20 Januar 2022

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758 junge Hörakustiker erhalten Gesellenbrief

Mit besten Perspektiven in den Beruf starteten am 6. Juli nach drei Jahren dualer Ausbildung 758 Lehrlinge des Hörakustiker-Handwerks. Auf der bundesweit größten Freisprechung eines Gesundheitshandwerks in Deutschland wurden die erfolgreichen Absolventen mit den traditionellen Worten „Hiermit spreche ich Sie von Ihren Rechten und Pflichten als Auszubildende frei“ von Hans-Jürgen Bührer, Vizepräsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), in den Gesellenstand gehoben.

Der hochqualifizierte Nachwuchs einer wachsenden Branche, die Handwerk und Digitalisierung verbindet, feierte seinen Abschluss im großen Rahmen mit über 2.000 Ehrengästen und Gästen aus dem Handwerk sowie Familien und Freunden in der Musik- und Kongresshalle in Lübeck.

Die Top Drei wurden besonders gekürt: Die beste Prüfung legte Janna Ulbrich (21) aus Leer (Niedersachsen) ab, sie wurde von Fielmann ausgebildet. Gefolgt von Lara Manthey (21) aus Oldenburg (Niedersachsen), die ebenso bei Fielmann lernte, und Carina Biermann aus Giesen (Niedersachsen). Ausgebildet wurde die 22-Jährige bei Sonova in Dortmund.

Die jungen Hörakustikerinnen und Hörakustiker, ihre Familien und Gäste wurden begrüßt und geehrt von Dr. Matthias Badenhop, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein:

„Ich freue mich, die Hörakustikerinnen und Hörakustiker an diesem besonderen Tag in ihrem Berufsleben begrüßen zu dürfen. Sie sind der Nachwuchs einer wachsenden Branche mit Zukunft, die einen festen Bestandteil in der Gesundheitswirtschaft darstellt. Vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftebedarfs in vielen Gesundheits- und Handwerksberufen leistet der Campus Hörakustik in Lübeck mit der Ausbildung einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitsversorgung. Ich danke allen an der Ausbildung Beteiligten und gratuliere den Absolventinnen und Absolventen zu ihrem erfolgreichen Abschluss.“

Auch Prof. Dr. Ulrich Hase, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung des Landes Schleswig-Holstein und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der Hörbehinderten hielt eine Laudatio.

„Ich beglückwünsche Sie zur bestandenen Gesellenprüfung im Gesundheitshandwerk der Hörakustik. Hinter Ihnen liegen drei Jahre duale Ausbildung mit höchsten Ansprüchen. Sie haben sich dem gestellt. Sie haben einen Hightech-Beruf gewählt, um Menschen zu helfen, Sie sind die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. Ein spannender Beruf, auf den Sie am Campus Hörakustik gründlich vorbereitet wurden. Die bundesweit einheitliche Prüfung, die hier in Lübeck abgenommen wird, ist für uns ein Garant für die gleichbleibend hohe Versorgungsqualität in Deutschland und nicht zuletzt gelebter Verbraucherschutz. Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft viel Erfolg und viele besondere menschliche Momente, wenn der Kunde Ihnen für wiedergewonnene Lebensqualität dankt.“

Stephan Fuesers, Studiendirektor der Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen (LBS) und Janine Otto, Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses, lobten ebenfalls den Ausbildungserfolg, der neben dem Einsatz der Ausbilder vor Ort auch der jahrzehntelangen Lernortkooperation zwischen der Akademie für Hörakustik (afh) und der LBS auf dem Campus Hörakustik zu verdanken sei.

Die Hörakustik zeichnet sich laut aktueller Umfrage des GKV Spitzenverbandes durch höchste Kundenzufriedenheit bei der individuellen Versorgung von schwerhörigen Menschen aus. 90 Prozent der Versicherten gaben an, „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation zu sein. „Diese sehr große Wertschätzung macht den Beruf des Hörakustikers zur Berufung“, sagt Otto.

Der anspruchsvolle Beruf des Hörakustikers hat sich als beliebte Alternative zum medizinischen Studium etabliert. Die Branche wächst, und immer mehr junge Menschen möchten Hörakustiker werden: Derzeit bildet die Akademie 3.200 Auszubildende aus, allein 2019 haben mehr als 1.000 junge Menschen ihre Ausbildung in einem der rund 6.600 Meisterbetriebe begonnen. Kein Wunder: In diesem Gesundheitshandwerk herrscht Vollbeschäftigung.

„Die Zukunft ist nicht nur abwechslungsreich für die jungen Hörakustiker, sie ist auch sicher“, sagt Vizepräsident Hans-Jürgen Bührer. So haben so gut wie alle Absolventen ihren Arbeitsvertrag am Tag der Freisprechung bereits in der Tasche, oft werden sie direkt von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Doch auch wer gerade ausgelernt hat, kann sich lebenslang weiterbilden. Der Beruf bietet vielfältige Möglichkeiten vom Meister bis zum Master, im Betrieb und in der Industrie.

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit rund 6.600 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen zuständig. Daneben organisiert er – wenn der gesetzliche Anspruch besteht – die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen und steht für Wartung und Reparaturen der Hörsysteme bis zu einem gewissen Grad zur Verfügung.

Darüber hinaus berät er zu Gehörschutz und speziellem technischem Zubehör. Der Hörakustiker verfügt über theoretisches Wissen aus der Akustik, Audiologie, Psychologie und Hörsystemtechnik und über praktische Fertigkeiten zur Audiometrie.

Original-Content von: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, ots

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