungs- und Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß: „Um Fahrverbote für Offenbach zu vermeiden, gilt es, die Grenzwerte für Stickoxide in der Stadt schnellstmöglich zu unterschreiten.“ Die Verhandlung über mögliche Dieselfahrverbote findet voraussichtlich im kommenden Frühjahr vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel statt.

Zum Projekt: Bike Offenbach – eine Stadt neu erfahren

Um die Menschen zum Umsatteln zu bewegen, muss die Infrastruktur stimmen. Offenbach macht hierfür den (Rad-)Weg frei: Dank des Projekts Bike Offenbach lässt sich die Stadt bald ganz neu erfahren. Bis 2021 entstehen neun Kilometer Fahrradstraßen, die das Stadtgebiet und das Umland neu erschließen. Auf den Fahrradstraßen gilt maximal Tempo 30 für alle, zudem dürfen Radler nebeneinander fahren. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat im Frühjahr 2018 die Mittel für das Verbundprojekt Fahrrad-(straßen)-stadt Offenbach – genannt Bike Offenbach – bewilligt und stellt dafür rund 4,53 Millionen Euro aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Verfügung. Verbundpartner ist die Stadt Neu-Isenburg, die ebenfalls eine Förderzusage bekam. Die Gesamtkosten des über die Region hinaus wegweisenden Projekts liegen bei rund 5,95 Millionen Euro. Die Projektentwicklungsgesellschaft OPG aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe ist von der Stadt Offenbach mit dem Projektmanagement für Bike Offenbach beauftragt. www.bikeoffenbach.de.

Original Content Stadt Offenbach Foto Alexander Habermehl

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