100 Jahre Einsatz für starke Frauen: Der Zonta-Club feiert Jubiläum

Oberbürgermeister Feldmann würdigt die engagierte Arbeit der Mitglieder.

Ehrenhaft handeln, vertrauenswürdig und integer sein – das bedeutet der Name Zonta in der Symbolsprache der Sioux-Indianer. Diese Bedeutung ist der Anspruch, dem die Mitglieder des Zonta-Clubs seit 1919 bis heute folgen. Zum 100-jährigen Jubiläum des internationalen Clubs hat Oberbürgermeister Peter Feldmann am Montag, 11. November, Mitglieder des Zonta-Club Frankfurt und zahlreiche Gäste im Kaisersaal begrüßt.

Im Kaisersaal würden in Gestalt der porträtierten Kaiser nur Männer mit ihrem strengen Blick auf die Gäste schauen, doch die Präsenz starker Frauen sei stets willkommen: „Wir haben hier die Queen empfangen. Eine starke Frau in einer Spitzenposition – und das seit 66 Jahren. Vergangenes Jahr waren die Kaiser verhüllt – mit Porträts 28 starker Frauen. So blickten bedeutende Frauen wie Tony Sender, Rosa Luxemburg und Marie Juchacz von den Wänden. Deshalb freue ich mich, dass der Zonta-Club Frankfurt zur 100-Jahr-Feier im Kaisersaal ist“, sagte der Oberbürgermeister.

Die deutsche Sozialreformerin Marie Juchacz hat 1919 als erste Parlamentarierin eine Rede in der Weimarer Nationalversammlung gehalten. Sie sagte in ihrer Rede, das Wahlrecht sei eine „Selbstverständlichkeit“, die den Frauen „bis dahin zu Unrecht vorenthalten“ worden sei. Auch der Zonta-Club setzt sich seit seiner Gründung für die Rechte der Frauen ein.

„Der Zonta-Club wurde am 8. November 1919 in Buffalo im US-Bundesstaat New York gegründet. Das war die erste Zeit der Frauenbewegung, die zum Frauenwahlrecht in den USA 1920 führte. Frauen haben sich in diesem Club in den USA und Europa zusammengeschlossen und vernetzt“, sagte das Stadtoberhaupt.

Zonta versteht sich als Serviceclub ganz in der Tradition der Lions und Rotary Clubs. Die Mitglieder werden Zontians genannt. „Lions und Rotary nahmen zunächst nur Männer auf. Zonta ist die Antwort der Frauen darauf mit eigenen Strukturen und Netzwerken und einem starken Zusammenhalt. Heute feiern wir 100 Jahre internationale Zusammenarbeit von Frauen und das Wachsen des Clubs über den Atlantik nach Europa und Deutschland“, sagte Feldmann.

Zonta ist seit 1931 in Deutschland aktiv. Der erste Club gründete sich in Hamburg. Bekannte Mitglieder sind Rita Süßmuth, Herta Däubler-Gmelin oder Katharina Barley. Auch Hannelore Kohl war eine Zontianerin.

Am 26. März 1963 wurde der erste Zonta-Club in Frankfurt von 15 berufstätigen und erfolgreichen Frauen in Anwesenheit der internationalen Zonta-Präsidentin Maria Pierce gegründet. Feldmann sagte: „Die Gründung eines Zonta-Clubs in Frankfurt ist eine Bereicherung für unsere Stadt. Die Zontians sind erfolgreiche Frauen, die der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen. Sie unterstützen Mädchen und junge Frauen, ebnen ihre Wege und geben ihnen eine Chance. Zonta bedeutet Geben und Nehmen.“

Die Präsidentin des Frankfurter Zonta-Clubs, Katrin Lowitz, sagte: „Die Vision von Zonta International ist eine Welt, in der die Rechte der Frauen als Menschenrechte anerkannt werden und jede Frau in der Lage ist, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. In einer solchen Welt haben Frauen Zugang zu allen Ressourcen und sind in Entscheidungspositionen gleichberechtigt mit Männern vertreten. In einer solchen Welt hat keine Frau Angst vor Gewalt.“

„Empowering women – through service and advocacy“ heißt die Devise: „Im Sinne des Advocacy-Gedanken unterstützen die beiden Frankfurter Zonta Clubs Frauenprojekte in Frankfurt und in aller Welt. Wir vergeben Stipendien und Förderpreise, etwa für talentierte Schülerinnen, Studentinnen oder Doktorandinnen“, sagte Lowitz.

In Frankfurt gibt es zwei Zonta-Clubs, den Zonta Frankfurt am Main und den Zonta Club Frankfurt II. Hat ein Club die Mitgliederzahl von 40 bis 50 erreicht, wird aus praktischen und organisatorischen Gründen ein weiterer Club gegründet.

Beide Clubs unterstützen Frankfurter Mädchen und Frauen auf ihrem Weg. So unterstützen die Zontians unter anderem das FeM Mädchenhaus, das Mädchenbüro Milena, den Frauen-Tagestreff Frankfurt Ost des Diakonischen Werks sowie das Frauenhaus „die kanne“ und die Aktion „Mein erster Schulranzen“ der AWO. Auch Bildungsstipendien werden vom Club vergeben wie das Programm ZONTalente, mit dem Schülerinnen an Frankfurter Schulen mit besonderen Begabungen gefördert werden, die im Rahmen des schulischen Alltags nicht ausreichen Unterstützung erhalten können.

„Die Arbeit des Zonta-Clubs ist inspiriert von Überzeugung: Immer dann, wenn Einzelne ihre wirtschaftlichen und intellektuellen Ressourcen investieren, profitiert die Gemeinschaft. Clubs wie der Ihre sind Ausdrucksformen für die Solidarität und Mitmenschlichkeit unserer Gesellschaft. Ich danke Ihnen allen für Ihr Engagement und Ihren unermüdlichen Einsatz für unsere Stadt“, sagte das Stadtoberhaupt.

Quelle: Pressemeldung der Stadt Frankfurt am Main

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